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Parkplatzprobleme: In Traben-Trarbach ist das Bewohnerparken teuer

Verkehrschaos : 330 Euro fürs Parken ist diesem Anwohner zu viel – Ärger wegen hoher Gebühren in Traben-Trarbach

Traben-Trarbach tut sich schwer damit, ein Konzept zu entwickeln, das den Parkraum in der Stadt organisiert. Manche Anwohner haben keine andere Möglichkeit, als die Parkplätze am Anker zu benutzen. Doch die sind teuer. Anwohner wollen sich dagegen wehren.

„Wer will schon 330 Euro Jahresbeitrag für einen Anwohnerparkschein bezahlen, wenn ihm kein fester Parkplatz zugewiesen ist und er leer ausgehen kann, wenn schon alle Parkplätze besetzt sind?“ Das fragt sich Hans W. Berktold, Anwohner im Traben-Trarbacher Stadtteil Traben. Dort seien in der Nähe des Hotels Zum Anker 32 Autoparkplätze und zehn Busparkplätze, die seit einiger Zeit von der Stadt bewirtschaftet werden.

Traben-Trarbach fehlt Parkraumkonzept

„Das ging relativ lautlos vonstatten. Plötzlich musste man bezahlen,“ sagt Berktold. Denn die Parkplätze werden nicht nur von Touristen, sondern auch von Anwohnern genutzt, die dort wohnen und keinerlei andere Stellmöglichkeiten haben.

„Wir haben damals nachgefragt, warum in Traben-Trarbach kein Anwohnerparken wie in Bernkastel-Kues oder Trier möglich ist. Die Antwort war, dass bis jetzt noch kein Parkraumkonzept für die Stadt erstellt worden ist. Stattdessen bot man uns an, für 330 Euro im Jahr einen Berechtigungsschein zu erwerben, der aber noch keine Garantie für einen Parkplatz ist,“ erzählt Berktold. Aus seiner Sicht ist das viel zu teuer, denn für das Geld könne man auch privat einen Parkplatz oder eine Garage mieten und müsse nicht bangen, dass alles zugeparkt ist.

Kostenvergleich mit Trier und Bernkastel-Kues

Zum Vergleich: In Trier kostet das Bewohnerparken 30 Euro im Jahr (mit Wohnsitznachweis), in Bernkastel-Kues kostet das Jahresparkticket, das von April bis Dezember nötig ist, 90 Euro ohne Wohnsitznachweis. In beiden Städten wurden Parkraumkonzepte verabschiedet, die nötig sind, um die Parksituation flächendeckend und - vor allem – gerecht für Anwohner und Besucher der Stadt zu regeln.

„Der Punkt ist, dass wir im Winter diese Parkplätze gar nicht unbedingt brauchen, weil in der Nähe genug kostenfreie Parkplätze sind. Das macht nur in der Saison Sinn, also in einem Zeitraum von etwa sechs Monaten. Zu touristischen „Hochfrequenz-Zeiten“, Feiertage, Ferien, Mosel-Wein-Nachtsmarkt ist das Ticket wertlos, da alle Plätze total belegt sind,“ bemerkt Berktold.

Stadt: Haushalt ist hoch verschuldet

Stadtbürgermeister Patrice Langer sieht das jedoch anders. „Wir haben noch keine Rechtsgrundlage für ein Anwohnerparken in Traben-Trarbach.“ Damit sei frühestens zu rechnen, wenn die Stadt den Zuschlag für die Landesgartenschau erhalte, also im Jahr 2027. Der Grund dafür: „Unser Haushalt ist hoch verschuldet. Ein solches Bewirtschaftungskonzept kostet zirka 50.000 Euro und das Geld haben wir nicht. Wir sind dafür auf Zuschüsse angewiesen. Das ist für uns schlichtweg zu teuer,“ erklärt Langer.

Zudem seien die genannten Parkplätze am Anker „Filetstücke“, die man nicht umsonst den Touristen überlassen könne. Wegen der Verschuldung der Stadt müsse man Einnahmen generieren und die Parkraumbewirtschaftung sei dafür ein probates Mittel. Ein ähnliches „Filetstück“ macht Langer auch auf der anderen Uferseite, beim Musikpavillon aus. Das bedeute aber nicht, dass es keine kostenlosen Parkplätze gebe.

Auch Parkplätze für 440 Euro im Jahr vorhanden

„Wir haben auch kostenlose Parkplätze, aber dafür muss man eben ein Stück weit gehen. Aber ich kann den Touristen keine Parkplätze zum Nulltarif anbieten,“ sagt Langer. Die Gebühren über 330 Euro für ein Jahresparkrecht auf den besagten 32 Parkplätzen am Anker habe man anhand der sonst üblichen Parkgebühren berechnet. Ein zugeordneter Parkplatz, der zum Beispiel mit einem klappbaren Poller gegen Fremdparker gesichert sei, wäre auch möglich. Dafür seien dann aber 440 Euro im Jahr fällig.