Bernhards Hilds geheimes Kriegstagebuch im Stadtarchiv Trier

Kostenpflichtiger Inhalt: Stadtgeschichte : Chronik der Zerstörung Triers

Bernhard Hilds geheimes Kriegstagebuch befindet sich heute im Stadtarchiv Trier.

Bernhard Hild (1890-1967) saß 1944/45 „an der Quelle“. Sein Arbeitsplatz befand sich zehn Meter unter der Erdoberfläche im Hochbunker am Augustinerhof. Dort, in der Telefonzentrale der Polizeiwarnstelle der Luftschutzabteilung, liefen die Informationsfäden zusammen, führte der Telefonist Buch über den Luftkrieg gegen seine Heimatstadt. Obwohl strengstens verboten, übertrug Hild die Daten insgeheim in sein persönliches „Schmierbüchlein“. Die offiziellen Aufzeichnungen fielen beim Evakuierungstransport nach Wiesbaden einem Bombenangriff zum Opfer, Hild konnte seine Zweitschrift in Friedenszeiten hinüberretten. Seit 25 Jahren steht sie im Stadtarchiv der Öffentlichkeit zur Verfügung. Hilds Sohn Heinrich überreichte am 23. Dezember 1994  eine kurz nach dem Krieg von seinem Vater angefertige handschriftliche Kopie an OB Helmut Schröer. Den Tag der Übergabe der Aufzeichnungen hatte Heinrich Hild bewusst gewählt. Der schwerste Bombenangriff jährte sich zum 50. Male.

Beginnend mit dem ersten schweren Bombenangriff am 14. August 1944, hat Bernhard Hild minuziös Tagebuch geführt über das Unheil, das über Trier und seine nicht evakuierten Bewohner hereinbrach. Ebenso gefürchtet wie Bombenangriffe war der Mitte September einsetzende, fast tägliche Granatenhagel. Für den ersten Weihnachtstag 1944 vermerkte Hild 99 Einschläge von Geschossen der auf Luxemburger Boden stehenden US-Artillerie, für den zweiten gar 119. „Rekordtag“ der 13. Januar: 166 Granaten sprengten weitere Lücken in die Ruinenstadt. Bis zum Ende der Aufzeichnungen am 10. Februar 1945 trafen die Geschütze Trier rund 3000mal. 1792mal(!) war Fliegeralarm ausgelöst worden. Im Auftrag des damaligen Oberbürgermeisters Konrad Gorges fotografierte Bernhard Hild Ende 1944 das sterbende alte Trier. Die rund 50 Aufnahmen befinden sich bereits seit 1968 im Stadtarchiv an der Weberbach.