Forstamt Prüm und Landesforsten RLP informieren über Waldgesundheit

Kostenpflichtiger Inhalt: Forstwirtschaft : Ausstellung zeigt die Auswirkungen des Klimawandels auf die heimischen Wälder

Das Forstamt Prüm zeigt eine Ausstellung zum Zustand der heimischen Wälder. Das Fazit der Schau stimmt nachdenklich: es bleibt nur wenig Zeit, um den Forst auf die neuen Bedingungen des Klimawandels anzupassen.

Die Forstbetriebe schlagen Alarm, denn die trockenen Jahre 2018/19 zehren an der Substanz der Wälder. „Der Wald ist klimakrank“ nennt sich eine Wanderausstellung des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten – sie ist ab sofort bis Freitag, 13. Dezember, im Foyer der Verbandsgemeindeverwaltung Prüm installiert. Mehr als 20 Großplakate stellen Fakten und Bildaufnahmen zum Zustand der einheimischen Wälder in Zeiten des Klimawandels dar, darüber hinaus zeigt die Ausstellung die eminente Bedeutung des Waldes für die biologische Vielfalt und den Klimaschutz.

„Wir wollen die Besucher darauf hinweisen, dass der Wald nicht nur Holzlieferant ist, sondern in vieler Hinsicht Leistungen erbringt, die für uns alle unverzichtbar sind“, sagt Forstreferendar Simon Schmitz.

Die Bezeichnung als „Grüne Lunge“ sei gerechtfertigt, erläutert Schmitz. „Der Wald bindet im Holz und im Boden das klimaschädliche Gas Kohlenstoffdioxid (CO²). Alleine in Rheinland Pfalz bleiben der Umwelt auf diese Weise 26 Prozent der jährlichen Emissionen erspart.“

Der Schutz vor der Erosion von Böden und die Fähigkeit, Wasser zu filtern und zu speichern seien weitere wichtige Eigenschaften: „Es ist vielen Menschen nicht bewusst, dass 75 Prozent aller deutschen Trinkwasserschutzgebiete im Wald liegen“, sagt Simon Schmitz.  Der Forst bietet Pflanzen- und Tierarten Schutz, die bereits vom Aussterben bedroht sind. „Und er ist nicht zuletzt ein Erholungsgebiet.“

All das, was den Wald für uns Menschen unverzichtbar macht, ist in Gefahr“, sagt der Forstreferendar. „Rund 80 bis 85 Prozent der Bäume in unserer Region sind als Folge der lang anhaltenden Trockenheit erkrankt.“ Der Kampf gegen den Borkenkäfer, der bevorzugt Fichten befällt und absterben lässt, ist kaum zu gewinnen, falls es weiterhin zu trocken bleibt. „Sollte es so kommen, werden wir die Fichte verlieren“, sagt Schmitz. Für private Waldbesitzer wäre das ein harter Schlag, der Markt sei jetzt schon mit Fichtenholz überschwemmt, die Preise im freien Fall. „Es ist nicht nur ein europaweites, sondern ein weltweites Problem.“

Auch Laubbäume wie die widerstandsfähige Buche leiden unter dem Klimawandel: Viele Bäume waren schon im Sommer 2019 ohne Laub, während sie dank ihrer tief reichenden Wurzeln im Jahr zuvor noch an Wasser herangekommen sind“, berichtet Schmitz. Hinzu komme, dass jede Baumart ihren Gegenspieler habe, den die Trockenheit begünstige, sagt der Forstexperte. „Es wird nicht nur beim Borkenkäfer bleiben. Wir müssen weg von den Monokulturen und hin zur Aufforstung von Mischwäldern.“ Ein Vorhaben, dass die Forstämter nicht erst seit gestern umsetzen: „Wir sind seit bereits fast 30 Jahren dabei, doch das ist eine kurze Zeitspanne für langsam wachsende Bäume.“

Es bliebe nur ein knapper Zeitraum, um den Wald an den Klimawandel anzupassen, warnt Schmitz. „Dabei ist die Region in den Jahren 2018/19 noch glimpflich davongekommen. Hin und wieder hat es ja doch geregnet, was wir allein unserer Mittelgebirgslage zu verdanken haben.  Und wir haben zudem den Vorteil von kurzen Wegen zu den Holzhändlern. Dadurch musste kein Holz im Wald liegen gelassen werden.“

Die Ausstellung solle das Bewusstsein dafür schaffen, mit offenen Augen durch den Wald zu gehen“, sagt Simon Schmitz. „Vielleicht sorgt es bei dem einen oder anderem für ein Umdenken in Sachen Klimaschutz, wenn er Waldschäden erkennen kann.“

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