Versteckte Kamera auf Toilette im Trierer Studihaus entdeckt

Kostenpflichtiger Inhalt: AstA: „Akt sexualisierter Gewalt“ : Versteckte Kamera auf Toilette im Trierer Studihaus entdeckt

Beim Aufräumen nach einer Party ist im Trierer Studihaus eine versteckte Kamera entdeckt worden. Diese wurde in einem Mülleimer, auf eine überwiegend von Frauen benutzte Toilette gerichtet, installiert. Die Polizei ermittelt. Volksfreund.de liegt ein Schreiben vor, das dies bestätigt.

Auf der Toilette des Studihauses in Trier ist eine versteckte Kamera gefunden worden. Dem Trierischen Volksfreund wurde ein Schreiben des Universitätspräsidenten Michael Jäckel zugespielt, das diesen Fall bestätigt. Das Schreiben wurde von Jäckel per E-Mail an die Studenten verschickt. Das bestätigte der Allgemeine Studierendenausschuss (AstA) der Universität Trier auf TV-Nachfrage.

Demnach hat zwischen Dienstagabend, 3. Dezember, und Mittwochmittag, 4. Dezember, eine bisher unbekannte Person in einer hauptsächlich von Frauen genutzten Toilette im Studihaus eine Kamera installiert. Die Kamera befand sich laut des Schreibens in einem Mülleimer in der Kabine.

Zur Info: Zwar sind die Kabinen im Studihaus Unisex-Toiletten, die betroffene Toilette wird aber hauptsächlich von Frauen genutzt, da sie nur Kabinen und keine Stehpissoirs enthält. Die Kamera war in einer schwarzen Mülltonne versteckt und auf die Toilette gerichtet.

Gefunden wurde die Kamera beim Aufräumen nach einer Party des Fachschaftsrats FB III im Studihaus am Freitagmorgen 6. Dezember, gegen 4:30 Uhr. Der AstA informierte daraufhin die Polizei und erstattete gemeinsam mit dem Fachschaftsrat Anzeige bei der Polizei.

Bekannt wurde der Vorfall durch das von Universitäts-Präsident Jäckel verschickte Schreiben. Wie Lisa Braune von der AstA dem Trierischen Volksfreund berichtet, habe man den Präsidenten darum gebeten, per E-Mail Stellung zu beziehen. „Der AStA empfand es als sehr wichtig, das den Studis möglichst schnell (so schnell wie aus ermittlungstaktischen Gründen möglich) mitzuteilen, um Gerüchte und falsche Infos zu vermeiden, auch wenn das eine schlechte Nachricht an die Studis bedeutet“, so Braune. Das Thema sei dann im Senat besprochen worden und der Präsident kam der Bitte der Mail nach.

Im Schreiben nimmt der AstA außerdem Stellung zu dem Vorfall: „Dieser Vorfall stellt einen starken Eingriff in die Privatspähre der betroffenen Personen dar und ist ein Akt sexualisierter Gewalt“, so die Stellungnahme. Ein solches Verhalten habe in der Gesellschaft und auf dem Campus keinen Platz. „Der AstA verurteilt ein solches Verhalten aufs Schärfste.“

Das Schreiben enthält außerdem einen Aufruf. Demnach sollen sich alle Personen, die Verdächtiges bemerkt haben (auch vor dem betroffenen Zeitraum) sich beim AstA melden oder direkt an die ermittelnde Polizeidirektion Trier wenden.

Sollte der Täter ermittelt werden können, dann werde diese laut des Asta „lebenslanges Haus- und Veranstaltungsverbot“ im Studihaus erhalten. Außerdem werde sich der AstA für eine Exmatrikulation einsetzen. Die Veröffentlichung der Vorfälle sei wegen ermittlungstaktischer Gründe nicht früher möglich gewesen.

Die Polizei sowie der Präsident der Universität waren am Abend für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Eine ausführliche Berichterstattung folgt.