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Neuer Sternbusverkehr für Trier: Mehr Linien, mehr Busse, kürzere Taktung

Kostenpflichtiger Inhalt: ÖPNV : Mehr Linien, mehr Busse, kürzere Taktung

Das Busangebot in Trier soll in den Abend- und Nachtstunden deutlich besser werden. Die Porta Nigra spielt dabei eine wichtige Rolle. Doch etwas Geduld ist noch gefragt.

Der Stadtrat Trier wird am Dienstag, 28. Januar, bei seiner ersten Sitzung im Jahr 2020 einige wichtige Entscheidungen mit Blick auf die Zukunft treffen. So wird auch das Votum für die Neukonzeption des Sternverkehrs der Stadtwerke-Buslinien im Stadtgebiet für die Kunden erst Anfang 2021 die Verbesserungen bringen, die bereits in den Ausschüssen von allen Fraktionen begrüßt worden sind. Knut Hofmeister, Abteilungsleiter bei den SWT-Verkehrsbetrieben, bringt die komplexen Neuerungen auf einen einfachen Nenner: „Unser neuer Sternverkehr bietet mehr Busverkehr, klarere Verbindungen und eine dichtere Taktung.“

Die Situation Seit der Einführung des Sternverkehrskonzepts vor 23 Jahren (siehe Info) hat die Zahl der Fahrgäste deutlich zugenommen. Besonders am Samstagen gibt es seit 2004 eine Steigerung um 15 Prozent auf mehr als 28 000. Bis zum kommenden Jahr erwarten die SWT eine weitere Steigerung um 1000 Fahrgäste. Weil aber auch der Individualverkehr zugenommen hat und der zentrale Bushalteplatz vor dem Hauptbahnhof zunehmend an seine Kapazitätsgrenze stößt, kommt es bereits jetzt zu Verspätungen. Für Kunden ist das besonders ärgerlich, weil oft Anschlussverbindungen nicht mehr gehalten werden können. Bei den Busfahrern entstehen zudem Probleme bei der Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten. Laut SWT steigt die Gefahrt von Fahrtausfällen.

Die Lösung Statt 330 Busfahrten pro Tag werden samstags in Zukunft nur noch 300 am Hauptbahnhof ankommen. Das wird möglich, weil vier Buslinien an diesem Wochentag (10.45 bis 20.45 Uhr) und montags bis freitags zwischen 18.45 und 20.45 Uhr an der Porta Nigra enden. Von dort wird ein Zehn-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof eingerichtet. Das ermöglicht die Steigerung um 100 Busfahrten pro Tag. Von den dann 430 Fahrten enden 130 an der Porta Nigra. Gleichzeitig wird der verdichtete Takt um eine Stunde verlängert, bevor die Nachtbusse fahren. Deren Linien führen – mit Ausnahme der neuen Linie 80 – dann wieder zum Hauptbahnhof. Das gilt auch für die Busverkehre an den Sonntagen.

Neue Linien Veränderungen gibt es ab 2021 bei den Sternbuslinien auch über den Zielpunkt Porta Nigra hinaus. So wird – auch mit Blick auf die Eröffnung der Weststrecke – die Linie 80 in Trier-West/Pallien eingeführt. Diese übernimmt die Verbindung Pallien-Porta Nigra über die Kaiser-Wilhelm-Brücke sowie die Anbindung des Maarviertels. Die Linie 83 erhält einen neuen Linienast Euren und bedient dann im 20-Minuten-Takt montags bis freitags bis 20.45 Uhr das Industriegebiet Zewen/Euren über die Niederkircher Straße. Die Beschäftigten dort profitieren von fünf zusätzlichen Fahrten und einer Ausweitung der Anbindung um zwei Stunden im Vergleich zu heute. Die Linie 85 fährt in Zukunft während der Freibadsaison sonntags im 30-Minuten-Takt zwischen dem Hauptbahnhof und dem neuen Kreisverkehr Auf der Weismark. Nach Intervention von Ortsvorsteher Rainer Lehnart fährt diese Linie auch durch die Saarstraße und biegt am Südbahnhof ab, was zunächst nicht vorgesehen war.

Park.and-Ride Wer an den Samstagen die mühsame Suche nach einem Parkplatz in der City vermeiden will, kann ab dem kommenden Jahr sein Auto bequem im Messepark an der Konrad-Adenauer-Brücke abstellen. Dieser wird mit drei Fahrten pro Stunde neu an das Sternbus-Liniennetz angebunden. Die Taktfrequenz vom und zum P&R-Platz Trier-Nord wird sogar auf zehn Minuten erhöht.

Die Porta Nigra wird neben dem Hauptbahnhof wichtigster Zielort für den Sternbusverkehr in Trier. Das ist der Kern des neuen Konzepts. Zwischen Porta und Busbahnhof wird gleichzeitig ein Zehn-Minuten-Takt eingeführt. Foto: TV/SWT

Nachtbusse Freuen dürfen sich auch die Nachtschwärmer, die mit dem Bus unterwegs sind: Der heutige 60-Minuten-Takt im innerstädtischen Nachtverkehr wird durch drei zusätzliche Fahrten halbiert. Der letzte Bus fährt später, um 3.15 Uhr.

Aber warum kommt das alles erst im kommenden Jahr? Um die Neuerungen umzusetzen, in die Dienstpläne und die digitalen Fahrpläne einzuarbeiten, ist nach Angaben von SWT-Abteilungsleiter Knut Hofmeister eine lange Vorlaufzeit notwendig. „Alleine die Neuprogrammierung der elektronischen Informationssysteme benötigt mindestens ein halbes Jahr.“ Aber auch mit Blick auf die Dienstplanung müsse am großen Rad gedreht werden. Kosten wird das neue Konzept rund 500 000 Euro. Der Betrag ist bereits im Wirtschaftsplan der Stadtwerke ab dem Jahr 2021 enthalten.