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Hochwasser: Irreler Wasserfälle wurden von Jahrhundertflut weggerissen

Flutkatastrophe : Irreler Wasserfälle nach dem Juli-Hochwasser: Ein Idyll, das nicht mehr ist

Die Irreler Wasserfälle im Naturpark Südeifel sind weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Doch nach dem Hochwasser von Mitte Juli 2021 ist hier nichts mehr, wie es war. Wo einst Familien Ausflüge machten, herrscht heute Lebensgefahr.

Es blieb buchstäblich kein Stein mehr auf dem anderen. Das gesamte Gebiet ist weiträumig abgesperrt. Und das aus gutem Grund, berichtet Elke Wagner von Felsenland Südeifel Tourismus GmbH, dort zuständig für Marketing und Pressearbeit: „Die Hänge sind unterspült, drohen komplett abzurutschen und die noch vorhandenen Wege mitzureißen. Deswegen warnen wir eindringlich davor, die Absperrungen zu missachten, da die Gefahr auch bereits unmittelbar auf den gesperrten Wegen gegeben ist“.

Die hölzerne Brücke, die sich hoch über die Stromschnellen der Prüm spannte und die Schlucht erlebbar machte, wurde von den Fluten weggerissen. Die Kraft des Wassers hat große Teile der Uferböschungen unterspült und abrutschen lassen. „Da wurden selbst riesige Steinblöcke verschoben, die ihren Platz seit ewigen Zeiten innehatten“, erklärt Wagner.

Die Schäden an den Wasserfällen zu beseitigen soll Jahre dauern

Zwei mehr als 30 Meter lange Fichtenstämme liegen quer über die Prüm, wo bisher die Brücke stand. Die Brückenköpfe kann man nur noch erahnen. Im Flussbett blieben Treibgut, Plastik und Reifen zurück. „Das alles zu beseitigen, bedeutet eine immense Arbeit, eine Aufgabe für viele Jahre“, so Wagner.

„Es ist nicht so, dass die Wasserfälle nicht mehr existieren, aber sie haben sich komplett verändert. Die Prüm ist mit gewaltiger Kraft durch die Talenge gerauscht und hat nicht nur das Flussbett selbst, sondern auch die Hänge verändert und vielfach abrutschen lassen“, so Wagner. Viele Zuwegungen seien nicht mehr da oder könnten nicht mehr genutzt werden, weil sie unterspült und nicht mehr standsicher seien.

Durch die Zerstörung herrscht akute Lebensgefahr

Der gesamte Bereich der Wasserfälle sei gesperrt. Wegen der Hangrutsche und der weggebrochenen Wanderwege bestehe beim Betreten akute Lebensgefahr. Das solle jeder beherzigen und das Gebiet unbedingt meiden. Das Ordnungsamt führe Kontrollen durch und ahnde Verstöße.

Foto: TV/Dominik Ketz

Wie die Wasserfälleursprünglich entstanden sind

Der Blick geht zurück an das Ende der letzten Eiszeit vor etwa 11 000 Jahren, denn die Entstehung der Stromschnellen hängt eng mit der Teufelsschlucht zusammen und mit den gewaltigen Felsstürzen am Rande des Ferschweiler Plateaus. Damals brachen so viele Felsblöcke am Rand der Hochfläche ab, dass sie im 170 Meter tiefer gelegenen Flusstal eine natürliche Staumauer bildeten.

Es entstand ein See, der heute noch an ungewöhnlich mächtigen Auensedimenten, den Ablagerungen von feinsten Erd- und Sandpartikeln, nachweisbar ist. Im Laufe der Zeit hat die Wasserkraft der Prüm diese steinerne Wand durchbrochen und ihren Weg zwischen den mächtigen Felsblöcken hindurchgefunden.

Die Zukunft der Irreler Wasserfälle

Wie sieht die Zukunft der Irreler Wasserfälle aus? Können sie wieder touristisch genutzt werden und wann könnte das der Fall sein? Diese und weitere Fragen stellen sich viele Menschen. Elke Wagner zu den Stimmen in den sozialen Medien: „Nach dem Flutereignis haben wir viele Anfragen aus dem ganzen Bundesgebiet bekommen. Leute, die einmal hier waren, fragten nach, ob und wie sie helfen können, zeigten eine tolle Verbundenheit zu unserer Region.“

 Die Irreler Wasserfälle waren ein Wander- und Erholungsparadies für die gesamte Familie.
Die Irreler Wasserfälle waren ein Wander- und Erholungsparadies für die gesamte Familie. Foto: TV/Dominik Ketz

Selbstverständlich gebe es erste Überlegungen, wie und was hier passieren soll. Dazu hätte es bereits mehrere Gespräche zwischen dem Naturpark Südeifel, der Gemeinde Irrel und den Behörden gegeben. Wo es möglich ist, würden Bäume, Treibgut und Unrat entfernt. „Der Wiederaufbau einer Brücke war schnell im Zentrum der Diskussion. Es könnte eine Hängebrücke werden. Diese Idee wurde diskutiert“, verrät Elke Wagner. Man prüfe, ob diese Variante grundsätzlich möglich sei. Das Gebiet müsse aber wohl teilweise mit neuen Wegen erschlossen werden. All das liege im Interesse aller, werde aber wohl mehrere Jahre Zeit in Anspruch nehmen.