Kasalla bringt die Europahalle Trier zum Kochen

Kostenpflichtiger Inhalt: Musik : Kölsche Jungs verliebt in die Stadt mit T

Die Kölner Mundartrockband Kasalla hat in der Europahalle vor 1000 Besuchern richtig abgerockt. Mit den fünf Musikern um Bandleader Bastian Capmann gab es Musik zum Tanzen, Springen und Nachdenken, denn Kasalla mischt sich ein.

Vor einigen Wochen haben die fünf Jungs von Kasalla die Kölner Philharmonie gefüllt, im Rhein­energiestadion spielen sie im kommenden Jahr, und für den deutschen Musikpreis Echo, waren sie 2018 nominiert. Dabei haben sie, wie viele andere, klein angefangen und sind sich bis heute nicht zu schade, in kleinen Clubs aufzutreten.

Langsam oder gemächlich können die fünf Vollblutmusiker dabei aber nicht. Das haben sie bei ihrem Konzert in der Europahalle vor 1000 Besuchern unter Beweis gestellt. Sobald sie auf der Bühne sind, sind richtig Energie und Emotion da, und die Fans gehen sofort mit. Textsicher haben sie gleich bei „Hür niemols op ze singe“ mitgesungen. Schlag auf Schlag geht es mit „Dat Veedel dat fählt“ weiter. Es ist ein wenig rhythmischer, und die Musiker springen voller Spielfreude auf der Bühne. Sänger Bastian Campmann bewegt sich viel von einer Seite auf die andere, so dass alle Fans ihn mal von nahem sehen können. Auf sein Zeichen hin gibt es La-Ola-Wellen. Die Band ist es gewohnt, Stimmung zu machen, und das auch außerhalb ihrer zweihundert Auftritte in den sechs Karnevalswochen.

Trotz ihrer Routine wirken die Musiker bei ihrem Konzert in Trier präsent und sind nah am Publikum, besonders als Bastian Capmann und Gitarrist Flo Peil bei der Zugabe – der „Stadt mit K“ – ins Publikum gehen und inmitten der Fans spielen und singen, die ihr Glück kaum fassen können. Als dann noch ein rot-weißer Konfettiregen kommt, gibt es fast kein Halten mehr.

Diesen Zustand haben sie aber nicht erst gegen Ende des Konzerts erreicht, sondern sie haben ihre ganz großen Hits, wie „Pirate“, der meistgespielte Song in der Karnevalsession 2011/2012, oder „Alle Jläser Huh“, immer wieder zwischen ihre aktuellen Songs eingebettet, so dass es in regelmäßigen Abständen zu Begeisterungsstürmen kommt, bei denen die Halle bebt und es anschließend nur ein paar Prozent ruhiger wird. Für den ein oder anderen Zuschauer ist das die Möglichkeit, sich etwas zum Trinken zu holen, denn die Klimaanlage in der Europahalle funktionierte nicht, und es waren, so Capmann „gefühlte 88 Grad“.

Wichtig ist der Kölner Band, dass es in ihrem Publikum bunt zugeht, wie sie in ihrem Titel „Wir sind alle nur aus Fleisch und Blut“ oder „Mir stann zusamme“ zeigen. Sie wollen sich auch nicht den Mund verbieten lassen, wie Bastian Campmann klarstellt: „Es gibt immer wieder Leute, die sagen, ,das mit eurer Musik ist ja echt gut, aber haltet eure Meinung für euch’. Das werden wir nicht tun, wir werden uns weiterhin einmischen.“

Den Konzertbesuchern und der Stadt Trier erklärten sie: „Ihr seid ein so tolles Publikum. Wir sind verliebt in die Stadt mit T.“ Mit ihren rockigen Beats, den knackigen Gitarrensolos, dem Bass, der antreibt und dazu den Akkorden des Schifferklaviers oder Keyboards haben sie den Besuchern einen Abend zum Abschalten vom Alltag gegönnt. Gelöst und mit viel Einsatz haben die Fans mitgesungen, bei den ruhigeren Stücken, die es auch gab, leicht geschunkelt und beim „König von Köln“, war Kussalarm gegeben. Außergewöhnlich haben die Musiker von Kasalla „Jo, Jo, Jo mer sinn immer noch do“, a Cappella gestaltet. So konnten sie ihre gesangs- und musikalischen Qualitäten zeigen, die manchmal bei zu großer Lautstärke und zu wenig Abstimmung, untergingen.

Mehr von Volksfreund