Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg: AfD gewinnt deutlich, SPD und CDU verlieren

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In Brandenburg und Sachsen können beide Ministerpräsidenten wohl weiterregieren. Der Trierer Parteienforscher Jun sagt: Viele Ostdeutsche fühlen sich noch immer benachteiligt.

Die AfD ist klarer Gewinner der Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen. In beiden Bundesländern wurde sie zweitstärkste Kraft. Klare Verlierer sind CDU und SPD. Die Sozialdemokraten rutschten in Sachsen sogar unter zehn Prozent. In Brandenburg bleibt die SPD trotz Verlusten stärkste Kraft, in Sachsen die CDU. Eine Koalition mit der AfD wird von SPD und CDU abgelehnt. Die Grünen legten in beiden Ländern leicht zu, die FDP schafft nicht den Einzug in die jeweiligen Landtage.

Der Trierer Parteienforscher Uwe Jun sieht den Erfolg der AfD in der Unzufriedenheit vieler Ostdeutscher. Viele Bürger fühlten sich dort benachteiligt. Die AfD habe die auch 30 Jahre nach dem Fall der Mauer weiter bestehenden Unterschiede zwischen Ost und West thematisiert. Jun glaubt nicht, dass sich durch das Abschneiden der SPD die Krise der Partei weiter verstärken wird.

Die rheinland-pfälzische AfD feierte den Triumph ihrer ostdeutschen Parteifreunde: „Fantastische Zugewinne und eine herbe Klatsche für die Altparteien! Ohne die AfD findet keine Politik mehr statt!“, teilte Landeschef Uwe Junge, Landeschef auf Twitter mit.

Landtagswahl Brandenburg. Foto: dpa-infografik/dpa-infografik GmbH
Landtagswahl Sachsen. Foto: dpa-infografik/dpa-infografik GmbH

Der Grünen-Landesvorsitzende Josef Winkler freute sich über die „historisch jeweils besten Ergebnisse“ seiner Partei in Sachsen und Brandenburg. „Noch nie haben dort so viele Menschen grün gewählt. Eine gute Voraussetzung für etwaige Regierungsbeteiligungen“, so Winkler.

Verhaltene Freude bei der SPD: In den vergangenen zwei Jahren habe es nicht viele Momente gegeben, „sich als SPD-Mitglied hemmungslos zu freuen“, teilte der Landesvorsitzende der Jungsozialisten, Umut Kurt mit. „Heute ist aber so ein Tag“, meinte er mit Blick auf das Abschneiden seiner Partei in Brandenburg.

FDP-Landeschef Volker Wissing sprach von einem „schwierigen Ergebnis“ für seine Partei. Das Abschneiden der AfD nannte er eine „bittere Pille“. Man müsse nun auf die Wähler der Partei zugehen, so Wissing.

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