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Frauen-Handball, Wittlicher Handball Cup, Jennifer Souza

Frauen-Handball : Metz macht’s dank Aufholjagd

Franzosen gewinnen zum zweiten Mal Wittlicher Handball Cup, Finalsieg gegen Bietigheim.

Auf der einen Tribünenseite die Trommler aus Bietigheim, auf der anderen die gelb-gekleideten Fans aus Frankreich mit ihren „Allez Metz“-Rufen – wie auf dem Feld standen sich auch auf den fast ausverkauften Rängen des Finales beim Wittlicher Handball Cup im Eventum die stärksten Lager gegenüber. Und am Ende jubelten die Franzosen – zum zweiten Mal nach 2015 gewann Metz das Turnier und beendete somit den Hattrick-Traum von Bietigheim, das 2016 und 2017 in Wittlich gewonnen hatte. Im Finale gab es nach einer tollen Aufholjagd in Hälfte zwei einen 26:21-(8:11)-Erfolg gegen den deutschen Vizemeister – vor allem dank sieben Finaltoren der deutschen Nationalspielerin Xenia Smits, Schwester von Ex-Mieze Aaricia Smits.

Die Handballfans im Eventum sahen am Wochenende eine Drei-Klassen-Gesellschaft. Ganz oben die beiden Finalisten Metz und Bietigheim, die verlustpunktfrei ins Endspiel eingezogen waren. Dahinter die drei Bundesligisten Buxtehude, Leverkusen und Metzingen, die alle in etwa auf einem Niveau lagen. Und dahinter der chancenlose Schweizer Meister und Pokalsieger Spono Nottwil. „Wir hatten einige Verletzte, deswegen hatten wir keine Chance“, sagte Nottwils Trainer Urs Mühlethaler. Sein Team war zum ersten Mal dabei – insgesamt war der Trainer begeistert: „Ein Super-Turnier, toll organisiert, ganz nette Leute.“

Im „Mitteldrittel“ des Turniers fehlte Metzingen mit der früheren Junior-Mieze Shenia Minevskaya gleich im Auftaktspiel gegen Buxtehude das nötige Glück – durch die 19:20-Niederlage war das Halbfinale in weite Ferne gerückt. Gegen Metz führten die Schwaben 23:20, verloren dann aber mit 27:29 und spielten nur um den fünften Platz. Metz mit vier aktuellen Weltmeisterinnen im Kader spielte mit einer überragenden Defensive – und hatte immer, wenn es darauf ankam, noch genügend Reserven. Wie auch beim 26:21 im Halbfinale gegen Leverkusen.

Apropos Leverkusen: Bei Bayer stand in Jennifer Souza eine gebürtige Wittlicherin im Kader, die bei ihrer Turnierpremiere zu Hause insgesamt sechs Tore erzielte. „Das war super, davon habe ich als Kind geträumt“, sagte die Junioren-Nationalspielerin. Am Ende gewann sie mit Rekord-Teilnehmer Leverkusen das Spiel um Platz drei überraschend deutlich mit 28:22 gegen Buxtehude. Souza nahm zudem die Trophäe des „Publikumslieblings“ mit nach Leverkusen.

In der Bayer-Gruppe hatte Bietigheim souverän den ersten Platz belegt und dann auch im Halbfinale wenig Federlesens mit Buxtehude (28:20) gemacht. Bietigheim lag dank der überragenden Nationaltorfrau Dinah Eckerle (von den Trainern auch zur besten Turniertorhüterin gewählt) 13:8 vorne, ehe Metz die Partie drehte. Die Fans waren begeistert.

„Mit der Zuschauerzahl sind wir angesichts des Sommerwetters sehr zufrieden. An beiden Tagen lag sie über unseren Erwartungen“, sagte Axel Weinand, Vorsitzender der HSG Wittlich.

 Ergebnisse: Vorrunde: Gruppe A: SG BBM Bietigheim - Spono Eagles Nottwil (SUI) 33:21 (19:7), Bayer Leverkusen – Spono Eagles 30:18 (15:10), SG BBM Bietigheim – Bayer Leverkusen 27:20 (16:10) - Gruppe B: Buxtehuder SV – TuS Metzingen 20:19 (8:9), Metz Handball – Buxtehuder 26:19 (12:9), TuS Metzingen – Metz Handball 27:29 (14:12)

Halbfinals: SG BBM Bietigheim – Buxtehuder SV 28:20 (13:7), Handball Metz – Bayer Leverkusen 26:21 (14:11), Spiel um Platz fünf: Spono Eagles Nottwil – TuS Metzingen 21:37 (8:18), Spiel um Platz drei: Buxtehuder SV – Bayer Leverkusen 22:28 (13:16), Finale: SG BBM Bietigheim – Handball Metz 21:26 (11:8).

Beste Spielerin:  Manon Hiuette (Metz)  – Beste Torfrau: Dinah Eckerle (Bietigheim) –  Publikumsliebling: Jennifer Souza (Leverkusen) –  Torschützenkönigin: Manon Houette (19)