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Schaf türmt in Bitburg: Komme, was Wolle

Tier hält Bitburger Polizei auf Trab : Schaf türmt in Bitburg: Komme, was Wolle

Die Polizei Bitburg hat am Wochenende ein entlaufenes Schaf eingefangen. Nachdem die Beamten die flüchtige Dame in der Stadt gestellt hatten, gewährten sie ihr noch eine Weile Asyl auf der Dienststelle.

Alarm, Alarm: Eine Flüchtige ist aus dem Gefängnis entkommen. Die Zielperson hat einen schwarzer Kopf, trägt weiße Wolle und eine gelbe Marke im Ohr. Und sie geht definitiv keiner Herde nach. Das erste Mal sichten Anwohner das ausgebüxte Schaf am Samstag gegen 12.40 Uhr am Rautenberg in Bitburg. In aller Seelenruhe stapft die eigensinnige Dame den Bürgersteig entlang. Und hofft wohl noch, im wahrsten Sinne des Wortes, ungeschoren davonzukommen.

Doch lange kann das Schaf die Freiheit nicht genießen, bevor eine wilde Verfolgungsjagd durch die Stadt beginnt. Die Fahndung läuft bereits, als das ausgebüxte Tier an der Römermauer vorbeikommt. Am Simonbräu folgt dann das erste Treffen von Jäger und Gejagter, als ein Streifenwagen um die Ecke biegt.

So leicht schnappen lässt sich die Flüchtige allerdings nicht. Die Beamten nähern sich der Aue. Doch die zeigt sich, obwohl weiblich, störrisch wie ein Bock. Und türmt. Im Polizeibericht wird es dazu später heißen: Das Tier „entzieht sich dem Gewahrsam der Beamten zunächst durch Flucht in die Fußgängerzone“.

Über den Markt geht es vorbei an Geschäften und Restaurants, die Polizisten weiter auf den behuften Fersen. Bis die Fahnder das Tier schließlich auf einem Parkplatz in der Denkmalstraße stellen und mittels einer provisorisch, selbstgebastelten Leine einfangen können.  

War es der Ruf der Freiheit, dem das Schaf am Samstag gefolgt ist? Oder doch nur die Lust auf einen Stadtbummel? Über das Motiv für die Flucht hat die Lady bei der Polizei keine Aussage gemacht. Zumindest keine, die über ein Blöcken hinausgegangen wäre. Und auch über ihre Personalien schweigt die Ausbrecherin sich bei den Ermittlern aus.

Stunden vergehen bei der Suche nach dem Halter. Solange aber ist für das Tier bestens gesorgt. Denn die Beamten gewähren der Dame erst mal Asyl auf dem Parkplatz der Dienststelle in der Erdorfer Straße. Über den Bekanntenkreis besorgen sie sogar Stroh und Gras für ihr „Dienstschaf“, wie Polizeichef Christian Hamm sagt.

Doch noch am selben Tag soll das undankbare Geschöpf seinen Dienst quittieren, als die Beamten den Hirten ausfindig machen. Gegenüber dem stressigen Polizeialltag erscheint dem Tier das beschauliche Leben auf der Weide womöglich doch verlockender.

Chancen auf ein neues Haustier gibt es für die Polizei Bitburg aber laut Hamm genug. Dass die Beamten ausgebüxtes Vieh einfangen müssen, komme in der Eifel häufiger vor.

Dass ein störrisches Schaf sich mit den Fahndern eine Verfolgunsjagd durch die Stadt liefert, sei aber schon ungewöhnlich.