JTI will in Trier 130 Stellen streichen und Millionen investieren

Kostenpflichtiger Inhalt: Stellenabbau bei JTI : Zigarettenhersteller JTI will in Trier rund 130 Stellen abbauen

Tabakkonzern streicht weltweit 3700 Stellen. An der Mosel sind wohl Verwaltung und Forschung betroffen. Gleichzeitig sind Millionen-Investitionen ins Werk geplant.

Die Krise in der Tabakindustrie führt auch beim Trierer Tabakhersteller Japan Tobacco International (JTI) zum Stellenabbau. Dies erfuhr der TV auf Anfrage. Insgesamt plant der Konzern eine globale Umstrukturierung. Demnach könnten im Werk an der Mosel in den kommenden drei Jahren etwa 130 Stellen abgebaut werden. Nach TV-Informationen ist die eigentliche Produktion davon ausgenommen. In Trier wären damit wohl die Verwaltung und die Forschung von den Umstrukturierungsplänen betroffen. Derzeit befinden sich Geschäftsführung und Betriebsrat in Gesprächen. Auf Anfrage wollte das Unternehmen deshalb „aus Respekt vor den Sozialpartnern“ und den ausstehenden Gesprächen keine Stellungnahme abgeben. Weil die Maßnahme auf drei Jahre ausgelegt sei, würden nun beide Seiten nach sozialveträglichen Lösungen suchen.

Die Entwicklung hat sich vor Wochen angedeutet, als der Konzern weltweite Kürzungen angekündigt hatte. Rund 3700 Mitarbeiter, etwa sechs Prozent der insgesamt 45 000 Mitarbeiter, sollen abgebaut werden, berichten Schweizer Medien. Zudem wolle der internationale Konzern drei Standorte in den kommenden 18 Monaten weiter ausbauen: Manila, St. Petersburg und Warschau.

An der Unternehmenszentrale im schweizerischen Genf gab es am Dienstag erste Proteste gegen den Abbau. Etwa 80 Mitarbeiter hätten gegen die Streichungen demonstriert. Die Genfer Zentrale würde die Streichung besonders hart treffen. Demnach sollen gut 250 der etwa 1100 Stellen in der JTI-Zentrale wegfallen.

Und die weiteren Perspektiven für den Standort Trier? Derzeit investiert das Unternehmen kräftig in das Werk. Nach TV-Informationen soll eine neue Produktionshalle gebaut werden. Man sei mit der Stadt Trier in entsprechenden Planungsgesprächen. Genaue Details zur Investition gibt es im Moment vom Unternehmen nicht. Insider gehen bei dem Bau von einem Volumen von 20 bis 30 Millionen aus. „Die Investition zeigt, dass der Standort Trier auch langfristig ein wichtiger Bestandteil der JTI-Lieferkette bleiben soll“, heißt es von Unternehmensseite.

JTI ist in Trier einer der wichtigsten Arbeitgeber. Das Unternehmen beschäftigt rund 1800 Mitarbeiter.  Die Produkte, unter anderem bekannte Zigarettenmarken wie Camel, Winston, Mevius, Glamour, Benson & Hedges oder American Spirit, werden in 120 Ländern vertrieben.  Rund 50 Milliarden Zigaretten werden jährlich in Trier hergestellt. 95 Prozent der Trierer Produkte gehen in den Export.

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