Erster Bauabschnitt an Schulzentrum Konz geht in die Endphase

Kostenpflichtiger Inhalt: Größtes Kreisprojekt : Millionensanierung im Schulzentrum in Konz verzögert sich weiter (Fotos/Video)

43 Millionen Euro kostet die Sanierung des Konzer Schulzentrums. Nach anderthalb Jahren sind neue Toiletten, eine Schüler-Bücherei und eine Cafeteria fertig. An der Saar-Mosel-Halle hakt es aber noch.

Die Saar-Mosel-Halle ist nicht wiederzuerkennen. Wo bis vor anderthalb Jahren noch Basketball oder Volleyball gespielt wurde, gibt es kein Spielfeld mehr. Denn die größte Konzer Sporthalle ist zurzeit  nicht nur von außen eingerüstet. Von innen wurde sie komplett entkernt. Und obwohl die Trier-Saarburger Kreisverwaltung noch im Juni angekündigt hatte, dass die Halle im September fertig werden solle (der TV berichtete), steht das große Gerüst immer noch auf dem ehemaligen Spielfeld. So kommen die Arbeiter an die Deckenkonstruktion.

Arbeiten in Saar-Mosel-Halle Projektsteuerer Ludwig Wagner von der Bauabteilung der Trier-Saarburger Kreisverwaltung klingt trotz der erneuten Verzögerungen zuversichtlich beim Vor-Ort-Termin im Schulzentrum: „Wir sind guter Dinge, das das Gerüst nächsten Monat abgebaut werden kann.“ Dann komme die Wandverkleidung dran. Und schließlich werde der neue Boden  verlegt. Dann müsse noch eine Lüftungsanlage auf dem Nachbargebäude installiert und in Betrieb genommen werden, bevor der wohl komplizierteste Bauabschnitt an dem 43 Millionen Euro teuren Sanierungsprojekt abgeschlossen werden kann. Für den Sportunterricht kann die Halle laut Kreisverwaltung voraussichtlich im Februar, zu Beginn des neuen Schulhalbjahres, genutzt werden. Einschränkungen gibt es dann weiter: Wenn die große Halle fertig ist, kommt die Gymnastikhalle im Untergeschoss an die Reihe. Diese soll bis zu den Sommerferien 2020 fertig werden. Eigentlich war das fürs Frühjahr vorgesehen.

Konzer Schulzentrum: Landrat und Schüler äußern sich zur Sanierung


Zweifel der Schüler Obwohl Wagner sehr überzeugt vom neuen Zeitplan ist, sehen ihn die Mitglieder der Schülervertretung, die beim Vor-Ort-Termin dabei sind, ein wenig ungläubig an. Annabelle Müller fragt nach: „Wird die Halle für unseren Abi-Ball Ende März fertig?“ Wagner verspricht: „Das sollte klappen.“ Trotzdem, so sagen es die Schüler auf Nachfrage des TV, hätten sie die Halle bei der Planung für die große Feier nicht eingeplant. Bisher rechnen sie fest damit, dass sie nach Wasserliesch ausweichen müssen.

Erklärungen Dieses Misstrauen ist durch mehrere Verzögerungen beim ersten Bauabschnitt des Sanierungsprojekts zu erklären. Sie sind unter anderem darauf zurückzuführen, dass unter der Oberfläche giftige Baumaterialien schlummerten, die in keinem der vorhandenen Pläne verzeichnet waren. Landrat Günther Schartz (CDU) kommentiert das folgendermaßen: „Ich war auch überrascht, dass da alte Baustoffe neu ummantelt worden sind.“ So etwas sei in der Sanierungsplanung nicht berechenbar, betont er. „Man sieht nicht in die Gebäudestruktur rein.“

Projektsteuerer Wagner beklagt die Probleme, angesichts voller Auftragsbücher Firmen zu finden. So war dem Kreis auch eine Firma abgesprungen, die eigentlich mit den Fassadenarbeiten beauftragt war. Eine neue europaweite Ausschreibung verzögerte das Millionenprojekt erneut. Die juristische Aufarbeitung dieses Falls läuft noch.  

