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69-Jähriger soll Dutzende Anleger um ihr Erspartes gebracht haben.

Um Erspartes gebracht : Prozessauftakt gegen mutmaßlichen Millionenbetrüger aus der Vulkaneifel

Ein 69-jähriger Mann aus der Eifel soll zahlreiche Menschen um ihr Erspartes gebracht haben. Jetzt wird dem mutmaßlichen Betrüger der Prozess gemacht.

Ein mutmaßlicher Millionenbetrüger aus der Vulkaneifel muss sich ab heute vor dem Koblenzer Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 69-jährigen Angeklagten vor, mehrere Dutzend Privatanleger mit windigen Renditeversprechen um ihr Erspartes gebracht zu haben. In knapp fünf Jahren soll der Eifeler von mindestens 38 Personen über 1,6 Millionen Euro anvertraut bekommen haben, heißt es in der 18-seitigen Anklageschrift.

Seinen Kunden soll der mutmaßliche Betrüger gesagt haben, er handele erfolgreich an Börsen und könne für die Einlagen hohe Renditen erzielen. Zudem seien die Verlustrisiken der Anleger abgesichert.

Mit den Geldern seiner Kunden soll der Angeklagte unter anderem seinen aufwendigen Lebensstil finanziert und großzügige Zuwendungen an Familienmitglieder und Freunde gemacht haben, sagte ein Gerichtssprecher unserer Zeitung. Einen Teil des Geldes soll der selbsternannte Börsen-Experte in hoch riskante Spekulationsgeschäfte gesteckt und dabei verloren haben. Mit anderen Beträgen hat der Eifeler laut Anklageschrift die Ansprüche von Altinvestoren zumindest teilweise beglichen, um so das mutmaßlich von ihm initiierte Schneeballsystem am Laufen zu halten.

Nach Angaben von Gerichtssprecher Alexander Kussowski sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft. Für den Prozess am Koblenzer Landgericht sind zunächst fünf Verhandlungstage angesetzt.

Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik beträgt der durch Anlagebetrug in Deutschland jedes Jahr angerichtete Schaden mehrere Hundert Millionen Euro. Der Bankenverband mahnt in diesem Zusammenhang Verbraucher, die Seriosität der Anbieter zu prüfen. Oft blendeten astronomische Renditeversprechen die Anleger und verleiteten sie zu unbedachten Entscheidungen. Sichere Anlagen bringen laut Bankenverband derzeit zwischen null und einem Prozent Zinsen. Für zehnjährige Bundesanleihen gibt es etwa 0,3 Prozent. Ein weiteres Warnsignal: Um potenzielle Anleger zu ködern, schütteten die vermeint­lichen Geldprofis nach einem ersten Kontakt zunächst auch stattliche Gewinne aus. Meist werde dem Kunden gleich­zeitig ein neues Angebot unterbreitet, allerdings unter Einsatz einer erheblich größeren Anlagesumme. Von dem Geld sieht der Anleger dann oft nichts wieder.