Rock/Pop: Das steht 2020 in der Region Trier an

Kostenpflichtiger Inhalt: Konzerte : Hauch von Queen, Beatles und Deep Purple: Das bietet das Rock-Pop-Jahr 2020 in der Region

Vor 50 Jahren: Die Beatles lösen sich auf, Queen wird gegründet, Deep Purple schafft mit „Deep Purple in Rock“ den Durchbruch. Die Musik von diesen Künstlern wird auch 2020 live in der Region eine Rolle spielen.

Es gibt Songs, die haben etwas Tröstliches – und bewahren sich den Zauber auch über die Jahrzehnte. „Let it Be“ ist ein Beispiel dafür. Vor 50 Jahren, am 4. Januar 1970, nahm George Harrison die letzte Gitarrenspur für den Song auf. Die Beatles waren damals praktisch schon Vergangenheit, auch wenn das offizielle Ende der Fab Four erst Wochen später bekanntgegeben wurde. „Let it Be“: Das sind die weisen Worte, die Songschreiber Paul McCartney in einem Traum von seiner früh verstorbenen Mutter Mary hört. Lass es geschehen, es wird alles gut.

Tröstlich auch, dass ein halbes Jahrhundert später Paul McCartney immer noch fit ist, auf Europa-Tour 2020 geht und dort auch viele Beatles-Klassiker spielen dürfte. Das belgische Werchter ist dabei am schnellsten von der Region aus zu erreichen (21. Juni). Das Beatles-Musical „All you need is love“ gastiert zudem am 25. Januar in der Europahalle Trier.

Pink-Floyd-Gründungsmitglied Nick Mason kommt mit „Saucerful of Secrets“ und seiner Show, die sich auf die frühen Floyd-Jahre konzentriert, in die Region (19. Mai, Atelier Luxemburg). Auch Deep Purple ist ein halbes Jahrhundert nach dem Durchbruch noch live zu erleben (10. Oktober, Rockhal Esch).

Aber auch die Musik von legendären Bands und Künstlern, die nicht mehr selbst auftreten können oder wollen, wird weiterhin die großen Hallen füllen – wenn sie gut umgesetzt wird. So touren inzwischen unzählige Queen-Hommagen, aus der Region gab’s mit „Innuendo“ in den 90ern sogar eine der ersten wirklich guten Tributebands. Die größte Schwierigkeit ist dabei, Sänger Freddie Mercury angemessen in Szene zu setzen – den Charismatiker mit der unverwechselbaren Stimme. Schon deshalb darf man gespannt sein auf den Auftritt des kanadischen Sängers Marc Martel, der mit „One Vision of Queen“ am 14. Februar zum ersten Mal in der Arena Trier auftreten wird. Martel kommt dem späten Freddie Mercury – er starb 1991 – stimmlich so nah wie kaum ein anderer. Beim letztjährigen Kinoerfolg „Bohemian Rhapsody“, mit vier Oscars prämiert, sang der Kanadier einige Queen-Stücke neu ein. Martels Youtube-Videos wurden insgesamt über 200 Millionen Mal angeschaut. Warum Queen auch heute noch so gut funktioniert – und zwar nicht nur bei Menschen, die Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon schon in den 70ern liebten? Das dürfte an der gewaltigen stilistischen Vielfalt der Band liegen, die Rockhymnen schreiben konnten, bombastische Mini-Opern, aber auch echte Popsongs. Die britische Tributeband The Bohemians will den Mythos am heutigen Samstag in der Show „A Night of Queen“ in Daun auf die Bühne bringen.

Live setzt sich ein Trend der vergangenen Jahre fort: Erfolgreich unterwegs sind einige Musical- oder Showproduktionen mit Hits von Rock- und Popstars der Vergangenheit, verpackt in eine mehr oder weniger stimmige Rahmenhandlung. „Beat It!“ rückt Michael Jackson in den Fokus (26. März, Arena Trier). Das gelang im vergangenen Jahr beim ersten Besuch in Trier durchaus gut. Eine allzu kritische Betrachtung des Lebens von Michael Jackson muss man allerdings nicht erwarten. Um Tina Turners Leben geht’s in „Simply the Best“ (23. April, Arena) – die 80-Jährige hatte 2009 ihre Bühnenkarriere beendet. Die Musical-Welle hält Überraschungen bereit: So hat auch das musikalische Oeuvre von Franz Hubert Wolfgang Remling, besser bekannt als Wolle Petry, eine Musical-Heimat gefunden („Das ist Wahnsinn!“, Arena Trier, 24. April).

Und weitere große Namen zieht es 2020 in die Region: Bei Rock am Ring (5. - 7. Juni) kommen als Headliner System of a Down, Green Day und Volbeat an den Nürburgring. Mit Korn, Broilers, Billy Talent, Deftones, The Offspring und vielen anderen ergibt das ein ziemlich rocklastiges Programm. Im Amphitheater spielen in diesem Jahr Fury in the Slaughterhouse gleich zwei Mal (17./18. Juli), später The Boss Hoss (23. Juli) und The Gipsy Kings (26. Juli). Bei Porta3 ist bisher erst ein Künstler angekündigt (Dendemann, 18. Juni).

Ein paar originale Klassiker der letzten Jahrzehnte kommen in diesem Jahr: Eine Gitarren-Legende spielt im Mergener Hof Trier – der frühere Scorpions-Songwriter Uli Jon Roth (11. März). Dort feiern auch die Deutsch-Punk-Vorreiter Slime ihr 40-jähriges Bestehen (3. April). Eine spektakuläre Show darf man von Deichkind in der Arena erwarten (26. Februar). Der Auftritt von Yes (20. Mai, Rockhal) dürfte die Progrock-Fans freuen. Nicht nur Freunde von Blur werden sich den Termin von Damon Albarn in der Philharmonie notieren (29. Mai). Seeed kommt zum Open Air (10. Juli, Luxexpo). Und reichlich Prominenz bringen die Hollywood Vampires auf die Bühne (8. September, Rockhal) – dahinter verbergen sich Alice Cooper, Schauspieler Johnny Depp und Joe Perry.

Freddie Mercury starb 1991 im Alter von 45 Jahren an AIDS. Foto (1985): dpa. Foto: picture alliance / dpa/epa PA

Letzterer ist Gründungsmitglied von Aerosmith – auch die US-Hardrocker feiern in diesem Jahr 50-jähriges Bestehen.