Frühe Information vermeidet Gerüchte

Kostenpflichtiger Inhalt: Kommentar : Frühe Information vermeidet Gerüchte

Die Sensibilität für die Natur nimmt zu. Jeder große Baum, der gefällt wird, sorgt für Aufsehen. Grundsätzlich ist das gut. Weniger positiv sind die überbordend emotionalen und leider häufig auch unsachlichen Kommentare, die dann in den sozialen Netzwerken zu lesen sind.

Gerüchten und falschen Fakten sind dort Tür und Tor geöffnet, was aktuell die Kommentierung der Baumfällaktion an der Kirche Mariahof zeigt. Und auch zur Deichsanierung am Moselufer ist das zu erwarten, was neudeutsch als Shitstorm bezeichnet wird.

Um diese Flut einzudämmen, ist es wichtig, dass die Behörden bereits im Vorfeld eines solchen Projekts umfassend aufklären. Das wäre im konkreten Fall fast wieder nicht geglückt. Denn erst wenige Tage vor dem Beginn der Baumfäll­arbeiten haben die Stadtratsmitglieder im Bauausschuss erfahren, warum so viele Bäume gefällt werden müssen. Dadurch erscheint die große Zahl in einem anderen Licht. Die viel größere Anzahl von Bäumen kann erhalten bleiben, obwohl sie im Grunde auf einem Hochwasserschutzdamm fehl am Platz sind. Dass dafür eine Million Euro investiert werden, wäre vor 20 Jahren nicht denkbar gewesen.

Bäume sind wertvoll, besonders in der Stadt. Unabhängig von den öffentlichen Bauprojekten ist es deshalb notwendig, dass sich der Stadtrat endlich mehrheitlich für eine Baumschutzsatzung aus­spricht. Das ist überfällig und würde auch im privaten Bereich zu der notwendigen Sensibilität im Umgang mit der Natur beitragen – und vielleicht zu weniger Datenmüll auf Facebook.

r.neubert@volksfreund.de

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