Keine Verkehrsprobleme durch Hochmoselbrücke? - Nadelöhr im Hunsrück lässt auf sich warten

Kostenpflichtiger Inhalt: Leserreaktionen : Keine Verkehrsprobleme durch Hochmoselbrücke? - Nadelöhr im Hunsrück fehlt noch Verkehr

Die Hochmoselbrücke ist offen, die drei Behelfsampeln auf der B 50 sind in Betrieb. Aber was ist mit dem prognostizierten Verkehrsproblemen im Hunsrück?

Seit drei Wochen ist der Hochmoselübergang inklusive Brücke offen. Auf dem Streckenabsschnitt zwischen Platten und Longkamp hat der Verkehr bislang noch nicht erheblich zugenommen (der TV berichtete). Aber wie sieht das im Hunsrück hinter Longkamp (von der Hochmoselbrücke aus) aus, da wo der Verkehr nicht mehr auf vier, sondern auf zwei Spuren rollt? Und vor allem zwischen Hochscheid und Büchenbeuren, wo im Zuge der neuen Verkehrsverbindung drei Bedarfsampeln auf der Bundesstraße innerhalb von fünf Kilometern gebaut wurden, damit trotz des prognostizierten zunehmenden Verkehrsaufkommens Autofahrer aus den anliegenden Dörfern besser auf die Hunsrückhöhenstraße auf- beziehungsweise von der Verkehrsader abbiegen können (siehe Grafik unten)?

Die allermeisten Leser sehen die Verkehrssituation im Hunsrück gelassen. Matthias Alberts aus Morbach sieht keine Probleme: „Ich fahre die Strecke Morbach-Frankfurt. Der Verkehr hat kaum zugenommen, die Ampeln sind zwar lästig, aber ziemlich kurz geschaltet.“

Ähnliches meldet Sascho Stieffenhofer, der jeden Tag von Morbach-Hoxel nach Hochscheid und wieder zurück unterwegs ist. „An den Ampeln läuft alles problemlos.“ Nur beim Kreisel bei Hinzerath stocke es des Öfteren. Doch das war auch in der Vergangenheit so. Vereinzelt haben Leser auch andere Erfahrungen gemacht.

Zum Beispiel Alisha Mettler, die regelmäßig von Kirchberg nach Morbach fährt: „Am Wochenende bei großem Verkehrsaufkommen ist die Strecke aber die reinste Katastrophe, da man für jedes abbiegende Auto anhalten muss.“ Jeniffer von Ameln merkt Folgendes zur Verkehrssicherheit an: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass, wenn man auf die B 327 fahren will und grün an der Ampel hat, man tierisch aufpassen muss. Denn die LKW missachten sehr oft die roten Ampeln auf der B 327. Wenn man dann einfach bei Grün fahren würde, hätte man keine Chance im PKW. Zudem fahren die LKW mit stark überhöhter Geschwindigkeit über die roten Ampeln und gefährden so Menschenleben. “

Das sagt der Landesbetrieb Mobilität: Auch der LBM in Koblenz hat keine größeren Beeinträchtigungen bemerkt. „Bisher läuft der Verkehr gut; es gibt keine Auffälligkeiten“, sagt Birgit Küppers von der Pressestelle der Straßenverkehrsbehörde. Wie viele Fahrzeuge derzeit auf dieser Strecke unterwegs sind, kann man bei der Behörde derzeit nicht sagen. Küppers: „Wir gehen derzeit davon aus, dass die Verkehrszahlen in den nächsten Jahren ansteigen werden. Dies wird auch davon abhängig sein, wie schnell die Verbindung in den einschlägigen Navigationssystemen und Kartenwerken eingepflegt wird.“ Nach einer „angemessenen Einschwingphase“ sollen voraussichtlich ab dem zweiten Quartal 2020 die Verkehrsmengen regelmäßig erhoben werden. Prognostiziert werden 20 000 Fahrzeuge am Tag für das Jahr 2025. Die Ampeln seien verkehrsabhängig geschaltet. Im ungünstigsten Fall betrage die maximale Umlaufzeit 90 Sekunden. Die Verkehrserfassung erfolgt über Kontaktschleifen und über Videokameras.

Das sagt der Ortsbürgermeister von Hochscheid: Auch in Hochscheid hat sich die Situation offenbar nicht zugespitzt. Dort ist eine der Behelfsampeln installiert. Und in dem 270-Einwohner-Ort sind ein Autohaus, eine Spedition und das Sägewerk Karl Decker GmbH angesiedelt. Allein am Sägewerk gibt es rund 500 Fahrzeugbewegungen am Tag, die Hälfte von ihnen sind Lastwagen. Geschäftsführer Axel Salzsäuler war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Doch auch Erhard Wolf, Ortsbürgermeister von Hochscheid, hat seit der Eröffnung des Hochmoselübergangs keine Staus an der Stelle bemerkt. Er spricht von einer „funktionierenden guten Lösung“. Allerdings sieht er zwei Knackpunkte. Zum einen sei die Ampelphase für Autofahrer aus Koblenz, die nach Hochscheid abbiegen, sehr kurz. Bis so ein schwerer Holzlaster angefahren sei, springe die Ampel schon wieder auf Gelb. Eine etwas längere Grünphase sei aus seiner Sicht wünschenswert. Zum anderen habe ein Radfahrer, der aus Richtung Kleinich geradeaus über die B 50 nach Hochscheid fahren wollte, lange warten müssen. Er sei offenbart von der Kontaktschleife nicht erfasst worden. Ähnliches habe ein Mofafahrer erlebt.

Also im Großen und Ganzen alles ok? Das klingt auch beim Ortsbürgermeister so. Wolf appelliert dennoch an alle zuständigen Stellen, die mit dem geplanten vierspurigen Ausbau bis Büchenbeuren zu tun haben: „Auch wenn es derzeit funktioniert. Sie sollten Gas geben.“