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Trierer Römerbrücke und neuer Kreisverkehr freigegeben und befahrbar

Stadtentwicklung & Verkehr : Kreisverkehr an der Römerbrücke ist wieder befahrbar - Jetzt geht es rund im Trierer Westen

Der Kreisel ist fertig und die Römerbrücke wieder frei befahrbar. Damit ist eine wichtige Etappe beim Stadtumbau Trier-West geschafft. Nun rückt die marode Bahnrampe in den Fokus.

Freitag, kurz nach 9 Uhr am westlichen Römerbrücken-Kopf. Für Triers Baudezernent Andreas Ludwig „die Stunde, danke zu sagen. Danke für die tolle Arbeit, die sie hier geleistet haben“.  Diejenigen, denen der Dank gilt oder den sie stellvertretend entgegennehmen, sind alle versammelt: Vorne dran Edeltrud Bayer, Leiterin des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Trier, sowie die Geschäftsführer der beteiligten Straßenbaufirmen, Frank Barthel (Firma Köhler) und Christoph Schnorpfeil. Aber auch viele Baudezernats-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Trier-West: Ende einer langen Phase besonderer Verkehrsbelastung

 Die Umgestaltung des westlichen Römerbrücken-Kopfes ist abgeschlossen.Baudezernent Andreas Ludwig, Ortsvorsteher Marc Borkam und Edeltrud Bayer (Leiterin LBM Trier) räumen die letzte Baustellenbake zur Seite und geben den Kreisel für den Verkehr frei.
Die Umgestaltung des westlichen Römerbrücken-Kopfes ist abgeschlossen.Baudezernent Andreas Ludwig, Ortsvorsteher Marc Borkam und Edeltrud Bayer (Leiterin LBM Trier) räumen die letzte Baustellenbake zur Seite und geben den Kreisel für den Verkehr frei. Foto: Roland Morgen

Anlass der Versammlung: Die Neugestaltung des westlichen Römerbrücken-Kopfes ist soweit abgeschlossen, dass er für den Verkehr freigegeben werden kann. Das Wegräumen der letzten Baustellenbaken hat mehr als nur symbolische Bedeutung. Für Triers Weststadt geht eine fast anderthalbjährige Phase außergewöhnlicher Verkehrsbelastung zu Ende. 12 000 Kraftfahrzeuge sind im Normalfall werktäglich auf der Römerbrücke in Trier unterwegs. Deren Fahrer mussten seit Juli 2020 auf die anderen beiden Stadtbrücken über die Mosel ausweichen, was im ohnehin vom Straßenverkehr stark gebeutelten Stadtteil Trier-West/Pallien zu noch mehr Staus führte.

Knapp 4,2 Millionen Euro hat die Neugestaltung des Brückenkopfes gekostet, der, wie Baudezernent Ludwig sagt, seiner Zeit voraus ist. Denn diverse Extras wie zum Beispiel Fußgängerüberwege vor allen Einmündungen würden erst dann so richtig zur Geltung kommen, wenn der Regionalbahn-Haltepunkt West in unmittelbarer Nähe in Betrieb geht, laut Planung im Dezember 2024. Die Bahnstation werde zu einer deutlichen Verringerung des Autoverkehrs führen, was es ermögliche, auf der Fahrbahn der Römerbrücke einen Angebotsstreifen für Radfahrer auszuweisen.

Bahnrampe wird abgerissen

Bis dahin ist noch viel zu tun beim Stadtumbau Trier-West. So geht der Bau der Entlastungsstraße zwischen Hornstraße und Im Speyer voran. Und Anfang 2023 soll die marode Bahnrampe West abgerissen und anschließend durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt werden. Der Zustand der alten Brücke hat sich rapide verschlechtert. Bis Sommer 2020 war sie für Fahrzeuge bis 23 Tonnen zugelassen; nun beträgt das zulässige Höchstgewicht  3,5 Tonnen. Das bedeutet: Auch für Stadtbusse ist sie nun tabu.

Deshalb behalten die Stadtwerke für die Linien 1 und 81 ihren mit der Sperrung der Römerbrücke in Kraft getretenen Umleitungsfahrplan bei – und die barrierefreien Haltestellen am Kreisel bleiben vorläufig ungenutzt. Rund elf Millionen Euro dürfte die neue Brücke über die Bahngleise kosten, die bis zur Eröffnung des Bahn-Haltepunktes West fertig und einen halben Meter höher als die bisherige Rampe sein soll . Den Baubeschluss hat der Stadtrat kürzlich gefasst.

„Jetzt geht es rund in Trier-West“, kommentierte Baudezernent Ludwig freudig die Freigabe des Kreisels, der gewissermaßen ein Comeback feiert. Bereits in der Nachkriegszeit gab es an dieser Stelle einen Kreisverkehr.

 Rondellumbau am Trier-Wester Bahnhof.
Rondellumbau am Trier-Wester Bahnhof. Foto: TV-Archiv

Deutschlands älteste Brücke ist wieder befahrbar – das lässt viele Menschen aufatmen. Auch Sarah-Ann Schlepper von der städtischen Straßenverkehrsbehörde. Die 38-Jährige war zuständig für die provisorische Verkehrsführung im Baustellenbereich: „Während der vier Bauphasen waren immer wieder Verschiebungen und Anpassungen nötig, was zu vielen – wie ich finde – unberechtigten Beschwerden geführt hat.“ Deshalb freue sie sich, dass das Kapitel Römerbrücke vorzeitig (ursprünglich war einschließlich Winterpause eine Bauzeit bis maximal Frühjahr 2022 im Gespräch) abgehakt werden kann und damit rechtzeitig zum Weihnachtsmarkt-Start ein großes Verkehrshemmnis beseitigt ist.