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OB-Wahl Trer: CDU sucht Bewerber und lässt Mitglieder mitbestimmen

Wahl 2022 : Wer wird Oberbürgermeister von Trier? CDU sucht Bewerber

Voraussichtlich im zweiten Halbjahr wählen die Triererinnen und Trierer ihr Stadtoberhaupt für die Jahre 2023 bis 2031. Die Christdemokraten suchen nun Bewerber, die für sie antreten wollen. Was diese erfüllen müssen - und was die anderen Parteien in der Moselstadt planen.

Verdächtig still war es bisher beim Thema Oberbürgermeisterwahl. So still, dass viele Bürgerinnen und Bürgerinnen gar nicht auf dem Schirm haben, dass der Urnengang in diesem Jahr fällig ist. Nun bringt die CDU das Thema aufs Tablett:  Der Vorstand der größten Partei in Trier (800 Mitglieder) hat sich zu einem Verfahren zur Beteiligung der Basis „bei der Auswahl der Kandidatin oder des Kandidaten zur Wahl des Oberbürgermeisters entschlossen“.

Dazu der Vorsitzende Thorsten Wollscheid: „Die verlorene Bundestagswahl durch die fehlende Akzeptanz des Kanzlerkandidaten unter den eigenen Mitgliedern hat uns als CDU gezeigt, dass wir die Mitglieder viel mehr einbinden müssen, um als moderne Mitmach-Partei erfolgreich zu sein. Inhaltlich haben wir als CDU Trier daher bereits mitgliederoffene Themenforen eingerichtet. Und auch bei einer der wichtigsten personellen Entscheidungen werden wir dies konsequent weiterführen!“

Die CDU werde nun alle Mitglieder anschreiben und das Verfahren erläutern:

Alle CDU-Mitglieder (auch Neumitglieder) sind in den nächsten Wochen berechtigt, Vorschläge einzureichen. Potentielle Kandidatinnen und Kandidaten müssen nicht Parteimitglied sein, sich aber mit den kommunalpolitischen Zielen der Christdemokraten identifizieren. „Die vorgeschlagenen Personen, die sich tatsächlich auch zu einer Kandidatur bereit erklären, werden sich im Anschluss den Mitgliedern vorstellen. Abschließend werden dann alle Mitglieder bei der Wahl des OB-Kandidaten Stimmrecht haben“. erläutert der 35-Jährige.

„Es ist wichtig, dass wir eine starke Kandidatin oder. einen starken Kandidaten auswählen, hinter dem im Wahlkampf die Mitglieder der CDU stehen, und von dem wir dann die Triererinnen und Trierer überzeugen können. Die Kompetenz und die Fähigkeiten dieser Person sind zum Wohle unserer Stadt wichtiger als das Parteibuch. Unsere Mitglieder in diesen Findungsprozess von Beginn an einzubeziehen ist daher ein konsequenter Schritt!“ so Wollscheid abschließend.

Amtsinhaber Wolfram Leibe (61) ist Mitglied der SPD – und hat sich bisher noch nicht dazu geäußert, ob er sich erneut zur Wahl stellt. SPD-Partei- und Fraktionschef Sven Teuber (39) sagt: „Wir fänden es gut, wenn er es nochmal machen würde. Er hat insbesondere in schwierigen Zeiten gezeigt, dass er ein ausgezeichnetes und über Parteigrenzen hinweg geschätztes und geachtetes Stadtoberhaupt ist.“ Die Sozialdemokraten wollen nach Leibes Rückkehr aus dem Urlaub (bis Sonntag) mit ihm reden und die weiteren Schritte ableiten. Spätestens im März soll dann ein Nominierungsparteitag stattfinden.

Die Grünen, stärkste Kraft im Trierer Stadtrat, wollen sich laut ihrer Vorstandssprecherin Natalie Cramme-Hill (35) im Frühjahr positionieren – „und zwar basisdemokatisch in einer Kreismitgliederversammlung. Ich hoffe, die können wir dann in Präsenz abhalten“. Bei der 2014er OB-Wahl hatten die Grünen den aus Trier stammenden Zweibrücker Landtagsabgeordneten Fred Konrad ins Rennen geschickt, der 18 Prozent der Stimmen erreichte, es aber nicht in die Stichwahl schaffte. Dort setzte sich Wolfram Leibe mit knappem Vorsprung  gegen die für die CDU angetretene parteilose Hiltrud Zock durch.