Prozess wegen schwerer Brandstiftung in Konz beginnt am Landgericht Trier

Kostenpflichtiger Inhalt: Prozess : Im Suff Haus der Ex angezündet - Mann ab Montag wegen schwerer Brandstiftung vor Gericht

Der Prozess nach einer mutmaßlichen Brandstiftung in Konz beginnt am Montag. Ein 43-Jähriger soll im März in Karthaus ein Feuer gelegt und mehrere Menschen verletzt haben. Das Kuriose: Während der Tat hat er wohl mit einem Polizisten telefoniert.

Am Anfang war der Suff, am Ende gab es mehrere Verletzte und einen hohen Sachschaden. Ein 43-Jähriger muss sich ab Montag, 9 Uhr, wegen schwerer Brandstiftung am Landgericht Trier verantworten. Der Mann soll in der Nacht vom 20. auf den 21. März die Wohnung seiner Freundin im Konzer Wohngebiet Karthaus angezündet haben. Nach den Löscharbeiten war das Mehrfamilienhaus unbewohnbar. Die Ermittler beziffern den Schaden mit 350 000 Euro. Sieben Menschen waren laut damaligen Meldungen verletzt. Zwei mussten wegen Rauchgasvergiftungen stationär im Krankenhaus behandelt werden. Der Mann wurde noch vor Ort festgenommen.

In der Ankündigung für den am Montag beginnenden Prozess wird klar, dass die Lebensgefährtin des Mannes nicht unter den Verletzten war. Denn sie war zum Tatzeitpunkt in der Polizeiinspektion in Trier, um den 43-Jährigen anzuzeigen. Denn vor der Brandstiftung soll der Mann sich mit seiner Ex-Freundin und anderen Zeugen am Hauptbahnhof in Trier gestritten haben. Er war dabei laut den Ermittlern betrunken. Noch nach der Tat in Konz, zu der er trotz seines Rauschs mit dem Auto gefahren sein soll, habe die Polizei einen Blutalkoholwert von 1,17 Promille gemessen.

Während der Mann Richtung Konz unterwegs war, begab sich dessen Ex-Freundin zur Polizei in Trier. Während sie einem Polizisten die Vorfälle am Bahnhof geschildert habe, habe der Angeklagte bei der Frau angerufen und diese bedroht, heißt es in der Prozessankündigung. Ein Polizeibeamter habe das Telefonat übernommen und sich zu erkennen gegeben. Den Angeklagten hat das nicht beeindruckt: Er habe den Polizeibeamten am Telefon übelst beleidigt. Zudem habe er ihm angedroht, dass er ihn „plattmachen“ werde. Er habe gesagt, dass er „eine große Familie habe“ und ihn „kalt machen werde.“

Gebäudebrand in Konz

Schon während dieses Telefonats war der mutmaßliche Brandstifter in der Wohnung in Karthaus. Dort soll er – möglicherweise während er mit dem Polizisten sprach – Brandbeschleuniger verteilt haben. Er wollte laut den Ermittlern die Wohnung der Zeugin zerstören. Der Mann habe das Feuer gelegt und sei aus der Wohnung gegangen. Zuvor hat der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft „mindestens vier in der Wohnung angebrachte Rauchmelder demontiert“. So habe er verhindern wollen, dass die andere Hausbewohner auf den Brand aufmerksam würden und die Ausbreitung des Feuers durch frühzeitige Löscharbeiten verhinderten, sagt die Staatsanwaltschaft. Dabei habe er zumindest billigend in Kauf genommen, dass sich mehrere Menschen im Haus aufgehalten haben und deshalb gefährdet wurden.

Nachdem er das Feuer gelegt hatte, rief der Angeklagte erneut bei seiner Ex-Freundin an. Diesmal habe der Polizeibeamte direkt den Anruf angenommen. Der Mann habe den Beamten erneut mit dem Tod bedroht. „Auf die Frage nach seinem Aufenthaltsort soll der Angeklagte die Anschrift der Zeugin mitgeteilt haben“, erklärt die Staatsanwaltschaft.

So konnte der 43-Jährige noch am gleichen Abend in Karthaus am Haus seiner Ex-Freundin festgenommen werden. In den Hosentaschen des Mannes fanden Ermittler zwei silberne Metallschlagringe. Der Angeklagte, der nicht vorbestraft ist, sitzt seit dem Tag seiner Festnahme in Untersuchungshaft.

Die Verhandlung beginnt am Montag, 26. August, um 9 Uhr. Weitere Termine sind für den 17. und 30. September sowie den 2. und 21. Oktober angesetzt.

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