Zweckverband Flugplatz Bitburg beschließt Bebauungsplan für B-Shelter

Kostenpflichtiger Inhalt: Entwicklung : Deckel drauf und gut ist

Einstimmig hat der Zweckverband Flugplatz Bitburg den Bebauungsplan für den B-Shelter-Bereich beschlossen. Geklärt ist aber nicht, was mit dem schadstoffbelasteten Boden auf dieser Gewerbefläche passieren soll.

Insgesamt 25 Seiten umfassen die 21 Stellungnahmen, die im Zuge der jüngsten Offenlegung der Bebauungspläne für den B-Shelter-Bereich gesammelt wurden. Zehn dieser Seiten widmen sich ausschließlich der Stellungnahme der BUND Kreisgruppe Bitburg-Prüm. Der Bund für Umwelt und Naturschutz hat vor allem ein Problem mit der PFT-Belastung im Boden und mit der davon ausgehenden Gefahr für das Grundwasser. Zudem kritisiert die Umweltorganisation, dass die Öffentlichkeit nicht ausreichend über die Gefahren von PFT (perfluorierten Tensiden) informiert werde.

Einen nennenswerten Einfluss auf das Ergebnis der Offenlegung haben diese Einwände aber nicht. Sie werden vom für das Bebauungsplanverfahren zuständigen Fachbüro größtenteils lediglich zur Kenntnis genommen, zurückgewiesen oder als nicht zutreffend bezeichnet. Am Ende wird der Bebauungsplan von den Mitgliedern des Zweckverbands in der jüngsten Verbandsversammlung einstimmig beschlossen. Damit ist das Thema abgehakt. Das allerdings auch nur formell. Denn dass der Boden des B-Shelter-Bereichs eine PFT-Belastung aufweist, ist unumstritten (der TV berichtete).

Zu diesem Ergebnis kommen auch zwei Gutachten aus 2017 und 2019. Nach denen wurden bei Messungen in den oberen Bodenschichten größtenteils geringe bis mäßige, teilweise aber auch erhöhte Werte festgestellt. Es sei beabsichtigt, im Zuge der Entwicklung des Baugebietes beziehungsweise der jeweiligen Bauvorhaben belastete Böden schrittweise zu beseitigen und sich dabei an dem durch die beteiligten Fachbehörden in Aufstellung befindlichen Bodenmanagementkonzept zu orientieren, heißt es dazu als Erklärung in einer der Antworten zu den Stellungnahmen der Offenlegung.

Das klingt zunächst nach einer vernünftigen Lösung, deckt sich aber nicht mit dem, was Thomas Etteldorf diesbezüglich in Erinnerung hat. So weist Etteldorf, der für die VG Bitburger Land im Zweckverband sitzt, darauf hin, dass ein Vertreter der Bundesanstalt für Immobilien (Bima) in einer der letzten Sitzungen des Zweckverbands erklärt habe, dass auch bei einer Bebauung der Fläche der dort vorhandene Boden selbst bei Belastung nicht zwangsläufig beseitigt werden müsse. Demnach sei es je nach Bebauung auch möglich, den PFT-haltigen Boden im Erdreich zu lassen.

Durch die Versiegelung der Fläche – wie beispielsweise beim Fundament einer Halle – erhalte der Boden demnach eine Art Deckel. Dadurch, so soll es der Vertreter der Bima erklärt haben, werde ein weiteres Eindringen von Wasser in den Boden verhindert, sodass die dort vorhandenen Schadstoffe auch nicht weiter in Richtung Grundwasser gespült werden könnten.

Dass das funktionieren mag, stellt Etteldorf nicht in Frage. „Ich frage mich nur, wie die möglichen Investoren das sehen“, sagt er. Wer sei denn für den Boden zuständig, wenn das Grundstück erst einmal von der Bima an das Unternehmen verkauft worden sei und dieses Unternehmen dann vielleicht nach 20 Jahren aufgelöst werde, so Etteldorf.

Und auch die beiden städtischen Verbandsmitglieder Michael Ludwig und Heiko Jakobs halten wenig von der Vorgehensweise der Bima, sich mit der Belastung der jeweiligen Teilbereiche erst dann zu befassen, wenn sie zum Verkauf stehen. „Ich tue mich schon schwer damit, einer Insellösung zuzustimmen, ohne ein Gesamtkonzept zu haben“, sagt Jakobs.

Wie Zweckverbands-Geschäftsführer Helmut Berscheid erklärt, sei die Zurückhaltung der Bima auch damit zu erklären, dass man bislang von einer insgesamt eher mäßigen Belastung des Erdreichs ausgehe. „Zudem gibt es bislang auch noch kein wirtschaftlich tragfähiges Sanierungsverfahren zur Reinigung der Böden“, sagt Berscheid. „Je mehr Investoren nachfragen, desto größer wird der Druck auf die Bima“, meint dazu der Verbandsvorsteher, Landrat Joachim Streit.

Für ihn liegt die Lösung des Problems in einer möglichst schnellen Vermarktung des insgesamt 27 Hektar großen Areals. „Wenn es für die Grundstücke keine Interessenten gibt“, so Streit, „dann weiß ich auch nicht, wie die Bima weiter vorgehen wird.“

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