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Gestrichene Buslinien bringen Unmut in Gerolstein

Keine direkter Anschluss mehr ab Dezember : In Müllenborn und Oos wächst der Unmut über die Streichung der Buslinie 411

Es gibt Proteste gegen den Plan die Buslinie 411 ab Dezember einzustellen. Müllenborn und Oos würden ab dann nämlich nicht mehr angefahren.

Bisher fahren die Busse der Linie 411, die Gerolstein und Prüm im zwei-Stunden-Takt verbindet, über Oos und Müllenborn. Ein bisher gerne genutztes Angebot der DB Regio Bus Rhein Mosel GmbH, denn das Mittelzentrum Gerolstein liegt einige Kilometer von den beiden Ortsteilen entfernt. Doch das neue Buskonzept Schneifel, dass ab dem Fahrplanwechsel Ende des Jahres in Kraft tritt, kappt die Verbindung: Es wird ab Dezember zwar eine stündliche Verbindung zwischen Prüm und Gerolstein geben, doch die Busse lassen Oos und Müllenborn dann links liegen und fahren die schnellere Strecke über Lissingen.

„Das ist aus der Sicht der Planer zwar nachvollziehbar, hängt aber hunderte von Einwohnern ab“, sagt Thomas Freuen aus Oos, der sich für den Erhalt einer regelmäßigen Verbindung nach Gerolstein und zurück einsetzt und darüber hinaus vorschlägt, dass die neue, stündliche Verbindung die Ortsteile mit einbezieht. „Eine Verdoppelung des Angebots werden die Fahrgastzahlen steigen - auch bei uns auf dem Land.“

 Selbstverständlich würden weiterhin Schulbusse eingesetzt, dazu sei der Kreis gesetzlich verpflichtet, erklärt Freuen. „Doch das ist eine eindeutige Verschlechterung der jetzigen Situation.“

Erst ab 2023 sollen im Rahmen eines neuen Buskonzeptes Kylltal des Verkehrsverbundes Region Trier (VRT) sogenannte Rufbusse eingesetzt werden, die Müllenborn und Oos auf Bestellung im Zwei-Stunden-Takt anfahren.

Die Gerolsteiner Grünen haben sich des Themas angenommen, auf ihren Vorschlag hin hat der Stadtrat eine Resolution verabschiedet. Darin werden der VRT und der Kreis Vulkaneifel aufgefordert, eine Rufbuslinie zwischen Gerolstein, Müllenborn, Oos und Büdesheim bereits ab dem Jahresende einzurichten.

„Drei Jahre lang sollen die beiden Ortsteile lediglich über den Schulbusverkehr angebunden sein“, heißt es in dem Papier. Dies sei nicht vertretbar. „Alle Anstrengungen zum Klimaschutz, mit dem Ziel mehr Verkehr auf vom Auto den ÖPNV zu verlagern, läuft diese Entscheidung zuwider und ist daher nicht zu vertreten.“ Dies sei auch im Hinblick auf die Bürger, die kein Auto fahren können, nicht hinnehmbar.

„Es gibt in Müllenborn und Oos keine Einkaufsmöglichkeiten, die Menschen müssen für ihre Besorgungen nach Gerolstein“, sagt Dorothea Hafner, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen/Bündnis 90 im Kreistag Vulkaneifel. Ihre Fraktion wolle sich für die Einrichtung der Rufbuslinie ab Dezember einsetzen: „Der Kreistag muss dafür eine Lösung anbieten“, sagt Hafner.

Falls ab Dezember tatsächlich nur noch die Schulbusse verkehrten, hätte das nicht nur für ältere Mitbürger, sondern auch für Kinder und Jugendliche in den Dörfern schlimme Folgen, sagt Kai-Uwe Dahm, Ortsvorsteher von Müllenborn und Stadtradtsmitglied für die UWG Vulkaneifel. „Das Haus der Jugend, das Freibad und die Sportvereine - all das sind Angebote, die das Mittelzentrum Gerolstein bietet und die ohne eine regelmäßige Busverbindung schwerlich zu erreichen sind“, sagt Dahm. „Dadurch könnten unsere Ortschaften für junge Familien unattraktiv werden.“ In der Vergangenheit seien die Ortsbürgermeister bei Fahrplanänderungen stets informiert worden“, erzählt Dahm. „Diesmal nicht. Wahrscheinlich wäre die Angelegenheit gar nicht auf den Tisch gekommen, wenn Thomas Freuen sich nicht so sehr engagieren würde.“

Freuen selbst hofft noch auf eine mögliche Änderung der Pläne: „Das Land hat auf dieser Strecke ein Mitspracherecht, da die sogenannten Hauptlinien wie Gerolstein-Prüm vom land und nicht durch den Kreis finanziert werden.“ Es wäre nicht das erste Mal, dass Einwände seitens der Bürger Fahrplanwechsel bewirkten.

Das sehen auch die Grünen und der Gerolsteiner Stadtrat so: „Wir gehen davon aus, dass die geforderte Interimslösung auch kostenmäßig vertretbar ist“, heißt es in der Resolution. Eine solche Lösung werde bereits auf der Buslinie 505 von Daun bis Meisburg angeboten. „Da es sich um eine kurze Rufbuslinie handelt, werden die Fahrzeuge nur entsprechend dem tatsächlichen Bedarf eingesetzt.“ Zumeist handele es sich um Taxis und Kleinbusse, ergänzt Kai-Uwe Dahm. Praktisch, weil in Müllenborn ab dem Sommer die Durchgangsstraße saniert wird, was auch zu Vollsperrungen der Strecke führt. „Darauf können kleine Busse flexibel reagieren.“