Nach dem Großbrand in Echternach bleiben viele offene Fragen

Kostenpflichtiger Inhalt: Firma muss ausgebrannte Halle wohl abreißen : Nach dem Großbrand in Echternach bleiben viele offene Fragen (Fotos/Video)

Die Sauer scheint sich vom Feuerwehreinsatz in Echternach gut erholt zu haben. Das kann man von der Firma „Euro Composites“ derzeit nicht behaupten.

Die Sauer sieht aus, als wäre nichts geschehen. Klar fließt der Grenzfluss an Echternach vorbei. Tote Fische sind keine zu sehen und auch der Schaumteppich, der am Dienstag auf der Oberfläche trieb, ist verschwunden. Die schlimmsten Befürchtungen der Einsatzkräfte haben sich nach dem Großbrand am Dienstag also nicht bestätigt.

Im Echternacher Gewerbegebiet war es beim Flugzeugteilehersteller „Euro Composites“ zu einem Feuer gekommen (der TV berichtete). Eine Produktionshalle brannte aus. Mehr als 120 Rettungskräfte brauchte es, um die Flammen zu löschen. Und jede Menge Schaum, der anschließend in der Sauer landete.

Großbrand in Echternach

Giftstoffe gelangten dabei allerdings nicht in den Fluss. Das ergab ein Test der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord. Das Ergebnis einer Wasseranalyse der Stadtwerke Trier steht aber nach wie vor aus. Die Untersuchung soll ausschließen, dass Perfluorierte Tenside ins Wasser geraten sind, krebserregende Stoffe, die in Löschmitteln vorkommen können.

Ölsperren, etwa in Minden, haben an den vergangenen Tagen einigen Schaum abgehalten. Am Freitag hat die Feuerwehr diese abgebaut. Es sei, sagt Willi Schlöder, der stellvertretende Feuerwehrinspekteur des Eifelkreises, nicht mehr zu erwarten, dass noch kontaminierte Brühe in die Sauer fließt. Ingesamt scheint sich der Grenzfluss nach der Katastrophe also gut erholt zu haben.

Bei der Firma „Euro Composites“ hingegen wird die Schadenshöhe von Tag zu Tag höher geschätzt. Inzwischen rechnet Horst Willkomm mit einem „zweistelligen Millionenbetrag“. Denn die ausgebrannte Produktionshalle sei nicht mehr zu retten. „Wir werden sie wohl abreißen“, sagt Willkomm.

Eine Weile wird sie noch stehenbleiben müssen. Solange jedenfalls, bis ein Gutachter sich in dem Gebäude umgesehen hat. Denn nach wie vor ist laut Willkomm nicht klar, wie es zu dem Brand kam – und was dabei alles zerstört wurde: „Wir wären selbst froh, wenn wir wüssten, was passiert ist.“ Ein Großteil der Halle bleibt weiterhin wegen Einsturzgefahr gesperrt. Nur etwa fünf Meter dürfen derzeit betreten werden. Derzeit versuche die Firma, den Bau abzustützen. Es laufe zudem eine chemische Untersuchung. Mit neuen Informationen rechnet der Firmensprecher am kommenden Freitag, dem 11. Oktober.

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