CFL bietet neue Zugverbindung zwischen Wittlich und Luxemburg an

Kostenpflichtiger Inhalt: Verkehr : Ab Dezember geht’s öfter nach Luxemburg

Eine neue Zuglinie fährt bald von Wittlich über Trier nach Luxemburg. Doch nicht alle Pendler profitieren.

Stunden, bevor sie ihre Arbeit antreten, stehen sie auf. Oft mitten in der Nacht. Um trotz des Staus pünktlich in Luxemburg zu sein. Da muss es für die 33 000 Menschen, die aus der Region Trier täglich zur Arbeit ins Großherzogtum pendeln, wie eine Verheißung klingen, was Deutschland und Luxemburg planen: Sie wollen beim Nahverkehr noch näher zusammenrücken. So soll es künftig mehr und bessere Bus- und Bahnverbindungen geben.

Schon zum Fahrplanwechsel im Dezember werde vieles besser, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer kürzlich nach einem Treffen mit dem luxemburgischen Regierungschef Xavier Bettel. Denn ab dem 15. Dezember wird sich die Zahl der Verbindungen von Wittlich über Trier nach Luxemburg fast verdoppeln.

Aktuell gibt es zwischen Trier und Luxemburg nur eine Bahnlinie: den Regionalexpress 11. Die Bahn verkehrt stündlich und hat in der Hauptverkehrszeit einige „Verstärkerzüge“, die an vielen Haltestellen zwischen Trier und Luxemburg stoppen. Das heißt: Zur Rush-Hour fahren aktuell zwei Züge pro Stunde.

Künftig wird sich einiges ändern. Für die meisten Pendler dürfte dies von Vorteil sein – allerdings nicht für alle. Ab Dezember wird es nach Auskunft von Linda Paulsberg, Pressesprecherin der luxemburgischen Bahngesellschaft CFL, zum einen den Regionalexpress (RE 11) geben, der stündlich zwischen Luxemburg und Koblenz pendelt und in den größeren Orten hält. Zudem wird es eine neue Regionalbahn (RB 83) geben, die stündlich zwischen Luxemburg und Wittlich in allen Bahnhöfen stoppt.

Das bedeutet: Ab Mitte Dezember fahren zwischen Wittlich, Trier und Luxemburg immer zwei Züge pro Stunde. Nicht nur während der Hauptverkehrszeit. Die bisherigen „Verstärkerzüge“ entfallen dafür.

Für die meisten Pendler dürfte dies deutliche Verbesserungen bringen. Für einige jedoch sind die Neuerungen von Nachteil. Zum Beispiel für  Uwe Emmrich und Michael Willems.

Die beiden Männer aus dem Raum Konz pendeln nämlich nicht nach Luxemburg, sondern nach Munsbach, wo es unweit des Flugplatzes Findel in einem Industriegebiet zahlreiche Unternehmen gibt. Für sie gab es in der Hauptverkehrszeit bisher vom Kreuz-Konz stündlich zwei Verbindungen. Künftig wird es nur eine sein. Denn der neue Regionalexpress stoppt in der Hauptverkehrszeit nicht mehr in Munsbach. Und auch nicht im benachbarten Ort Wecker. „Wenn ich mir vorstelle, dass sich dann alle in einen Zug quetschen müssen ...“, sagt Emmrich. An einen Sitzplatz oder das Mitnehmen eines Fahrrads sei dann nicht mehr zu denken. „Es sind so viele, die sagen: Ich fahre dann wieder mit dem Auto.“ Schon mehrfach habe er sich an die CFL gewandt. „Es juckt die CFL nicht“, sagt er – und hofft, dass es nicht bei diesem Fahrplan bleibt.

Eine Änderung ist bereits in Sicht: Und zwar 2024. Dann soll die Trierer Weststrecke einsatzfähig sein – eine Trasse von Trier-Ehrang über Trier-West zur Staatsgrenze bei Igel, die als direkte Verbindung Richtung Luxemburg dienen soll. „Mit Einführung der Weststrecke wird das Angebot überarbeitet, dadurch ist vorauszusehen, dass sich neue Fahrplanänderungen ergeben“, teilt CFL mit.

Eine weitere große Veränderung steht bereits am 1. März 2020 an: Dann wird der öffentliche Transport in Luxemburg für Nutzer kostenlos. Um sich auf einen möglichen Ansturm deutscher Pendler vorzubereiten, werden an zahlreiche neue P&R- Parkplätze gebaut (siehe Infobox).

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