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Zu wenig Futter: Gericht weist Klage von ehemaligem Tierhalter ab

Gericht weist Klage von ab : Schutz für Lama, Esel und Pony: Tierhalteverbot für Kläger bleibt bestehen

Verbot bleibt bestehen: Das Verwaltungsgericht hält einen ehemaligen Tierhalter auch weiterhin für unfähig, Tiere zu halten.

Zu wenig Futter und Wasser und dann auch noch ein feuchter Unterstand, der nur selten gereinigt wurde: 2013 hatte die Kreisverwaltung einem Tierhalter aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich ein Lama, zwei Esel und ein Shetlandpony weggenommen (der TV berichtete). Das geschah zum Schutz der Tiere. Denn die Verwaltung hatte bei tierschutzrechtlichen Kontrollen des Tierhalters gleich mehrfach Verstöße gegen Tierhalterpflichten beanstandet. Doch die Verwaltung brachte nicht nur die Tiere vor ihrem ehemaligen Halter in Sicherheit, sondern verhängte auch noch ein Haltungs- und Betreuungsverbot. Seitdem war es dem ehemaligen Lama-Besitzer generell untersagt, Tiere zu halten oder auch nur zu betreuen. Doch das ging dem ehemaligen Tierhalter zu weit. Er klagte vor dem Verwaltungsgericht (der TV berichtete) gegen die Kreisverwaltung, um die gegen ihn verhängten Verbote aufzuheben. Aber daraus wurde nichts.

Mit einem jetzigen Urteil hat das Verwaltungsgericht die Klage abgewiesen. Zur Begründung schreibt das Gericht: „Der Kläger hat keinen Anspruch auf  Wiedergestattung der Tierhaltung, da der Grund für die Annahme weiterer Zuwiderhandlungen nach wie vor besteht.“ Angesichts der vielfach dokumentierten Verstöße und des Verhaltens des Klägers in der mündlichen Verhandlung lägen durchgreifende Anhaltspunkte dafür vor, dass seine über Jahre hinweg gezeigte Einstellung zu seinen Tieren und dem Tierschutz in einer entsprechenden charakterlichen Grundeinstellung wurzele. Denn er habe versucht, seine Verstöße gegen die Tierhalterpflicht zu relativieren, teilweise zu bestreiten sowie  anderen Personen die Schuld daran zu geben.

Das Verwaltungsgericht stufte dazu auch die Lernfähigkeit des Klägers als mangelhaft ein. Denn dass sich seine Einstellung aufgrund eines individuellen Lernprozesses grundsätzlich gewandelt hätte, sei nicht ersichtlich, schreibt das Gericht. „Eine Auseinandersetzung des Klägers mit seinen Fehlern in Bezug auf die Haltung der Tiere ist ebenso wenig erkennbar wie eine diesbezügliche Einsicht.“

Es bestünden demnach weiterhin erhebliche Zweifel daran, dass der ehemalige Esel-Halter künftig ohne Beanstandung Tiere halten köne. Die Verwaltung habe den Antrag des Klägers auf Wiedergestattung der Tierhaltung damit zu Recht abgelehnt.