Tödlicher Unfall – Geringere Strafe für Hot-Rod-Fahrer von der Mosel

Kostenpflichtiger Inhalt: Im Berufungsprozess : Tödlicher Unfall – Geringere Strafe für Hot-Rod-Fahrer von der Mosel

Das Landgericht Trier verurteilt den Fahrer eines Sportwagens nach einem tödlichen Unfall im Berufungsprozess zu einer Bewährungsstrafe. Damit bleibt dem Angeklagten eine Haft erspart.

Ein Unfall im März 2017 hat für viel Aufsehen gesorgt: Der Fahrer eines sogenannten Hot Rods hatte auf der B53 zwischen Bernkastel-Kues und Andel die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, touchierte ein ihm entgegenkommendes Auto, das daraufhin quer zur Fahrbahn stehen blieb. Zwei Motorradfahrer erkannten die Situation zu spät und fuhren in den querstehenden Wagen. Die beiden Motorradfahrer, Vater und Sohn, starben, eine Sozia überlebte schwer verletzt. Im Mai 2018 wurde der Fahrer des Hot Rod vom Amtsgericht Bernkastel-Kues zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.  Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann aus Bernkastel-Kues mit seinem Sportwagen den schweren Unfall verursacht hatte.

Die Staatsanwältin und die Nebenklage hatten auf eine Strafe von einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung plädiert. Die beiden Verteidiger plädierten für eine Bewährungsstrafe.

Das Urteil des Schöffengerichts am Amtsgericht Bernkastel-Kues wurde nun von einer Berufungskammer des Landgerichts Trier revidiert.

Die siebte Strafkammer verkündete das Urteil mit dem folgenden Tenor: „Auf die Berufung des Angeklagten wird das Urteil des Amtsgerichts Bernkastel-Kues wie folgt neu gefasst: Der Angeklagte wird wegen fahrlässiger Tötung in zwei  Fällen in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung in zwei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Die Vollstreckung der Freiheitsstrafe wird zur Bewährung ausgesetzt“, so das Urteil, wie eine Sprechern des Gerichts auf TV-Anfrage mitteilt.
So bleibt dem Fahrer des Hot Rods, der sich nach eigener Aussage an den Unfall nicht mehr erinnern kann, der Gang ins Gefängnis erspart, denn Bewährungsstrafen können nur bis zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren ausgesprochen werden (siehe Info).

Hätte das Urteil des Amtsgerichts  Bernkastel-Kues Rechtskraft erlangt, hätte der Hot-Rod-Fahrer folglich ins Gefängnis gehen müssen. Das bleibt ihm nun, sollte das Urteil des Landgerichts Trier rechtskräftig werden, erspart.

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