Akrobatik im neuen Trierer Gerätepark an den Mattheiser Weihern

Kostenpflichtiger Inhalt: Infrastruktur : Akrobatik im neuen Trierer Gerätepark an den Mattheiser Weihern

Fast dreieinhalb Jahre hat es von der Idee eines Bürgers bis zur Umsetzung der Anlage am Mattheiser Weiher in Trier gedauert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – und wird bereits kräftig getestet.

Freitag, 16.45 Uhr in einem Trierer Fitnessstudio: Trotz mehr als 1000 Quadratmeter Trainingsfläche haben sich nicht mehr als 20 Menschen zum Sport motivieren können. Während der sonstigen Stoßzeit herrscht hier gähnende Leere. Bei 37 Grad – nicht verwunderlich.

Ein Spaziergang an den Mattheiser Weihern zeigt, welche Möglichkeiten sportlicher Betätigung bei der Hitze überhaupt noch verbleiben: „Die Badezeit endet in 15 Minuten“, schallt es von den Lautsprechern des Südbads her. Im Freibad hält man es bei den Temperaturen gut aus. Mangels Bewegungsfreiheit kommt der Sport da allerdings zu kurz.

Doch wenige Schritte weiter zeigt sich, welche Alternative Feyen-Weismark seit Neuestem bereit hält: Neben dem Spielplatz, zwischen dem oberen und unteren Weiher, steht seit Anfang Juni ein Gerätepark. Barren, Turnringe und -gerüste sollen zu vielfältigen Sportübungen inspirieren. Inspiration ist gut, aber wie stark wird der Park tatsächlich genutzt?

Fünf Stichproben in einer Woche zwischen 17 und 21:30 Uhr haben bewiesen: Das Feedback ist stark. Mindestens drei, maximal 15 Leute haben gleichzeitig trainiert. Gerne mit dabei ist eine kleine Musikbox, um jegliche Anzeichen von Erschöpfung zu vertreiben. „Wir haben jahrelang darauf gewartet“, erzählt eine Sportlergruppe, die anonym bleiben will. „Jetzt freuen wir uns mega. Der lange Weg hat sich gelohnt.“ Seit der Eröffnung des Parks sind sie jeden Tag nach der Arbeit hier. Dem Initiator der Anlage, Florian Biewer (30) haben sie bei der Auswahl der Geräte geholfen und seitdem mitgefiebert.

Obwohl viele Übungen an den Geräten einiges an Muskelkraft erfordern und die Besucher überwiegend jung, trainiert und männlich sind, gibt es auch Ausnahmen. Anna Höller (18) und Dana Knopp (19) haben sich bei fast 40 Grad in den Park getraut. „Wir machen morgen um 9 Uhr nach dem Joggen ein richtiges Workout und wollen jetzt schon mal planen“, erzählt Dana von ihrem Vorhaben.

Inspirationen für das Training und wichtige Hinweise gibt es auch auf der Facebookseite „Mehrgenerationenpark/Gerätepark für Trier“. Zusätzlich dazu bieten die Gründer aber auch Kurse an. So hat Mitte Juni Physiotherapeut Rudolf Faltenberg gezeigt, wie man die Übungen korrekt und effektiv ausführt. Weitere Veranstaltungen sind bereits in Planung und werden auf der Facebookseite gepostet, die schon jetzt 1539 Nutzer abonniert haben.

Die Idee für den Gerätepark kam Florian Biewer beim Joggen in Heiligkreuz: „Irgendwie hat da etwas gefehlt. Ich habe versucht, auf der Wiese Übungen zu machen, an einem Baum…“ Das erhoffte Erfolgserlebnis blieb aus. „Als ich ähnliche Konzepte in anderen Städten gesehen hatte, dachte ich mir: So schwer kann das doch nicht sein.“

Die Finanzierung, Vorstellung beim Ortsbeirat und Bau haben das ehrenamtliche Vorhaben unerwartet in die Länge gezogen. Am Ende entscheidet jedoch das Ergebnis, nicht der Weg dahin.

Florian Biewer dankt der Firma Elenz für den ehrenamtlichen Bau des Parks und den Unternehmen Schmitt Elektrotechnik und Carl Geisen für die großzügige finanzielle Unterstützung. Finanziert wurde der Park größtenteils über Spenden. Die Gesamtkosten des Projekts lagen bei mehr als 50 000 Euro.

Weitere Fotos, Videos und Neuigkeiten über den Gerätepark finden Sie auf der Facebookseite „Mehrgenerationenpark/Gerätepark für Trier“

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