Lebensmittel : Gelangte verseuchte Wurst auch in Kitas und Heime der Region?

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Seit einer Woche überprüfen Lebensmittelkontrolleure Betriebe und Geschäfte. Produkte des hessischen Herstellers Wilke können mit gefährlichen Keimen belastet sein.

Wurst und Fleischwaren des hessischen Herstellers Wilke wurden auch in die Region geliefert, zum Teil an Großhändler oder an Kantinen und Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas, Schulen oder Altenheime. Das haben Recherchen unserer Zeitung ergeben. Ob unter den Produkten auch welche sind, die mit Listerienkeimen verseucht sind, ist nicht bekannt.

Vorsorglich seien alle Waren der Firma Wilke zurückgerufen worden, sagt Achim Ginkel, Sprecher des Landesuntersuchungsamtes.

In einigen Produkten des Herstellers Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren aus dem hessischen Twistetal waren mehrfach Listerienkeime nachgewiesen worden. Die Waren der Firma werden mit zwei Todesfällen in Südhessen sowie 37 weiteren Krankheitsfällen wegen keimbelasteter Wurst in Verbindung gebracht. Für gesunde Menschen stellen die Keime in der Regel keine Gefahr dar. Bei älteren oder immungeschwächten Menschen kann eine Infektion tödlich enden. Unter anderem in Trier wurden Produkte des hessischen Herstellers auch an ein Altenheim geliefert, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung dem TV. Die Einrichtung sei bereits kontrolliert worden. Auch eine Schule erhielt Waren der betreffenden Firma. Diese werde nach den Herbstferien informiert.

Im Vulkaneifelkreis wurden eine Kita, eine Schule, ein Schullandheim und eine Jugendbegegnungsstätte mit Wilke-Produkten beliefert. Die Leitungen der Einrichtungen seien „ausführlich“ informiert und sensibilisiert und die betroffenen Lebensmittel  unter Kontrolle entsorgt worden, sagt eine Sprecherin der Dauner Kreisverwaltung. Eine Information der Eltern sei allerdings nicht erfolgt, da derzeit Herbstferien seien und man keine Panikmache betreiben wollte.

Auch in Bernkastel-Wittlich, in Trier-Saarburg und im Eifelkreis Bitburg-Prüm wurden Wilke-Produkte an Gemeinschaftseinrichtungen geliefert. Vorsorglich seien Krankenhäuser, Altenheime und Kitas  auf die „Problematik“ hingewiesen worden, sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung Trier-Saarburg. Eine Nachfrage des TV bei den Krankenhäusern in Trier, Bitburg, Hermeskeil, Gerolstein und Wittlich ergab, dass dorthin keine Produkte des hessischen Herstellers geliefert wurden. In Trier-Saarburg wurden dessen Waren an mehr als 100 Betriebe geliefert. In einem fanden sich laut Kreisverwaltung auch nach dem Rückruf noch 15 Kilo Fleischwaren von Wilke, die an den Lieferanten zurückgegangen seien.

Wilke-Produkte wurden auch an Großhändler in der Region geliefert. Dort kaufen zumeist Gastronomen oder Lebensmittelhändler ein. Vereinzelt hätten Gastronomen besagte Ware noch verpackt bei sich im Betrieb liegen, heißt es aus der Bitburger Kreisverwaltung. Die Ware werde von den Lieferanten abgeholt und zum Großhändler zurückgebracht, wo sie entsorgt werde.

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