1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Temporäre Spielstraße am Gneisenaubering in Trier-West ist ein Erfolg

Stadtentwicklung : Bagger, Kettcars und Wassereis – Im Gneisenaubering in Trier-West wird gespielt und gebaut

Ein Spielplatz auf Rädern – so könnte man das BoscoMobil beschreiben, das im Sommer regelmäßig in Trier-West Halt gemacht hat. Die temporäre Spielstraße geht nun in die Winterpause. Für die Kinder tut sich dennoch viel Neues.

Die ersten Kinder warten bereits eine Viertelstunde vor Beginn aufgeregt. Dann fährt Pater Büker das BoscoMobil in der Peter-Schröder-Straße am Gneisenaubering vor – ein umgebauter Linienbus, der allerlei Spielzeug transportiert. Für die Kinder gibt es jetzt kein Halten mehr. Nur wenige Augenblicke später ist der Parkplatz am Ende der Straße gefüllt mit Kindern auf Kettcars oder mit Inlineskates.

Aber warum das ganze Treiben? Es findet die letzte temporäre Spielstraße dieses Jahres statt. Renate Heineck, Quartiersmanagerin in Trier-West, erklärt das Projekt: „Als während des Lockdowns alle Schulen und Kitas geschlossen wurden, wollten wir den Kindern einen Platz zum gemeinsamen Spielen bieten.“ Das Konzept stammt ursprünglich aus Großstädten wie Berlin oder Köln. Heineck setzte es in Trier-West um. Und die Idee macht Schule: Weitere Trierer Stadtteile wie Gartenfeld und Trier-Süd folgten, nachdem dort der Erfolg am Gneisenaubering gesehen wurde.

Das Trierer Projekt verbindet

Das Projekt sei aber nicht nur für die Kinder gedacht. Eltern und Großeltern lassen sich auf den extra dafür aufgestellten Bänken nieder, um zu reden. „Das verbindet die Anwohner und schafft ein soziales Miteinander“, erklärt Heineck. Die ersten Termine seien noch etwas holprig verlaufen, aber mittlerweile sei man ein eingespieltes Team. Das besteht neben der Quartiermanagerin auch aus dem Sozialraumplaner Simeon Friedrich, Pater Büker vom Jugendwerk Don Bosco und Mitgliedern des Ortsbeirats Trier-West/Pallien.

Auch die anfängliche Skepsis mancher Anwohner sei nach und nach der Freude gewichen, erzählt Renate Heineck. Das hat auch der Ortsvorsteher Marc Borkam wahrgenommen: „Manche Eltern haben im Sommer sogar extra Wassereis für die Kinder mitgebracht. Andere haben Muffins oder einen Kuchen gebacken.“ Die Bewohner der umliegenden Häuser parken sogar ihre Autos um, um Platz für die spielenden Kinder zu schaffen.

Dies ist die vorerst letzte temporäre Spielstraße, da es in den Wintermonaten draußen etwas zu ungemütlich wird. Im nächsten Jahr soll es aber mit neuen Terminen weitergehen. Da ist sich Borkam sicher: „Das Projekt ist ein voller Erfolg. Wir werden schauen, wie wir es im nächsten Jahr noch erweitern können.“ 

So entwickelt sich der Gneisenaubering

Neben dem Projekt temporäre Spielstraße passiert noch einiges mehr im Entwicklungsprojekt Gneisenaubering. Das ehemalige Kasernengelände steht unter Denkmalschutz. Erst vor Kurzem wurden ein neuer Wohnblock und das Margareta-Bosco-Haus, eine Unterkunft für junge Obdachlose, fertiggestellt. Der neue Wohnblock an der Ecke Gneisenaustraße/Pater-Loskyll-Weg bietet ein neues Zuhause für die ehemaligen Bewohner des sogenannten „rosa Blocks“.

Das aufwendig umgebaute Mehrfamilienhaus umfasst 28 Wohneinheiten, wovon 20 barrierefrei sind. Zwölf der Wohnungen sind auch rollstuhlgerecht. Aktuell sind bis auf fünf Einheiten bereits alle Wohnungen bezogen.

Was in Trier-West für die Kinder getan wird

Die neue Kindertagesstätte Walburga-Marx-Haus wurde bereits am 19. April bezogen und am 3. Mai mehr oder weniger feierlich eingeweiht. „Wegen der Coronabedingungen war leider keine richtige Einweihung möglich“, sagt Quartiersmanagerin Heineck. Dennoch seien alle sehr zufrieden mit der neuen Kindertagesstätte, und auch der Spielplatz vor dem Gebäude ist mittlerweile fertiggestellt. Für diesen wünschte sich Bernd Kettern, Direktor des Caritasverbandes Trier, zu seinem 60. Geburtstag eine Geldspende von den Kollegen. So kamen über 400 Euro für eine Vogelnestschaukel zusammen.

Aktuell wird am Gneisenaubering im Trierweilerweg gebaut. Der Weg entlang der denkmalgeschützten Kasernenmauer wurde komplett gepflastert. Auf dem nebenan gelegenen Gelände des ehemaligen Bauspielplatzes entsteht ein neuer Parkplatz für die Anwohner. Außerdem sollen noch kleinere Ruhe- und Spielstätten zwischen den Gebäuden errichtet werden.

Als nächstes großes Projekt steht die Umgestaltung des Don-Bosco-Platzes auf der Agenda. Einen Teil des Geländes wird die neue Grundschule-West einnehmen, eine dreizügige Schule mit Ganztagsbetreuung. Dorthin sollen die Grundschulen Reichertsberg und Pallien zusammengeführt werden. Auf der anderen Hälfte des in die Jahre gekommenen Sportplatzes entsteht ein neues Multifunktionsfeld mit Kunststoffbelag. Fußballtore und Basketballkörbe sind ebenso geplant wie vier Meter hohe Ballfangzäune. LED-Leuchten sollen stets für gutes Licht sorgen.

 Das BoscoMobil des Jugendwerks Don Bosco bringt allerlei Spielzeug zur temporären Spielstraße am Gneisenaubering in Trier-West.
Das BoscoMobil des Jugendwerks Don Bosco bringt allerlei Spielzeug zur temporären Spielstraße am Gneisenaubering in Trier-West. Foto: Andreas Conrad

Mit den neuen Kindertagesstätten, der neuen Grundschule und dem Multifunktionsfeld wird viel für die Kinder getan im Gneisenaubering. Und im Frühjahr kehrt auch die temporäre Spielstraße zurück ins Viertel.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bauprojekte am Gneisenaubering