Beim Trierer Weinfest läuft alles rund

Kostenpflichtiger Inhalt: Trier-Olewig : Beim Trierer Weinfest läuft alles rund (Update/mit Fotos und Videos)

Das 71. Trierer Weinfest ist auf Rekordjagd. Rund 40 000 Besucher kamen seit dem Krönungsabend am Mittwoch in den Stadtteil. Heute ist Festausklang. Die Polizei hatte wenig zu tun.

Zum Weinfassrollen am Sonntagnachmittag kommt die neue Trierer Weinkönigin Leonie I. Zeimet ohne Krone und Festtagskleid. „Es ist schon ein Unterschied, wenn ich in Alltagskleidung durch den Ort gehe“, sagt die 20-Jährige. „Dann kennen mich nur wenige Leute.“ Sobald sie ihr blaues Königinnengewand trägt, ist das anders. „Es ist schon toll, so im Mittelpunkt zu stehen. Vor allem genieße ich die Reaktionen der Kinder.“

Aber auch die Erwachsenen freuen sich darüber, wenn sie die zierliche Frau sehen. „Wir haben mit unserer neuen Weinkönigin wirklich eine gute Wahl getroffen“, schwärmt Peter Terges. Der Vorsitzende der Vereinigung Olewiger Winzer und Organisationschef des Weinfests Trier-Olewig hat aber auch wegen anderer Dinge gut lachen. „Es läuft hervorragend“, zieht der 66-Jährige am Sonntagnachmittag eine Zwischenbilanz. „Traumhaftes Wetter, sehr gesellige Leute aus ganz Deutschland. Und alles sehr friedlich.“ Schon der Freitag sei vom Besucherzuspruch und den Umsätzen „sehr, sehr gut“ gewesen. Der Samstag habe das sogar noch einmal übertroffen. Mit einem Augenzwinkern in Richtung Volksbank-Protektor Johannes Kemmer nennt er einen Grund: „Der Geldautomat an der Brücke zahlt sich aus.“

Auf drei Bühnen bietet das Weinfest an allen Tagen Live-Musik. Am Freitag und Samstag war erst um 1 Uhr Schluss. Auf der Klosterwiese, beim Blesius Garten und im Deutschherrenhof war aber auch danach noch einige Zeit viel los. Der Treffpunkt der jungen Festbesucher ist der Platz bei der Weinstube Herbert Oberbillig, wo die Stimmungsmusik aus dem Computer kommt.

Auf der Festwiese vor dem ehemaligen Kloster Olewig ist an allen Tagen beste Stimmung angesagt. Dass neben Wein auch Bier getrunken wird, hat Tradition. Foto: Rainer Neubert

Lena (26), aus Koblenz, die gemeinsam mit ihrer Schwester Johanna (25) zum ersten Mal das Trierer Weinfest besucht, zieht einen Sitzplatz auf der Festwiese vor. „Wir haben heute zunächst die Stadt angeschaut. Aber das hier ist ein wirklich fulminanter Abschluss“, schwärmt die Studentin. Eigentlich habe sie noch nach Hause fahren wollen. „Aber vielleicht feiern wir doch noch länger und schlafen dann im Auto.“

Marius (29) und Hardy (26) haben es leichter. Sie studieren in Trier. „Normalerweise bin ich kein Freund von Volksfesten“, sagt der Ältere der beiden, die bereits den dritten Abend zwischen Weinständen und Bühne auf der Klosterwiese verbringen. „Aber hier gibt es gute und schöne Livemusik.“ Sie hätten schon einen Rundgang durch den Ort gemacht, ergänzt Hardy. „Aber hier gefällt es uns am besten.“

Wie die Organisatoren im Hintergrund „rotieren“, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, bekommen er und die anderen Gäste nicht mit. „Die Strombelastung hier im Netz ist schon grenzwertig“, deutet Platzwart Georg von Nell ein Problem an. Am Abend schnell genug Nachschub in die Weinstände der Winzervereinigung zu bekommen, ist eine andere Herausforderung – die allerdings gerne in Kauf genommen wird.

Sabine Rohr wohnt in Neu-Kürenz und ist bereits im sechsten Jahr Gast beim Trierer Weinfest. „Ich empfinde das hier als super-schön und angenehm“, freut sie sich über die ausgelassene und friedliche Stimmung, die auch von der Polizei bestätigt wird (siehe Info). Per Air-Brush hat sich die 45-Jährige ein Drachen-Tattoo auf den Unterarm sprühen lassen. „Ich habe das aus Spaß gemacht. Aber vielleicht ist es ja auch ein Test für ein echtes Tattoo.“

Weinkönigin Leonie hat für solche Versuche keine Zeit. „Ich bin natürlich seit Mittwoch jeden Tag hier. Das ist anstrengend, aber der Spaß überwiegt.“

Triers neuen Weinkönigin Leonie I. zeigt beim Fassrollen gemeinsam mit Volksbank-Protektor Johannes Kemmer, wie es geht. Foto: Rainer Neubert
Leckereien frisch aus dem Backofen: Auch kulinarisch wird viel geboten. Foto: Rainer Neubert

Und so soll es auch heute sein. „Der Montag wird nochmal ein schöner Tag“, ist die 20-Jährige überzeugt. „Ich lade alle Gäste ein, sich davon selbst zu überzeugen.“

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