VDP-Versteigerung in Trier – Wenn 1,5 Liter Wein fast 9000 Euro kosten

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Internationale Weinkenner treffen sich bei der Versteigerung des VDP Großer Ring Mosel in Trier. Der Verkaufserlös einer ganz besonderen Weinkiste kommt einem sozialen Zweck zugute – und wurde von einem Prominenten versteigert.

Man Soo Hwang kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. „Dieser Wein ist wie ein Kristall“, sagt der Weinfachberater bei der Vorprobe zur Weinversteigerung des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) des Großen Rings Mosel. „Er ist so klar, da schmeckt man direkt die Saar als seine Herkunft heraus.“ Hwang spricht von einer Spätlese des Weinguts Forstmeister Geltz-Zilliken aus Saarburg.

Weinfachberater Hwang stammt aus Korea und lebt seit 26 Jahren in Trier. Er möchte den Wein durch seinen Export besonders auch in Asien populär machen. Denn bei Moselwein sei es „wie bei den Fußballern Ronaldo und Messi – man kann kaum sagen, wer der beste ist, so gut sind die“.

Er selbst hat viele Jahre lang mitgesteigert, behält sich in diesem Jahr allerdings die Zuschauerrolle vor. Anders als Elmar Bergweiler. Er ist einer von sechs Weinkommissionären, die bei der Versteigerung mitbieten. Diese Kommissionäre erhalten Aufträge von Weinliebhabern aus der ganzen Welt und bieten dann gegeneinander. „Dabei kommt es dann drauf an, wer den längsten Atem hat“, sagt der Mann aus Bernkastel-Kues. Die Qualität des Weines sei in diesem Jahr „Spitzenklasse“, das Ansehen des Moselweins auf der Welt gestiegen, was sich in den nächsten Jahren wohl fortsetzen werde. „Und das wird sich dann sicherlich auch in den Preisen bemerkbar machen.“

Preislich und was die Internationalität angeht, steht ein Wein besonders hoch im Kurs. Eine 1959er Trockenbeerenauslese des Weingutes Geheimrat J. Wegeler aus Bernkastel-Kues. Der Geschäftsführer des VDP Mosel, Saar, Ruwer, Fabian Theiss, bezeichnet diesen Tropfen als „unbezahlbar“.

Tom Drieseberg, Geschäftsführer des Weingutes, erklärt dem TV, was den Wein so besonders macht: „Er stammt aus einem der drei besten Jahrgänge dieses Jahrhunderts und gleichzeitig aus der Lage Bernkasteler Doctor, dem wohl teuersten Weinberg Deutschlands.“

Das Ziel sei zu zeigen, dass „Rieslinge aus dieser Region einen Platz unter den Spitzenweinen der Welt haben“. Am Ende kostet der Wein 3873,45 Euro. Ebenfalls eine Trockenbeerenauslese, aber noch teurer: Ein 2013er aus dem Graacher Himmelreich vom Weingut Joh. Jos. Prüm aus Bernkastel-Wehlen. Dieser Tropfen kostet am Ende 8996,40 Euro (1,5-Liter-Flasche) beziehungsweise 4373,25 Euro (0,75-Liter-Flasche).

Seit Jahren bei den Versteigerungen dabei ist auch Maximin von Schubert vom Weingut Maximin Grünhaus aus Mertesdorf. „Ich bin damit aufgewachsen.“ Schuberts Ur-ur-ur-Großvater war einer der Mitgründer des VDP Mosel. „Deswegen haben eigentlich immer irgendwelche internationalen Persönlichkeiten bei uns am Tisch gesessen“, sagt Schubert. Dennoch sei es immer noch besonders, dass der Mosel-Saar-Ruwer-Wein „für einen Tag im Spotlight der Welt steht“.

Bei der Vorprobe, die vor der Versteigerung stattfand, überzeugten sich die Weinkenner von der Qualität der Weine. Foto: Christian Thome

Im Mittelpunkt steht während der Versteigerung besonders Max von Kunow, der als Auktionator die Veranstaltung leitet. Dabei muss er einige Male an seine Grenzen gehen und zählt in Sekundenschnelle die gebotenen Beträge hoch. Besonders bei Ein-Euro-Schritten führt das immer wieder zu einem hochroten Kopf – und den Beifall der knapp 300 Gäste.

In der Benefizkiste, die 12500 Euro einbrachte, befinden sich 17 verschiedene Flaschen Wein. Foto: Christian Thome

Einen solchen Beifall gibt es auch, als eine „in dieser Form einzigartige Zusammenstellung“ (Carl von Schubert, Erster Vorsitzender des VDP Großer Ring) versteigert wird.  Es handelt sich um die Benefiz-Weinkiste, in der sich 17 verschiedene Weine befinden und deren Erlös von 12 500 Euro an das Annastift Trier gespendet wird. Moderiert wird die Versteigerung der Benefizkiste von Günther Jauch.

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