Warum die Bauarbeiten an der Schottstraße in Traben-Trarbach sich hinziehen

Kostenpflichtiger Inhalt: Bauarbeiten in der Schottstraße dauern an : Wenn ein Nato-Kabel im Weg liegt

Warum die Bauarbeiten an der Schottstraße sich derzeit hinziehen, erläutert Traben-Trarbachs Stadtbürgermeister Patrice Langer dem TV – und hat aber auch eine positive Nachricht im Gepäck.

Es hat viel länger gedauert als gedacht, aber mit dem Abschluss des ersten Bauabschnittes der Schottstraße ist Traben-Trarbach dem Ende des Verkehrschaos einen Schritt näher gekommen. Das kostet bei allen Beteiligten Nerven, wie Stadtbürgermeister Patrice Langer dem TV erzählt. „Ursprünglich sollte der erste Bauabschnitt Ende April/Anfang Mai fertig werden. Aber wir sind jetzt fast sechs Monate später dran und das ärgert viele Menschen, was ich verstehen kann. Aber die Verzögerung hat Gründe.“ sagt Langer.
Ein Blick zurück: Vor etwa einem Jahr wurde das Projekt  vorgestellt und  schon damals wurde  heftig darüber diskutiert. Zum einen gab es Kritik daran, dass manche Häuser bei einer Vollsperrung nur schwer erreichbar seien. Und zum anderen stehen ja auch Anliegerkosten aus, die damals mit 20 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche veranschlagt wurden. Konkret geht es um den Ausbau der sanierungsbedürftigen Straße auf einer Länge von 615 Metern, Kostenpunkt: 2,7 Millionen Euro, damaliges prognostiziertes Ende: September 2020.

  Schon damals wurde darauf hingewiesen, dass besonders die Tiefbaumaßnahmen viel Zeit in Anspruch nehmen würden, voraussichtlich zwei Drittel der gesamten Bauzeit.   Und das ist der Grund für die Verzögerung um weitere sechs Monate, wie Langer erklärt.

„Es gibt keine sauberen Bestandspläne. Keiner weiß mehr, welche Leitungen dort alle unter der Straße liegen. Wenn die Baggerschaufel da reingeht, sieht das aus wie Mikado. Die Tiefbauer müssen in engen Schächten arbeiten, deshalb wäre es auch unsinnig, die Bautrupps zu verstärken. Die würden sich gegenseitig im Weg stehen,“ reagiert Langer auf Vorschläge, wie die Baustelle schneller beendet werden könnte.

„Manche forderten gar eine 24-Stunden-Baustelle. Aber wo soll man das Personal dafür herholen? Und wann sollen dann die Anwohner schlafen können?,“ fragt der Bürgermeister. Langer gibt ein Beispiel für  einen ominösen Leitungsfund, der vor einigen Monaten den Straßenbauern Kopfzerbrechen bereitete: „Wir hatten ein Stromkabel gefunden, wo niemand eines vermutet hätte. Auf Nachfrage teilte das RWE mit, dass es keine seiner Leitungen ist, obwohl ein Test ergab, dass die Leitung tatsächlich noch unter Spannung stand. Die konnten wir ja nicht so einfach kappen - dann wären womöglich irgendwo die Lichter ausgegangen.“

Nach längeren Recherchen sei dann herausgekommen, dass es  eine stillgelegte Leitung einer Nato-Behörde, der „Nato Allied Long-Lines Agency (Nalla)“ aus den 1960er Jahren war, auf der   noch Spannung lag. „Dafür braucht man schon  detektivisches Gespür,“ erinnert sich der Stadtbürgermeister.

Eine weitere Hürde des Straßenausbaus müsse momentan genommen werden: „Jetzt kommt der ,Krempel-Keller’, ein historischer Keller, der Bestandteil unserer Unterwelt-Führungen ist,“ sagt Langer.

Das Problem: Der Keller liegt relativ dicht an der Straßendecke, so dass die neuen Leitungen möglicherweise  herumgeführt werden müssen. Immerhin seien die Häuser gut erreichbar geblieben, was im Vorfeld bekanntermaßen für Aufregung sorgte, wie Langer sich erinnert.  Vom freigegebenen Hochmoselübergang erhofft sich Langer Entlastung, was die Umfahrung der gesperrten Schottstraße betrifft.

„Das ist schwierig und es gibt auch Beschwerden aus der Wildbadstraße in Kautenbach, dass dort schon die 40-Tonner durchfahren,“ sagt Langer. Die Maßnahme brauche nun einmal Geduld: „Der Ärger ist da. Die Fakten sind da. Und wir sind im Verzug - bis jetzt um ein halbes Jahr.“

An einer anderen Stelle in Traben-Trarbach ist eine  nervige Baustelle in der vergangenen Woche beendet worden: „Wir haben jetzt die Endabnahme für die Bergstraße gemacht, und die ist richtig ansehnlich geworden,“ sagt Langer.

 Auch dort mussten Leitungen saniert werden, was für  Unanehmlichkeiten für die Anwohner sorgte. Nun hat die Straße einen neun Straßenbelag, moderne, gepflasterte Bürgersteige und stromsparende LED-Beleuchtung. Die Bergstraße  zählt auch zu den Erschließungsstraßen des angrenzenden Neubaugebiets Königsberg.

Die Bergstraße ist inzwischen komplett ausgebaut und schließt das Neubaugebiet Königsberg an Traben-Trarbach an. Foto: TV/Hans-Peter Linz

Dort seien bereits acht von den zwölf städtischen Grundstücken   an junge Familien verkauft worden, das erste Haus sei sogar schon fertig gebaut. Insgesamt sind dort cirka 50 Neubau-Grundstücke im Angebot. „Es ist zwar richtig, dass die Innen-Entwicklung vor der Außenentwicklung liegt, aber letzten Endes suchen junge Familien ein Grundstück mit etwas Grün drum herum, sonst wandern sie ab. Deshalb ist es wichtig, neue Baugrundstücke anzubieten“, sagt Langer.