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Rotes Kreuz schlägt Alarm – Die Altkleidercontainer in der Eifel quellen über

Kostenpflichtiger Inhalt: Altkleider vorerst einlagern : Rotes Kreuz schlägt Alarm – Die Altkleidercontainer in der Eifel quellen über

In diesem Frühjahr ist die Menge ausrangierter Kleidung sehr groß. Das Deutsche Rote Kreuz steht nun vor logistischen Problemen und bittet darum, alte Textilien vorerst zu Hause zu lagern.

Der Winter ist nur noch eine Erinnerung, der Frühling zieht ins Land. Die alte Übergangsjacke muss aus modischen Gesichtspunkten gehen, die Hose ist im Bund geschrumpft und dem Lieblingshemd vom vergangenen Jahr hat das viele Waschen nicht gut getan.

Die kollektive Entsorgungswut und Spendenbereitschaft im Frühjahr ist für karitativ ausgerichtete Vereine wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) an sich ein Grund zur Freude, doch in diesem Jahr ist alles anders – man steht dank der Corona-Krise vor einem logistischen Problem.

„Die Container quellen vielerorts über“, sagt Diana Peters, Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbands Vulkaneifel. „Zurzeit ist die Menge der gespendeten Kleidung so groß wie nie.“ Ein Grund dafür sei wohl in den Ausgangsbeschränkungen seit Ende März zu suchen: „Die Leute hatten erzwungenermaßen mehr Zeit, ihre Kleiderschränke auszuräumen.“

Die Corona-Krise habe darüber hinaus auch noch Auswirkungen auf alle Bereiche des organisierten Einsammelns gebrauchter Kleidung: „Der gesamte Markt ist zusammengebrochen“, sagt Peters. Inzwischen nehme im gesamten Bundesgebiet nur noch ein Drittverwerter Ware an und selbst dieses Unternehmen bliebe auf den großen Mengen an Altkleidung zurzeit sitzen, weil ihm so gut wie nichts abgenommen werde.

Die Angst, sich zu infizieren sei groß, befürchtet Peters. „Sämtliche Konkurrenz hat die Sammlungen eingestellt und ihre Container verschlossen. Es bleiben also nur wir als Adressaten“, sagt die DRK-Chefin der Vulkaneifel, auf deren Gebiet insgesamt 75 Altkleiderbehälter verteilt sind. Inzwischen seien alle Lagerkapazitäten erschöpft und auch die Kleiderkammern in Daun und Gerolstein bis unter die Decke gefüllt, berichtet Diana Peters.

Der DRK-Kreisverband Bitburg-Prüm hat mit den gleichen Problemen zu kämpfen, sagt der dortige Geschäftsführer Rainer Hoffmann. „Der Markt ist ausgebremst.“ Im vergangenen Jahr seien rund 530♦000 Kilogramm an Altkleidern problemlos verwertet und verteilt worden, für dieses Jahr gebe es noch keine abschließenden Zahlen. „Doch das Aufkommen zurzeit ist sehr hoch. Da auch die Bolivien-Sammlung coronabedingt ausgefallen ist, landet umso mehr Kleidung in unseren 147 Containern im Kreis Bitburg-Prüm“, sagt Hoffmann.

„All das gilt für den Kreisverband Bernkastel-Wittlich genau so“, sagt der dortige Geschäftsführer Carsten Berg. „Die Lieferketten und die Transportwege insbesondere zu den Märkten im Ausland sind unterbrochen, die Lager voll.“

Das Unternehmen Soex Collecting Germany, das für das DRK Verwertung und Vermarktung der Alttextilien übernimmt, könne sein Sortierwerk zurzeit nicht mit voller Leistung fahren. „Deshalb bitten auch wir, mit dem Ausräumen der Kleiderschränke etwas zu warten.“ Der Kreisverband verfüge über 45 Container. Altkleider, die oft einfach vor den Containern abgestellt werden, seien verlorene Ware. „Die Kleidung wird nass und muss aussortiert werden.“

Zu all den Schwierigkeiten, die die Corona-Krise mit sich bringt, beklagen die DRK-Chefs eine Unsitte, die offenbar immer mehr um sich greift: „Die Leute schmeißen tatsächlich Hausmüll und auch Sperrmüll in die Altkleidercontainer.“ Das sei auch in früheren Zeiten ab und zu vorgekommen, nehme aber seit dem vergangenen Herbst überaus ärgerliche Ausmaße an.

„Verschmutzte Kleidung müssen wir aussortieren und den Müll auf eigene Kosten entsorgen“, sagen Peters und Hoffmann. Das gelte übrigens auch für den Unrat, den manche Zeitgenossen dreist an den Containern abstellten: „Die Standplätze sind für uns kostenfrei, doch wir sind verpflichtet, sie sauber zu halten“, erklärt Rainer Hoffmann.

Die Erlöse aus der Altkleidersammlung verwendet das DRK für karitative und gemeinnützige Zwecke (siehe Info) – „die Kosten für die Entsorgung mindern die Einnahmen.“

Die DRK-Kreisverbände haben einen gemeinsamen Aufruf gestartet und bitten die Bevölkerung, ihre Alttextilspende in den kommenden drei bis vier Monaten trocken, sauber und staubfrei zu Hause aufzubewahren, bis sich die Situation an den Abgabestellen entspannt.

„Wir halten an der Aufrechterhaltung der regelmäßigen Leerung fest, bitten jedoch die Bürger um Mithilfe“, heißt es in der Erklärung.