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Wittlich-Land​: David Backendorf ist neuer Chef der Feuerwehr

„Begeisterung vorleben“ : Neuer Chef von 44 Feuerwehren: Wer der neue Wehrleiter für Wittlich-Land ist und was seine Ziele sind

David Backendorf ist neuer Wehrleiter der Verbandsgemeinde Wittlich-Land. Er übernimmt ab 11. November. Der 35-Jährige arbeitet beim Malteser Hilfsdienst und ist seit 23 Jahren bei der Feuerwehr.

„Weißt du, worauf du dich da eingelassen hast?“ Diese Frage hat David Backendorf seit seiner Wahl zum Wehrleiter am 11. November häufiger gehört und antwortet: „Ich habe schon länger darüber nachgedacht. Durch meine Tätigkeit bei den Maltesern in der Leitstelle und im Rettungsdienst und meiner langen Zeit bei der Feuerwehr, unter anderem als Leiter der Einsatzzentrale für die Verbandsgemeinde, kam ich zu dem Ergebnis, dass es etwas für mich sein könnte.“

Begonnen hat seine Feuerwehrkarriere bei der Jugendfeuerwehr in Plein, wohin er durch seine Familie Kontakte hatte. Zwei Jahre später ist er nach Salmtal gewechselt. „Die Technik, die Autos und das Image der Feuerwehr haben mein Interesse geweckt, und die Begeisterung ist geblieben.“

Die Feuerwehr ist für ihn heute „ein Konstrukt, was herausfordernd wird im Bereich der Ehrenamtlichen“ und meint damit, dass es immer schwerer werden wird, in jedem Ort eine Feuerwehr zu haben, die zu jeder Zeit einsatzfähig ist. „Es braucht dafür Führungskräfte, die eine Begeisterung für die Feuerwehr vorleben.“

Zu seinen Kernaufgaben als Wehrleiter gehört es, die Bürgermeister beim Brandschutz und der technischen Hilfe zu beraten, Ansprechpartner der Ortsfeuerwehren zu sein sowie die Einsatzleitung ab der Alarmstufe Zwei zu übernehmen. „Hier werden mir meine Erfahrung aus dem Rettungsdienst und der Leitstelle helfen, denn dadurch habe ich Einblicke über die Gesamtlagen.“

Die technische Hilfe ist für ihn immer noch ein sehr wichtiger Bereich, wenn beispielsweise eine eingeklemmte Person aus einem Unfallwagen befreit werden kann. „Das ist nicht immer so einfach, denn man muss wissen, wie welche Kräfte wirken, damit man die Person schnell aus dem Wagen bekommt.“ Er ergänzt: „Wobei man sagen muss, dass solche Fälle immer seltener vorkommen, weil die Autos in den vergangenen Jahren immer sicherer geworden sind, die Fahrgastzellen sind inzwischen sehr stabil“, so seine Erfahrung.

Nachsorge, Nachwuchs und bessere Ausrüstung: Dafür will sich David Backendorf einsetzen

Zu den heftigsten Erlebnissen seiner Feuerwehrlaufbahn gehört das Starkregenereignis im vergangenen Jahr. „Das hat gezeigt, das wir in der Verbandsgemeinde wirklich gute Leute haben und ein gutes Team sind“, so sein Fazit. „Es war wichtig, den Überblick zu behalten, wenn 600 Feuerwehrleute unterwegs sind. Wohin als nächstes? Wie wird die Verpflegung gesichert? Woher kommt der Kraftstoff? Das steckt viel Organisation drin.“

Angebote für die Einsatznachsorge zu schaffen, ist für ihn ein wichtiges Thema. „Jeder muss dafür seinen Weg finden, aber die Angebote sollten da sein“, ist seine Meinung. An erster Stelle steht die Nachwuchsarbeit für ihn. „Das ist unbedingt erforderlich, ohne Nachwuchs ist die Arbeit der Feuerwehren nicht zu leisten.“

Für die Zukunft wird es aus seiner Sicht auch eine Anpassung der Ausrüstung notwendig sein. „Starkregen, Unwetter und Vegetationsbrandbekämpfung, darauf sollten wir vorbereitet sein. Wir haben beispielsweise keine Fahrzeuge, die waldwegtauglich sind.“ Was seiner Ansicht nach neben spezieller Ausrüstung fehlt, ist von Landesseite der politische Wille, die Feuerwehr attraktiv für Ehrenamtliche zu halten. „Kurzfristiges Agieren bei veränderten Bedingungen ist kaum möglich und die Feuerwehrschule in Koblenz bräuchte dringend mehr Ausbildungskapazitäten. Das macht es unter anderem für das Ehrenamt schwer.“

Zufrieden ist er, wenn die im Vorfeld ausgearbeiteten Pläne bei einer Gefahrenlage greifen und die Abläufe funktionieren. „Da ist man dann schon ein bisschen stolz“, so der neue Wehrleiter von 44 Feuerwehren, die pro Jahr mehr als 200 Einsätze haben.