Vor-Tour der Hoffnung fährt durch Kreis Trier-Saarburg: Sport-Ikonen radeln für kranke Kinder

Kostenpflichtiger Inhalt: Benefizveranstaltung : Benefiztour im Kreis Trier-Saarburg: Sport-Ikonen radeln für kranke Kinder

Bei der Vor-Tour der Hoffnung treten die Teilnehmer mit Unterstützung Prominenter für den guten Zweck in die Pedale. Diesmal rollen sie im August durch den Kreis Trier-Saarburg. Vereine, Schulen und Kitas sind aufgerufen, mitzumachen und schon jetzt Spenden zu sammeln.

Wenn Erwachsene sich aufs Rad schwingen und damit Spenden für krebskranke Kinder sammeln, dann ist die Vor-Tour der Hoffnung unterwegs. Jedes Jahr im Sommer startet die Benefizveranstaltung in einer anderen Region von Rheinland-Pfalz. Vom 11. bis 13. August rollt der Tross durch den Kreis Trier-Saarburg. Die Teilnehmer haben bei 23 Auflagen schon rund vier Millionen Euro zusammengetragen.

Der Anfang Begründer dieser Tradition ist Jürgen Grünwald, heute Vorsitzender des Vereins, der die Vor-Tour der Hoffnung organisiert. 1996 war der damalige Verkehrsdirektor der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler mit dem Rennrad nach Gießen gefahren. Dort startet seit 1983 die Tour der Hoffnung, eine von Deutschlands größten Benefiz-Radtouren. Grünwald übergab damals einen Scheck in Höhe von 4500 D-Mark – der Beginn der Vor-Tour. Deren Teilnehmer radeln seitdem an den drei Tagen vor dem Start der „großen Schwester“ rund 300 Kilometer durch Rheinland-Pfalz, unterstützt von bekannten Persönlichkeiten aus Politik, Sport und Wirtschaft. Die Spendensumme stieg seither stetig, 2018 waren es 612 000 Euro. Da rollten die Benefizradler durch die Eifel rund um Biersdorf bei Bitburg.

Die Teilnehmer Johannes „Johnny“ Klein aus Morbach (Kreis Bernkastel-Wittlich) ist Mitorganisator und einer der „Kümmerer“, die an der Seite der Prominenten fahren. „Diesmal fahren 150 Teilnehmer mit, davon 40 Promis“, kündigt er an. Mit dabei sind viele Stammgäste wie etwa Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Ebenfalls teilnehmen werden Sportlegenden wie der ehemalige Eiskunstläufer Norbert Schramm und Ex-Kunstturner Eberhard Gienger, der frühere Fifa-Schiedsrichter Edgar Steinborn, Olympiasieger, Welt- oder Europameister wie Nicole Faust (Rudern), Klaus-Peter Thaler (Radsport), Guido Kratschmer (Zehnkampf) und Tour-Schirmherrin Petra Behle (Biathlon). „Wir sind wie eine große Familie“, sagt Klein. Alle Teilnehmer verbinde die Freude daran, etwas Gutes zu tun. „Ich bin dankbar, dass ich zwei gesunde Töchter habe“, sagt Klein. Unter den Fahrern seien aber auch einige, die Kinder an die Krankheit Krebs verloren hätten.

Die Strecken Die Radler beziehen ihr Quartier in Trier, das Start und Ziel jeder Etappe ist. Von dort geht es an drei aufeinanderfolgenden Tagen in den Hochwald, an die Saar und an die Mosel (siehe Grafik). Der Prolog am Sonntag, 10. August, ab 10.30 Uhr führt über 75 Kilometer ins Konzer Tälchen und dann an die Obermosel. Die Fahrer halten in Konz-Oberemmel, Wiltingen, Grevenmacher und Langsur. „Zurück in Trier erhalten wir im Dom den Reisesegen vom Bischof“, sagt Johnny Klein, der die Strecke für die folgende erste Etappe selbst ausgetüftelt hat. Am Montag, 12. August, geht es ab 8.45 Uhr 100 Kilometer durch Konz nach Kell am See, Hermeskeil, Osburg, Waldrach und zurück nach Trier. Etappe Nummer zwei führt am Dienstag, 13. August, ab 8 Uhr an der Mosel entlang durch Nittel, Wincheringen und das luxemburgische Remich bis nach Apach an der französischen Grenze und über Perl, Schengen und Saarburg nach Trier.

