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Trier: SPD bestätigt Sven Teuber im Amt, Parteitag in der Mensa der Universität

Parteichef Sven Teuber im Amt bestätigt : Trierer SPD feiert Wahlerfolg und sich selbst

Gute Laune verbreiten – so lautete die Mission, die Parteichef Sven Teuber für die Delegiertenversammlung der Trierer SPD ausgegeben hatte. Schwierig war das nicht: Der Stadtverband schwebt derzeit schließlich auf Wolke 7.

Besser geht’s kaum. Bei der Bundestagswahl der CDU das erste Mal seit 20 Jahren das Direktmandat abgejagt. Der fulminante  Sieg der Trierer Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei der Landtagswahl. Ein Oberbürgermeister, der bei den Trierern ganz hoch im Kurs steht. Und seit dem 1. Oktober mit Kulturdezernent Markus Nöhl zusätzlich im Stadtvorstand vertreten: Die Trierer SPD befindet sich auf einem Allzeithoch. Entsprechend gut war die Stimmung beim Parteitag am Samstag in der Mensa der Universität Trier. Er habe zwar keine Drogenerfahrung, erklärte Parteichef Sven Teuber bei seiner Ansprache. „Aber viel besser kann es einem auch beim besten Rausch wohl nicht gehen.“ Dass das bei der Trierer SPD schonmal anders war, ist nicht vergessen. „Es gab auch bei uns Jahre des Streits und der Zerissenheit. Aber davon haben wir uns längst erholt, wir sind jetzt eine geschlossene Partei, die Gräben sind zugeschüttet und wir alle stehen im Dienst der Sache“, sagte Teuber in seiner leidenschaftlichen und inhaltlich starken Rede. Der Wahlkampf habe gezeigt: „Es braucht keinen Info-Stand, an dem man sich mit denen unterhält, die einem eh wohlgesonnen sind. Wir müssen dahin gehen, wo es nicht selbstverständlich ist, über Politik zu reden.“ Auch durch die Gespräch an den Haustüren habe man es geschafft, Wähler zu überzeugen und neue Mitstreiter zu gewinnen – auf mehr als 700 Mitglieder sei der Trierer SPD-Stadtverband mittlerweile gewachsen. Der „desolate Zustand der anderen Volkspartei in Trier“ – der CDU – freue ihn allerdings nicht. „Wir brauchen alle demokratischen Parteien, um unsere Stadt weiter voranzubringen.“

Malu Dreyer hatte ihre Teilnahme am Parteitag kurzfristig abgesagt. Die Ministerpräsidentin gehört zur sechsköpfigen Delegation der Bundes-SPD, die mit Grünen und FDP in Berlin die Sondierungsgespräche für die nächste Bundesregierung führt. „Es gibt wohl selten Situationen, in denen man so viel Glück empfindet, weil jemand nicht da ist“, sagte Teuber. Zu den anstrengenden Koalitionsgesprächen gehöre auch, „jeden Konflikt, der absehbar ist, vorherzusehen, zu besprechen und sich darüber abzustimmen – damit später nicht jede Kleinigkeit zu einem Brandherd wird.“ Gelinge das, stehe ein „sozialdemokratisches Jahrzehnt“ bevor.

Verena Hubertz, die bei der Bundestagswahl das Direktmandat im Wahlkreis Trier gewann, betonte im Gespräch mit dem Volksfreund über die Koalitionsgespräche, dass Tempo 130 auf Autobahnen „aus den rationalen Gründen Unfallverhütung und CO2-Austoß“ zwar „sehr sinnvoll“ wäre. „Gleichzeitig glaube ich aber, dass die FDP schon ein paar Punkte wird durchboxen können“.

Bei den turnusmäßigen Vorstandswahlen (siehe Extra) trat vom bisherigen geschäftsführenden Vorstand lediglich Begoña Hermann nicht mehr an. Zum einen, weil sie Platz machen wolle für Nachrückerin Hubertz, die gerade ihren Wohnsitz von Konz nach Trier verlegt und somit nun zur Trierer SPD gehört. Zum anderen, weil sie als Vizepräsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion mit für die Zuteilung der Fördermittel für den Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe zuständig sei. „Normalerweise setzen wir bei der ADD Trier pro Jahr ein paar Hundert Millionen Euro Fördersumme um in diesem Bereich, jetzt sind es Milliarden. Das nimmt mich voll in Anspruch in meinem letzten Berufsjahr – ich wäre auf keine Fall in der Lage, im SPD-Vorstand weiter mitzuwirken.“