Erreichte Ziele Beim Presserundgang gibt es auch gute Nachrichten für die weiterführenden Schulen. Die Schüler-Bücherei im Konzer Gymnasium ist frisch saniert und fast komplett mit neuen Möbeln eingerichtet. Es fehlen nur noch ein paar Bücher. Und es gibt sogar neue Technik: zehn zusätzliche Computer für die Schüler. Sie haben auch zwei nagelneue Arbeitsräume im Dachgeschoss, die früher als Lagerräume dienten. Dort können zum Beispiel Oberstufenschüler selbstverantwortlich lernen. In einem der Räume sind sogar Regale mit passender Literatur für die Oberstufenkurse eingerichtet, an denen sich die Schüler bedienen können.

Für die Realschule plus gibt es ebenfalls positive Nachrichten: Die Schülerklos am Pausenhof sind komplett neu. Außerdem ist die Cafeteria fertig, in der es künftig einen Kioskverkauf sowie Mittagessen für ältere Schüler und Lehrer gibt.


Folgen für Gesamtprojekt Die erneuten Verzögerungen führen vermutlich dazu, dass das Gesamtprojekt, die Sanierung der meisten Gebäude im Schulzentrum, frühestens 2025, wenn nicht 2026 fertig wird. Diese zeitliche Verzögerung führt auch zu Mehrkosten. Hatte der Kreis ursprünglich 34,4 Millionen Euro einkalkuliert, geht Projektsteuerer Wagner inzwischen von 43 Millionen Euro Gesamtkosten aus. Die Mehrkosten führt er auch auf die jährliche Steigerung des Baupreisindexes um 11,6 Prozent zurück. Bei der ursprünglichen Entwurfsplanung und der dazugehörigen Kostenkalkulation habe die Verwaltung nur mit den damaligen Baupreisen planen dürfen. Eine Vorausberechnung von Kostensteigerungen sei nicht erlaubt.

Weiteres Vorgehen In die Zukunft blickt Wagner optimistisch: Obwohl die Gebäude des zweiten Bauabschnitts D und E ebenfalls wie die Saar-Mosel-Halle in den 1960er Jahren gebaut wurden, erwartet der Bauexperte dort keine versteckten Baustoffe und Verzögerungen. Er begründet das damit, dass diese Gebäude nur Klassenräume beherbergen und deshalb nicht so komplizierte Gebäudetechnik wie die Sporthalle bräuchten. Laut Kreisverwaltung läuft die Ausführungsplanung und die Ausschreibung für diesen Abschnitt. Lehrer und Schüler des Gymnasiums müssen sich deshalb langsam auf einen großen Umzug einstellen. Die Klassen aus den beiden Gebäuden müssen voraussichtlich nach den Winterferien 2020 in die ehemalige Hauptschule umziehen.

Die Hauptschule steht noch bis 2025 als Ausweichquartier bereit, also auch während der Arbeiten am dritten Bauabschnitt, (Gebäude A und B sowie Mehrzweckhalle des Gymnasiums). Auch für diesen Abschnitt wird bald das Vergabeverfahren eingeleitet.

Während Schulleiter Wolfgang Leyes (links, linkes Bild) Landrat Günther Schartz die fertige neue neue Schüler-Bibliothek im Gymnasium zeigt, sind in der Saar-Mosel-Halle noch Arbeiter mit der Deckenkonstruktion beschäftigt (rechts). Foto: TV/Christian Kremer
Landrat Günther Schartz und Mitarbeiter der Kreisverwaltung haben das Konzer Schulzentrum besucht, um die Fortschritte bei der Sanierung zu begutachten. Foto: TV/Christian Kremer

Erst danach wird die ehemalige Hauptschule abgerissen und durch einen Neubau mit Aula ersetzt. Wagner betont: Damit all das auch im Kostenrahmen von 43 Millionen Euro bleibe, dürfe es nicht zu erneuten Verzögerungen und Funden wie in der Saar-Mosel-Halle kommen.

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