Mosellandhalle auf dem Kueser Plateau soll durch einen Neubau ersetzt werden

Kostenpflichtiger Inhalt: Infrastruktur : Mosellandhalle: Abriss und Neubau geplant

Auf dem Kueser Plateau soll nach Willen der Stadt Bernkastel-Kues ein moderner Raum für Veranstaltungen entstehen.

Es ist gar nicht so leicht die Mosellandhalle zu entdecken, wenn man nicht weiß, wo sie steht. Bäume und Hecken versperren die Sicht vom Parkplatz auf dem Kueser Plateau. Es sieht fast so aus, als wolle sie ihr nicht mehr so attraktives Aussehen verbergen. Die Frage ist auch: War sie jemals attraktiv? Hermann Lewen, viele Jahre Leiter der Mosel Festwochen und des Mosel Musikfestivals und auch für die städtische Kultur verantwortlich, hat dort unzählige Veranstaltungen organisiert und dabei immer wieder betont: „Die Mosellandhalle ist nie richtig fertig geworden.“

Das soll sich ändern. Die 35 Jahre alte Halle soll, so der Wunsch von Stadtbürgermeister Wolfgang Port und den fünf Fraktionen im Stadtrat, abgerissen werden. Es soll ein Neubau entstehen, der modernsten Ansprüchen für kulturelle Veranstaltungen, Tagungen und Feiern genügt und weitaus mehr Gäste (650 statt 400) aufnehmen kann als bisher.

Es gibt allerdings eine knallharte Vorbedingung der Kommunalpolitiker. Die bisher nur geschätzten Kosten von 7,6 Millionen Euro seien nur zu schultern, wenn es Zuschüsse von mindestens 60 Prozent gebe. Architekt Peter Berdi hat auch zwei Alternativen in petto: eine Sanierung der Halle für circa 2,8 Millionen sowie eine Sanierung und Erweiterung für geschätzte 6,1 Millionen Euro.

An der Höhe der reinen Sanierungskosten ist zu erkennen, dass viel im Argen liegt. Die Feuchtigkeit hält über die Flach- und Steildächer immer mehr Einzug. Alles was mit Lüftung, Dämmung und Brandschutz zu tun hat, genügt nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Es muss auf jeden Fall etwas passieren, damit die städtische Halle, die das Hotel Moselpark, größter Beherbergungsbetrieb an der Mittelmosel, gepachtet hat, weiter genutzt werden kann.

Stadtbürgermeister Port drückt es so aus: „Wir brauchen eine repräsentative Halle in einem Ort, der touristisch so wichtig ist.“ Wenn es um Förderung eines solchen Projekts gehe, müsse die zweitgrößte Stadt des Kreises Bernkastel-Wittlich auch mal auf Platz eins der Prioritätenliste stehen, fordert er. Wenn sich alle Pläne, die derzeit erstellt werden, realisieren lassen, wird auf dem vorderen Bereich des Kueser Plateaus, links von der Durchgangsstraße, fast kein Stein mehr auf dem anderen bleiben. Das ebenfalls in die Jahre gekommene Hotel Moselpark mit seinen mehr als 150 Zimmern soll saniert und modernisiert werden. Im Raum steht ein Investitionsvolumen von zehn bis 15 Millionen Euro.

Der benachbarte Kurpark soll ebenfalls mit einem Millionenaufwand saniert und attraktiver gestaltet werden (der TV berichtete). Und eine vierte Baustelle ist auch wieder im Gespräch: die sogenannten Wellnessterrassen, die vor Jahren Teil des gescheiterten Projekts „Vino Sanitas“ (Wein und Gesundheit) waren. Es gebe, so Stadtbürgermeister Port, Leute, die ebenfalls eine zweistellige Millionensumme in ein Erholungszentrum investieren wollen.

Bleiben wir bei der Mosellandhalle. Die Pläne sollen bald im zuständigen Mainzer Ministerium vorgestellt werden. Stadtbürgermeister Port hofft, dass der Stadtrat dann in zwei bis drei Monaten eine Entscheidung treffen kann. Die Nachbarn vom Hotel Moselpark sind Teil der in Traben-Trarbach ansässigen Bodensteiner Gruppe. Volker Diederichs, neben Sebastian Bodensteiner einer der Geschäftsführer, unterstützt die Pläne der Stadt, besonders die für einen Hallenneubau. „Wir finden das toll“, sagt er. Die führenden Leute der Gruppe seien auch involviert. In ihrem jetzigen Zustand sei die Halle fast nicht mehr nutzbar, sagt Diederichs – allein schon wegen der technischen Ausstattung. Ein Neubau würde auch den Wert des Hotels und der Stadt als Tagungsort steigern.

Gar nicht so einfach zu finden: Die Mosellandhalle versteckt sich hinter Sträuchern und Büschen. Foto: TV/Clemens Beckmann

Auch Tobias Scharfenberger, Intendant des Mosel Musikfestivals, befürwortet einen Neubau. Dann könnten, auch auf einer geräumigeren Bühne, größere Orchester und Bands verpflichtet werden und auf entsprechende Technik und weitere Räume, zum Beispiel zum Einspielen, zurückgreifen. „Wir hätten mit einer solchen Halle einen riesen Standvorteil“, sagt Scharfenberger.

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