TV-Leser diskutieren Säubrennerkirmes hitzig

Kostenpflichtiger Inhalt: Bilanz : TV-Leser diskutieren Säubrennerkirmes hitzig

Die Stadt Wittlich schraubt kontinuierlich am Konzept des traditionellen Volksfestes: Doch nicht alle Kirmesbesucher erfreuen die Neuerungen.

Bei der Säubrennerkirmes scheint für viele Wittlicher der Spaß aufzuhören. Auf Änderungen am Konzept dieser Traditionsveranstaltung reagieren sie ziemlich empfindlich. Das zeigt sich nun wieder in der Diskussion zur Kirmesbilanz 2019 und dabei insbesondere um den Platz an der Lieser. Nach der Umgestaltung des Lieserufers für 2,5 Millionen Euro hatte sich die Stadtverwaltung entschlossen, das Konzept für den Platz an der Lieser während der Kirmestage zu ändern. Ergebnis: Der traditionelle Handwerkermarkt verschwand (der TV berichtete). Er hatte 25 Jahre als fester Bestandteil zum größten Volksfest der Region gehört.

Das Areal am Flussufer sollte sich an den Kirmestagen vom 16. bis 19. August  zur Partymeile entwickeln. Allein mit Getränke- und Imbissständen sowie der ansässigen Gastronomie sollte dort während der vier Kirmestage also der Bär abgehen. Doch nach Einschätzung einiger Standbetreiber herrschte dort während der Kirmestage eher „tote Hose“ (der TV berichtete). Im Anschluss an die TV-Berichterstattung haben die TV-Leser auf der Internetseite der Lokalredaktion Wittlich bei Facebook die Konzeptänderung für den Platz an der Lieser zur Kirmes kontrovers diskutiert.

„Das ist sehr verbesserungswürdig – der Platz war schon sehr nackt“, schreibt ein TV-Leser. Das absolute Highlight dort sei der Getränkestand der Whiskyburg gewesen. „Alles in allem, wie so ziemlich alles, was die Stadtverantwortlichen in die Hand nehmen, war das Konzept unausgegoren, unüberlegt und ungeplant“, schreibt der Leser, der hart mit den Kirmesplanern der Stadtverwaltung ins Gericht geht.
Eine andere TV-Leserin meint: „Ich war enttäuscht. Ich war Freitag um 22.15 Uhr dort und von schöner Atmosphäre war nichts zu spüren. Im vergangenen Jahr war ich begeistert von den zusätzlichen Ständen und der Gemütlichkeit an der Lieser. Aber dieses Jahr hat etwas gefehlt. Irgendwie war es dort menschenleer.“

Ihr habe es dort auch nicht gefallen, kommentiert eine Leserin. Denn sie habe den Handwerkermarkt vermisst. „Viele andere Besucher,  die ich getroffen habe, auch“, ergänzt eine andere Kommentatorin. „Vielleicht kommt ja nächstes Jahr wieder einer“, ist auch zu lesen.

Doch nicht alle TV-Leser scheinen mit den Konzeptänderungen der Stadtverwaltung zu hadern –  ganz im Gegenteil: „Wir finden den Platz an der Lieser ohne Handwerkermarkt besser und haben letztes wie auch dieses Jahr dort schöne Stunden verbracht. Natürlich ist das alles noch ausbaufähig. Abends wäre eine musikalische Einlage nicht schlecht“, schreibt eine Kirmesbesucherin. Eine weitere Meinung dazu lautet: „Ich habe den Handwerker Markt nicht vermisst , da er in den letzten 15 Jahren immer schlechter wurde. Ich finde die neue Gestaltung des Platzes war ein Anfang, aber sie ist noch etwas ausbaufähig.“
Wobei dieser Kommentar auch den Standpunkt der Stadt Wittlich trifft: Rainer Wener, Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung, erklärt, die Verwaltung werde weiter am Kirmeskonzept für den Platz an der Lieser schrauben. „Eine schöne und erfolgreiche Kirmes für alle: Das ist auch unser Ziel. Wir werden die Meinungen der Besucher und Standbetrreiber mit in die Planung einfließen lassen.“

Für andere TV-Leser ist die Stadtverwaltung mit ihrem neuen Konzept für den Platz an der Lieser jedoch bereits auf dem richtigen Weg: „Es ist vielleicht noch etwas verbesserungswürdig. Aber im Großen und Ganzen ist dort ein Ruhepool mit genügend Sitzgelegenheiten für die Kirmesgäste entstanden“, ist sich ein TV-Leser sicher. Auf TV-Anfrage erklärt Wener, die Stadtverwaltung verfolge den Plan, den Handwerkermarkt wieder in die Kirmes zu integrieren. „Wir wollten den Handwerkermarkt ja nicht weg haben.“ Es gelte nur einen anderen Standort zu finden. Wener. „Wir könnten uns vorstellen, die Kunsthandwerker zwischen dem Grillstand in der Neustraße und der Sparkasse zu installieren.“ Dadurch könne ein Übergang vom Marktplatz bis zur Händlerstraße in der Schloßstraße geschaffen werden, sagt Wener. „Das wäre aus unserer Sicht eine schöne Idee, um dort hochwertige Stände unterzubringen.“

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