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Saarburg: Hat Angeklagter „Kifferbude“ für Jugendliche bereitgestellt?

Prozess : Saarburger soll „Kifferbude“ für Jugendliche bereitgestellt haben

Hat ein Saarburger in seiner Wohnung Minderjährigen Ecstasy und Marihuana weitergegeben? Am ersten Verhandlungstag vor dem Amtsgericht Trier äußert sich der Angeklagte erstmals persönlich zu den Anschuldigungen.

  Die Staatsanwaltschaft legt dem einschlägig vorbestraften Angeklagten zur Last, einen Drogentreff in seiner Saarburger Wohnung eingerichtet und dabei Marihuana, Amphetamine und Ecstasy an Minderjährige im Alter zwischen 13 und 17 Jahren weitergegeben zu haben.  Des Weiteren wird dem Angeklagten vorgeworfen, die Drogen zusätzlich gewinnbringend verkauft zu haben und Cannabis selbst anzubauen.

Der 52-Jährige befindet sich seit Mitte September 2021 in Untersuchungshaft. Bei einer Hausdurchsuchung konnte die Polizei eine Cannabispflanze sicherstellen.

Den Besitz, Konsum und Anbau der Drogen gibt der Angeklagte über seine Rechtsanwältin teilweise zu. Jedoch handele es sich bei den sichergestellten Betäubungsmitteln lediglich um eine geringe Menge zum Eigenbedarf. Eine Verkaufs- oder Gewinnabsicht habe nicht bestanden. Die Ecstasytabletten stammten ebenfalls nicht von ihm, sondern seien von einem der Jugendlichen mitgebracht worden. Er und weitere der Minderjährigen hätten sich in seiner Abwesenheit häufiger an seinen privaten Vorräten bedient.  

Auf Rückfrage des Richters äußert sich der Angeklagte erstmals persönlich und geht dabei weiter ins Detail. Laut eigener Aussage habe einer der Jugendlichen behauptet, dass er 19 Jahre alt sei und quasi bei ihm gewohnt habe. Dies sei auch dem Vater des Jugendlichen bekannt gewesen.

Dieser soll laut Aussage des Angeklagten gemeint haben: „Es ist mit lieber, wenn die Polizei vor deiner Tür steht, als vor meiner“. Der gleiche Jugendliche soll auch die Kinder, darunter seine Freundin und seine 13-jährige Schwester mit zum Angeklagten gebracht haben um dort Drogen zu konsumieren. Zitat: „Er hat die Bude mit Kindern gefüllt“. Dies sei gegen den Wunsch des Angeklagten geschehen.

Er selbst gibt an, niemals einem der Minderjährigen aktiv Drogen angeboten oder sie zum Konsum angestiftet zu haben.

Zu diesem Prozesstag waren keine Zeugen vorgeladen. Da jedoch die Aussage des Angeklagten so stark von der Anklageschrift abweicht, hat der Vorsitzende Richter am Amtsgericht einen weiteren Prozesstag angesetzt. Dabei sollen dann die entsprechenden Zeugen ihre Aussage tätigen.