Streik der Busfahrer geht wohl am Montag weiter – Das müssen Sie wissen

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Tausende Pendler und Schüler waren am Freitag von einen Streik betroffen – und werden es auch am Montag sein. Volksfreund.de erklärt, wo es die meisten Auswirkungen gab, was die Busfahrer fordern und wie es am Montag weitergeht.

Wie bestellt und nicht abgeholt: So standen tausende Schüler und Busfahrer in der Region am Freitag an der Haltestelle. Denn der Bus, der sie in die Schule oder an den Arbeitsplatz bringen sollte, ließ auf sich warten. Grund: Die Gewerkschaft ver.di hatte zu einem landesweiten Streik der Mitarbeiter von privaten Busunternehmen aufgerufen. Dem folgten Busunternehmen in der Region – allen voran das Unternehmen Moselbahn.

Wer war betroffen? Rund 70 Mitarbeiter der Moselbahn legten am Freitag ihre Arbeit nieder, landesweit waren es 750. Gestreikt wurde an den Moselbahn-Standorten in Bernkastel-Kues, Klüsserath, Traben-Trabach, Longuich, Trier, Piesport und Bitburg. Nach Angaben des Zweckverbandes Verkehrsverbund Region Trier (VRT) waren in der Region rund 30 Linien betroffen. Besonders große Auswirkungen gab es an der Mosel und an der Römischen Weinstraße. Der Streik begann mit der Frühschicht um 3.45 Uhr und dauert bis Mitternacht. Dass gestreikt würde, hatte der VRT nach Aussage seines Sprechers Felix Klormann vorher nicht gewusst und erst am Freitagmorgen erfahren. Gegen 7.30 Uhr habe man die Kunden über die Homepage und App informiert. Ver.di-Landesfachbereichsleiter Jürgen Jung bezeichnete den Streik als Erfolg: „Damit können wir noch einmal deutlich unseren Unmut zeigen.“

Was fordern die Busfahrer? Dieser Unmut, den Jung beschreibt, rührt aus mehreren  gescheiterten Verhandlungsrunden. Die Tarifverhandlungen für das Verkehrsgewerbe laufen schon seit längerer Zeit, 15 Verhandlungsrunden sind der Gewerkschaft zufolge schon zustande gekommen. Ein akzeptables Angebot der Arbeitgeberseite liege aber nicht vor.

Die Forderungen der Busfahrer sind klar: Neben einem 13. Monatsgehalt, mehr Urlaubsgeld und höheren Zuschlägen für Nacht- und Feiertags- und Wochenendarbeit, stehen dabei vor allem die Pausen im Fokus. Denn diese bekommen die Busfahrer nach aktuellem Stand nicht bezahlt. Ein großes Problem, wie der Betriebsratsvorsitzende der Moselbahn unserer Zeitung mitteilt: „Wir fahren dann teilweise Schichten von zwölf Stunden, bekommen aber nur fünf oder sechs Stunden bezahlt“. Die restliche Zeit müsse man unbezahlt pausieren und „stehe irgendwo in der Pampa herum“.

Angesprochen auf die Tatsache, dass auch in den vergangenen Wochen schon Fahrten wegen Busfahrermangels und Fahrplan-Chaos ausgefallen waren, sagt Jürgen Jung, dass man diesen Punkt bedacht habe: „Wir wussten, dass viele Eltern und Pendler da besonders betroffen sein würden.“ Der Streik sei allerdings unvermeidbar und das „letzte Mittel“ gewesen. „Außerdem ist es egal wann wir streiken – es trifft immer.“

Jung hofft, dass durch den Streik eine Kettenreaktion entstehe: „Durch das Durchsetzen der Forderungen würde auch das Berufsbild attraktiver – und der Fahrermangel bekämpft.“

Busfahrer streiken in der Region Trier

Wie geht es weiter? Auch am Montag werden wohl Linien ausfallen. Wie der VRT bekanntgab, wurden die Fahrpersonale von ver.di aufgefordert, nach Mainz zum Ministerium zu reisen. VRT-Sprecher Klormann sagt, man müsse „davon ausgehen, dass auch am Montag gestreikt wird“. Der Notfahrplan, der auch am Freitag schon kurzfristig eingerichtet wurde, wird demnach auch für den Montag gelten: „Wir gehen davon aus, dass grob die selben Linien betroffen sein werden.“ Ausfälle werde man so schnell wie möglich über die Homepage, die App und die sozialen Netzwerke bekanntgeben.

Auch ver.di kündigt an, dass „weitere Streiks nicht ausgeschlossen“ seien.

Den Notfahrplan des VRT, finden Sie hier.