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Wie die Museen im Eifelkreis auf die aktuelle Lockerung reagieren

Kostenpflichtiger Inhalt: Kultur : Wie die Museen im Eifelkreis auf die aktuelle Lockerung reagieren

Nach der Zwangspause durch Corona können die Einrichtungen wieder aufmachen. Doch das ist gar nicht so einfach.

Die Museumslandschaft im Eifelkreis ist klein und fein. Es gibt private Museen, öffentliche und welche, die öffentlich sind, aber nur durch Ehrenamtliche ihrer Aufgabe nachkommen können. Nach der nun beschlossenen Lockerung können die Einrichtungen  wieder öffnen – unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln.

Das stellt natürlich manche Einrichtung vor besondere Herausforderungen. Aber die Museen im Kreis haben  noch ganz  andere Probleme:

Die Situation beim Heimatmuseum Speicher hat Bürgermeister Manfred Rodens schnell umrissen: „Wir machen auf, wenn es geht, und das heißt, wenn die ehrenamtlichen Helfer das auch auf sich nehmen möchten“, sagt Rodens. Sicher, auch für Kinder wäre der Museumsbesuch eine schöne Abwechslung. Aber das Team bestehe aus acht bis zehn Leuten, die  zu den Risikogruppen gehörten. Und deren Schutz gehe natürlich vor.  „Wir werden alle ehrenamtlichen Mitarbeiter fragen“, sagt auch Sarah Illigen, bei der Verbandsgemeinde Speicher zuständig für Fragen des Tourismus. Mittlerweile ist nur so viel klar, dass am Donnerstag entschieden wird, ob das Heimatmuseum überhaupt öffnen kann.

Das Haus Beda in Bitburg hätte –  unabhängig von der Corona-Krise – ohnehin nur dienstags nachmittags geöffnet. Da die  Nachfrage nach der Fritz-von-Wille-Ausstellung nicht so hoch  sei, werde man jedoch nicht öffnen, sagt der Leiter des Hauses Beda, Manfred Kottmann.

Und er ergänzt: „Wer die Ausstellung sehen möchte, der meldet sich einfach telefonisch an, dann ist ein Besuch möglich“, verspricht Kottmann. Der ist auch für die Bibliothek zuständig, die jeden Tag „normal“ geöffnet sei. Dort sei der Eingang verlegt worden, und es herrsche natürlich auch Maskenpflicht.

Und eine Besonderheit gibt es auch: Bücher in Isolation: „Die  Bücher kommen nach der Rückgabe erst mal 72 Stunden in Quarantäne“, erzählt der Leiter. Alle  seien in Plastik-Folie eingebunden. Laut Experten könne sich das Virus darauf zwei, drei Tage halten.

Ganz andere Überlegungen haben  Brigitte und Theo Lukas. Sie werden ihr  Ofen- und Eisenmuseum in Hüttingen bei Lahr und das Museumscafé im  Mai noch nicht öffnen. Das  haben sie jetzt entschieden. „Wir hatten  dieses Jahr schon so viele Anmeldungen, und dann kam das Virus und die Absagen. Wir sind von 100 auf null gefallen“, sagt Brigitte Lukas im TV-Gespräch.

Das Museum mit seiner schier unendlichen Zahl an Exponaten von Bügeleisen bis Takenplatten interessiert besonders auch ältere Museumsbesucher, die zur sogenannten Risikogruppe gehören. Brigitte Lukas findet, dass ältere Besucher  zwar an sich  sehr vorsichtig seien. Aber sie und ihr 65-jähriger Ehemann müssen aus gesundheitlichen Gründen auch sehr vorsichtig sein. Um die Auflagen einhalten zu können, könnten sie Unterstützung gebrauchen.

Was die Corona-Krise angeht, sagt die 64-Jährige: „Kein Mensch weiß, wohin die Reise geht. Aber im Juni schauen wir weiter.“

Das Museum in  Prüm bleibt im Mai noch geschlossen: „Wir werden im Moment noch nicht öffnen, vielleicht ab Juni“, sagt Erwin Meyers, Fachbereichsleiter Bürgerdienste bei der Verbandsgemeinde Prüm. Die ehrenamtlichen Helfer des Museums zählten zur Risikogruppe. Zudem werde im Juni eine neue Museumskraft hinzukommen, mit der man im Vorfeld noch sprechen müsse.

 Wer das Museum  im Haus Beda besuchen möchte  – hier ein Blick ins Foyer –   der muss sich telefonisch anmelden. Foto: tv/Ulrike Löhnertz
Das Kreismuseum  beherbergt  zurzeit eine Fieber-Ambulanz. Das bleibt auch noch die nächsten beiden Monate so. Foto: TV/Dagmar Dettmer
Matthias Kockelmann hat die  Leitung  des Prümer Museums zum 31. März abgegeben. Der 74-Jährige hilft aber bei Bedarf. Foto: TV/Stefanie Glandien

Ein anderes Problem hinsichtlich der Öffnung gibt es beim Kreismuseum Bitburg-Prüm. Dort ist zurzeit noch eine Fieber-Ambulanz untergebracht. Thomas Konder, Pressesprecher der Kreisverwaltung, teilt auf Anfrage mit: „Das Kreismuseum bleibt aufgrund der vorgehaltenen Fieberambulanz bis auf weiteres geschlossen. Ein Termin für die Öffnung des Museums kann derzeit nicht genannt werden. Wir rechnen nach den Lockerungen wieder mit dem Anstieg der Infektionszahlen, sodass die Fieberambulanz für die nächsten zwei Monate auf jeden Fall noch benötigt wird.“