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Jahresvorschau auf 202 Was wichtig wird in Saarburg, Konz und Hermeskeil

Registrierungspflichtiger Inhalt: Vorschau : Neue Jobs, neuer Titel und fehlende Schrauben

Neue Karrieren für den Landrat und zwei weitere Spitzenkräfte der Region, ein unendliches Projekt in Konz und wieder Ungemach in Schoden: So wird 2020. Obacht: Satire!

Zum Jahreswechsel hat sich der TV in den gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen umgehört und einige Neuigkeiten erfahren.

Eine der interessantesten Personalien: Günther Schartz wird für das Großherzogtum Luxemburg tätig. Er soll Honorarkonsul für die Region Trier und damit Nachfolger von Klaus Jensen werden. Der Landrat des Kreises Trier-Saarburg habe sich durch seine jüngsten Initiativen geradezu für eine Aufgabe im Namen des Nachbarlands empfohlen, heißt es. Schartz hatte sich zusammen mit seinem Bitburg-Prümer Amtskollegen dafür eingesetzt, dass Luxemburg Ausgleichszahlungen für entgangene Steuereinnahmen durch Pendler leisten soll. Und nicht nur das. Er hat auch Luxemburgs Konzept des kostenlosen Nahverkehrs kritisiert. Auf Facebook schrieb er: „Ohne sich mit den Nachbarn abzustimmen, setzt man das Konzept um und uns unter Zugzwang.“ Kreise und Gemeinden würden die Zeche für den entstehenden Preisdruck zahlen. Vom anderen Ufer der Mosel soll es von höchster Stelle aus geheißen haben: „Das nenn ich mal eine Freundschaft mit Knalleffekten. Nicht einfach nur nett und diplomatisch nebeneinander herleben. Auch mal auf den Putz hauen, Tacheles reden – das ist Nachbarschaft, wie wir sie uns vorstellen.“

Ganz andere Karrierechancen werden Jürgen Dixius vorhergesagt. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell wurde als Baustellen-Model entdeckt. Kein Wunder, hatte er sich doch eine Zeit lang auf so ziemlich jeder Baustelle seines Herrschaftsgebiets ablichten lassen und immer bella figura gemacht. Künftig soll der Dressman flotte Anzüge vor der Kamera präsentieren, die zu allen Gelegenheiten passen, ob am Schreibtisch, am Baggerlenkrad oder im Lehm mit der Schaufel in der Hand. Mode für zupackende Männer!

Zu einer weiteren Personalie wird es 2020 vermutlich Schlagzeilen geben. Dabei geht es um Max Monzel, den Vorsitzenden des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Trier (ART). Der Zweckverband kämpft um sein Image, nachdem er seine Kunden mit einer neuen Gebührensatzung, die den Müll für einige teurer werden lässt, verschreckt hat. Ihr Augenmerk weg von den Gebühren hin zu einem großen Coup zu lenken, nämlich dem 15-Millionen-Euro-Umzug der alten Saarburger Deponie nach Mertesdorf, hat nicht geklappt. Also hat die ART-Marketing-Abteilung eine neue Idee ersonnen. Der Chef der Müllwerker soll an der Mülltonnen-WM in Hermeskeil teilnehmen. Die Weltmeisterschaft im Restmülltonnen-Abfahrtslauf will der Verein Yes Angels zur 50-Jahr-Feier der Stadt Hermeskeil nach vier Jahren Pause wiederaufleben lassen. Die ART-Hoffnung: „Max Monzel wird Mülltonnen-Meister.“

Völlig unerwartete Nachrichten werden demnächst bei der Stadt Konz eintrudeln. Demnach wird der Fußgängertunnel zwischen Kar­thaus und K 134 voraussichtlich noch eine ziemlich unbestimmte Weile gesperrt bleiben. Der Grund: Es fehlen die Schrauben, um den fehlenden Schachtdeckel zu befestigen. Die Schrauben würden im Ausland gefertigt, und dort gebe es derzeit einen unbefristeten Lieferengpass. Das Bauwerk ist eigentlich fertig und sollte Ende November freigegeben werden. Doch dann fiel auf, dass ein Schachtdeckel fehlt. Er könne nicht befestigt werden, weil die zuständigen Mitarbeiter im Urlaub seien, hieß es bei der Deutschen Bahn. Deshalb wurde die Wiedereröffnung auf 2020 verschoben. Ursprünglich sollten die Arbeiten am Tunnel schon im September 2018 beendet werden. Doch gab die Bahn damals an, man habe wegen einer Vielzahl zusätzlicher Kabel und in den Plänen falsch verorteter Entwässerungsleitungen umplanen und dies neu genehmigen lassen müssen. Insider dementieren, dass es schneller gehen würde, einen neuen Tunnel zu bauen, als die Arbeiten am alten fertigzustellen.

 Landrat, RWE-Aufsichtsrat und bald Honrarkonsul: Günther Schartz.
Landrat, RWE-Aufsichtsrat und bald Honrarkonsul: Günther Schartz. Foto: Medienhaus Trierischer Volksfreund/Friedemann Vetter
 Immer passend gekleidet: Jürgen Dixius kann auch hemdsärmelig.
Immer passend gekleidet: Jürgen Dixius kann auch hemdsärmelig. Foto: TV/Christian Moeris
 Vom Hoffnungsträger der CDU zum Hoffnungsträger des ART: Max Monzel.
Vom Hoffnungsträger der CDU zum Hoffnungsträger des ART: Max Monzel. Foto: Friedemann Vetter

Überraschungen hält 2020 auch für Schoden parat. Denn dort haben sich einige Hausbesitzer, die sich über ihre Nachbarn geärgert haben, ein Beispiel an einer Anwohnerin der sogenannten Multi-Kulti-Freizeitanlage an der Saar genommen. Sie war genervt von Lärm und Verkehr rund um die Anlage und hat die Rechtslage prüfen lassen. Das Ergebnis: Dem dortigen Biergarten, dem Kanuverleih und der Minigolfanlage fehlen die Baugenehmigungen. Die Einrichtungen sind illegal und dürfen in der Form nicht mehr betrieben werden. Die übrigen Überprüfungen, die andere Schodener im restlichen Ort veranlasst haben, ergeben nun ein erschreckendes Bild: Rund ein Drittel der 247 Gebäude sind illegal erbaut worden. Sie müssen entweder abgerissen werden oder der Ortsgemeinderat muss – wie im Fall der Multi-Kulti-Anlage – neue Bebauungspläne erstellen. Dies könnte den Rat für das gesamte Jahr blockieren. Ratsmitglieder und betroffene Hausbesitzer wollen streiken. Die These, dass sich Schoden in einem rechtsfreien Raum befindet, der auch die fünfte Dimension genannt wird, ist unter Physikern umstritten.