Situation im Wildfreigehege Trier entspannt sich keine weitere tote Ziege

Kostenpflichtiger Inhalt: Tierschutz : Eine kranke Ziege, keine Todesfälle mehr

Nachdem im Sommer fünf Ziegen im Trierer Wildgehege an falschem Futter gestorben waren, hat sich die Lage inzwischen entspannt. Die Stadtverwaltung arbeitet trotzdem an weiteren Infotafeln.

Nach der Todesserie im Juli und August hat sich die Situation für die Ziegen im Trierer Wildgehege gebessert. Der Appell der Stadt Trier, kein mitgebrachtes Futter und erst recht kein Brot an die empfindlichen Tiere zu verfüttern, scheint zumindest teilweise Wirkung zu zeigen. Michael Schmitz, Pressesprecher der Stadt Trier, sagt auf TV-Anfrage, dass sich die Lage etwas entspannt habe. „Es gibt also keine neuen Opfer“, sagt er. Allerdings sei am Sonntag, 13. Oktober, wieder der Tiernotarzt im Einsatz gewesen, weil eine Ziege Durchfall gehabt habe. „Immerhin hat die Ziege das gut überstanden“, sagt Schmitz.

Dass falsches Futter gefüttert werde, bleibe ein Dauerthema, betont er. „Das gelte auch für die Information der Besucher des Tiergeheges. „Deshalb sind jetzt zusätzlich zu den vorhandenen auch noch mehrsprachige Schilder mit den Warnungen in Arbeit“ erläutert Schmitz. „Und Ehrenamtliche verteilen bei gutem Wetter sonntags zusätzliches Heu, um die Folgen falschen Fütterns abzumildern.“

Der TV hatte im August darüber berichtet, dass innerhalb weniger Wochen gleich fünf Ziegen in der beliebten Freizeitanlage am Trierer Weißhauswald qualvoll verendet sind. Der Grund: Besucher des Wildfreigeheges hatten den Tieren offensichtlich Futter gegeben, das die Ziegen nicht vertragen können. Unter anderem vertragen sie kein Brot. Es schädigt den Pansen und die Verdauung, führt zu Übersäuerung, Koliken und Durchfall. Selbst wenn das Tier das überlebt, kann die Verdauung so stark geschädigt werden, dass die Ziege keine Nahrung mehr verwerten kann. Wenn es so weit ist, muss das Tier eingeschläfert werden.

Verschärft wurde die Situation im Sommer durch einen Erreger, der bei einer Überflutung wegen starker Regenfälle Anfang Juli in das Gehege geschwemmt worden war und die Tiere schwächte. Die Regenmassen spülten damals aus Richtung des Waldstadions oder der benachbarten Kleingartenanlage sogenannte Clostridien an, mit denen sich die Ziegen infizierten.

Fünf tote Ziegen im Wildfreigehege

Das Trierer Rathaus hängte in der Folge nicht nur zusätzliche Infozettel zu der dramatischen Lage im Wildfreigehege auf, sondern appellierte auch unter anderem über den Volksfreund an die Besucher, zum Beispiel kein Brot und im besten Fall gar keine mitgebrachten Speisen an die Ziegen zu verfüttern.

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