Drei Tage lang fahren die Benefizradler der Vor-Tour der Hoffnung im August durch den Kreis Trier-Saarburg. Die Haltepunkte für den Prolog und die zwei Etappen stehen bereits fest. Foto: TV/Scheidweiler, Jonas

Das Programm Laut Klein halten die Fahrer in jedem der genannten Orte (außer in Remich und Apach, wo es kurze Fotostopps gibt) für etwa 50 Minuten. Dort soll es jeweils ein Begleitprogramm geben und – so die Hoffnung der Veranstalter – Beiträge der örtlichen Vereine, Kitas oder Schulen inklusive Übergaben von Spendenschecks. „In Waldrach ist am 12. August Kirmes, da werden wir sicher etwas länger bleiben“, sagt Klein. Fest eingeplant seien zudem zwei Fallschirmsprünge von Ex-Turner Eberhard Gienger. „Wo das sein wird, legen wir noch fest.“

Das Programm im Detail stehe vier bis fünf Wochen vor dem Start fest. Für Stimmung sei in jedem Fall gesorgt: Heike Boomgarden, als Gartenexpertin aus Radio und Fernsehen bekannt, und der langjährige Stadionsprecher von Mainz 05, Klaus Hafner, sind mit einem Team 30 Minuten vor dem Feld an den Haltepunkten, „um den Leuten einzuheizen“.

Die Vorbereitungen Obwohl der August noch weit weg ist, läuft die Öffentlichkeitsarbeit bereits. Informationsabende gab es in Kell am See und Konz, weitere folgen demnächst (siehe Info). Ziel ist es, frühzeitig Unterstützer zu finden, die Spenden sammeln. Die Möglichkeiten dafür seien vielfältig. „Das geht von Schülern, die Autos waschen, über runde Geburtstage, bei denen man um Spenden bittet, bis zur Frauengemeinschaft, die selbst gestrickte Strümpfe verkauft“, sagt Klein, der im Juli etwa beim Hermeskeiler Stadtfest um Unterstützung werben will. Die Kümmerer leisteten stets gute Vorarbeit, indem sie schon vor der Tour größere Spendenaktionen organisierten.

In Kell am See sind laut Walburga Meyer von der Touristinformation (TI) schon 400 Euro auf einem Spendenkonto für die Vor-Tour gelandet. Die TI hält Spendendosen für Interessierte bereit. „Wir setzen unsere Hoffnung auf die Fastnacht, werden aber auch beim Narzissenfest in Schillingen und beim Seefest in Kell sammeln.“

In Konz gebe es schon konkrete Ideen für Spendenaktionen, teilt VG-Pressesprecher Michael Naunheim mit. An der Grundschule in Konz-Oberemmel werde über einen Spendenlauf nachgedacht. In Wiltingen und Konz seien Infostände während des Erlebnistags Saar-Pedal am 19. Mai im Gespräch. Am Begleitprogramm in den Etappenorten werde noch gefeilt. In Oberemmel werde aber der Festplatz des Weinfests den Rahmen bilden. In Konz sei geplant, die Bühne des Heimat- und Weinfests bis zum Tour-Termin stehen zu lassen. Ein erster Spendenscheck über 500 Euro wurde schon beim Infoabend an Vereinschef Jürgen Grünwald überreicht – von Radrennfahrer Peter Schermann aus Wittlich, der 2016 Deutscher Meister der Amateure war.

Die Spenden gehen laut Johnny Klein an Institutionen vor Ort wie etwa das Nachsorgezentrum Villa Kunterbunt in Trier: „Wir radeln in der Region für die Region. Jeder gespendete Cent kommt an.“ Sponsoren finanzierte die Aufenthalte, Verpflegung und die Trikots der Fahrer. Eine Spenden-Rekordsumme wie 2018 in der Eifel sei zwar schön, sagt der Morbacher. „Das Wichtigste ist aber, dass wir die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren.“

Mehr von Volksfreund