Bistumsreform: Wittlich hat die Strukturen schon, die gefordert sind

Kostenpflichtiger Inhalt: Januar 2019 : Bistumsreform: Wittlicher haben es leichter

Pfarreien an der Lieser formieren die erste XXL-Pfarrei im Bistum. Aber auch in Bernkastel geht es weiter.

Von insgesamt 35 geplanten XXL-Pfarreien, die zum 1. Januar vom Bistum Trier geplant waren, werden vorerst nur 13 verwirklicht (der TV berichtete am 11. Januar).

Die Strukturreform war wegen des Bevölkerungswandels und der Einrichtung effektiverer und schlankerer Verwaltungen nötig geworden. Die 887 Pfarreien im Bistum Trier sollten deshalb in XXL-Pfarreien zusammengefasst werden. Das war das Ergebnis der Trierer Diözesansynode, die das Thema 2013 anging.

Die einzige Pfarrei innerhalb der Region, die bereits ab Januar als XXL-Pfarrei gilt, ist Wittlich. Im Bistum Trier, das von Bad Neuenahr bis nach Saarbrücken reicht, sollen insgesamt 35 neue Großpfarreien durch Zusammenlegung kleinerer Pfarreien geschaffen werden.

Dass ausgerechnet in Wittlich die erste XXL-Pfarrei entsteht, liegt daran, dass hier die Dekanatsgrenze und die Grenze der geplanten XXL-Pfarrei übereinstimmen. Dechant Johannes Jaax sagt auf TV-Nachfrage: „In Wittlich sind wir deswegen schon so weit, weil die Grenzen der neuen Pfarrei mit der des Dekanats übereinstimmen. Die geforderte Struktur war schon vorhanden, deshalb haben wir es leichter. Der seelsorgerische Bereich bleibt derselbe, so dass wir so weiterarbeiten können. Das Thema wird von manchen viel zu hoch gehängt. Es ist schließlich nur eine Strukturreform.“ Einen Rückschlag des Bistums sieht Jaax nicht.

Die Situation im Dekanat Bernkastel ist jedoch anders. Dort war ursprünglich geplant, die Orte Thalfang, Berglicht, Heidenburg, Büdlich, Schönberg und Malborn an eine XXL-Pfarrei in Hermeskeil abzugeben. Bernkastel hat nun bis 2022 noch zwei weitere Jahre Zeit, seine Strukturen neu aufzustellen. Dechant Markus Weilhammer aus Monzelfeld sagt dazu: „Dass dieser Prozess jetzt in Stufen vorgenommen wird, hätte ich auch schon vorher sagen können. Meines Erachtens ist das nicht schlimm zu sagen, dass man es sich ursprünglich anders vorgestellt hat. Insgesamt ist ein Mammutprojekt, denn die Strukturreform ist Teil der gesamten Synoden-Reform.“ Für Weilhammer steht fest, dass die Kirche langfristig und umfassend neu aufgestellt werden muss, um sich den veränderten Bedingungen anzupassen. „Diese Perspektive kommt in der Diskussion oft zu kurz. Es ist ein großer Entwurf, der gut und sehr weit gedacht ist.“ Dass Wittlich nun die erste XXL-Pfarrei wird, liege letztlich an den bereits vorhandenen Strukturen. Weilhammer: „Die Pfarreien haben sich sehr unterschiedlich auf den Weg gemacht. Die zwei Jahre Aufschub sind für uns in Bernkastel nun kein Freifahrtschein, untätig zu bleiben und so zu tun, als könnten wir weitermachen wie bisher. Im Gegenteil - wir werden die Diskussion nun weiterführen.“

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