Trierer Stadtrat sagt Ja zu Baugebiet Castelnau II

Kostenpflichtiger Inhalt: Grundstücke und Wohnungen : Stadtrat Trier sagt Ja zu Baugebiet Castelnau II

800 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern – davon rund 200 Sozialwohnungen – und 159 Baugrundstücke für Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser sollen entstehen.

Will die Stadt ein neues Baugebiet ausweisen oder für ein bestehendes Viertel die Bauvorschriften ändern, müssen die Pläne öffentlich ausgelegt werden. Umweltverbände, andere Interessens­organisationen und auch Bürger können sich die Unterlagen dann anschauen – und Kritik üben. Bei der Offenlegung des Bebauungsplans für das Baugebiet Castelnau II auf dem Feyener Hochplateau hatte das Folgen: Naturschützer bemängelten die zu geringen Abstände der Baulandfläche zum angrenzenden Wald – der als Flora-Fauna-Habitat streng geschützt ist. Stadt und Projektentwickler EGP besserten nach: Am nördlichen, südöstlichen und westlichen Rand des Baugebiets wurden die Abstände zum Wald vergrößert.

Dem geänderten Bebauungsplan hat der Trierer Stadtrat am Donnerstag mit großer Mehrheit zugestimmt (39 Ja-Stimmen von CDU (11), SPD (10), Grüne (6), AfD (4), Linke (3), FDP (2), UBT (2) und Oberbürgermeister Wolfram Leibe; 4 Nein-Stimmen von den Grünen, 6 Enthaltungen CDU (1), Grünen (4) und den Freien Wählern (1)).

Ohne die Entwicklung des Baugebiets Castelnau auf dem ehemaligen französischen Militärgelände hätte es „keinen Neubau der Schule, Kita, Sportstätten und des gut angenommenen Nahversorgungszentrums gegeben“, betonte Rainer Lehnart, SPD-Sprecher und Ortsvorsteher von Feyen-Weismark. Die „Herausforderungen“, die solche Veränderungen mit sich bringen würden, gelte es zu meistern. So müsse zum Beispiel die Busanbindung verbessert und für den „logischerweise zunehmenden“ Individualverkehr Lösungen gefunden werden.

Grünen-Sprecherin Anja Reinermann-Matatko schlug kritischere Töne an: „Unsere Fraktion ist in ihrer Meinung geteilt: Einige stimmen zu, weil ein großer Teil der Bebauung Mehrfamilienhäuser und geförderter Wohnungsbau sein werden. Andere stimmen dagegen, weil für ein Leben ohne Auto die Busanbindung zu schlecht ist – die Menschen werden sich mehr Autos pro Haushalt anschaffen.“ Zudem habe die Fraktion nach der zweiten Offenlegung zu wenig Zeit gehabt, um sich intensiv mit Änderungen bezüglich des Naturschutzes auseinanderzusetzen.

Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) wies das zurück: Die erweiterten Abstände zum Wald seien bereits im Frühjahr in die Pläne eingearbeitet worden, die danach notwendige zweite Offenlegung hätte keine weiteren Änderungen gebracht.

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