Klimaschutz: Klassenfahrten nur noch nach Deutschland?

Kostenpflichtiger Inhalt: Bildung : Klimaschutz: Klassenfahrten nur noch nach Deutschland?

Görlitz statt Genua? Leipzig statt London? Sollen Schulfahrten künftig eher nach Deutschland statt ins Ausland gehen? Durch die Klimadebatte erhält die Diskussion neuen Antrieb.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte kürzlich angeregt, dass Klassenfahrten öfter nach Ostdeutschland führen sollten. „Wir sollten die Städtepartnerschaften zwischen Ost und West neu beleben und Schulfahrten nicht nur nach Paris oder Rom anbieten, sondern auch nach Greifswald oder Görlitz“, sagte Laschet.

In den rheinland-pfälzischen Richtlinien für Schulfahrten steht ausdrücklich: „Klassen- und Kursfahrten sollen grundsätzlich im Inland durchgeführt werden.“ Mit der Diskussion um Klimaschutz gewinnt diese Vorgabe nun wieder an Relevanz. Vor diesem Hintergrund sei es „richtig zu hinterfragen, ob es in jedem Fall eine Flugreise sein muss, oder ob es nicht Ziele in der näheren Umgebung gibt, die dem pädagogischen Anspruch ebenso gerecht werden“, sagt ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums.

Sensibilität sei hier angebracht. „Es ist absolut wünschenswert, dass sich die Schulgemeinschaften hier auf den Weg machen und auf diese Frage jeweils eigene, gute Antworten finden.“

Auch Landeselternsprecher Thorsten Ralle fragt, ob Schulen unbedingt Skifreizeiten anbieten müssten. Bei Klassenreisen sollte seiner Meinung die deutsche Geschichte im Mittelpunkt stehen. „Es muss nicht die Fernreise sein, um sich zu bilden.“

Dass ein Französisch-Leistungskurs in der Oberstufe nach Frankreich fahre oder ein Kunst-Leistungskurs nach Rom, dagegen sei generell nichts zu sagen, meint Hans-Peter Hammer, Landesvorsitzender der Lehrergewerkschaft GEW. Aber aus Klimaschutzgründen sollte schon überlegt werden, ob es unbedingt Flugreisen für Schulfahrten sein müssten.

Weitere Informationen folgen.

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