Trierer Gefängnis wird bis 2028 geschlossen - Job in Wittlich für 120 Mitarbeiter?

Kostenpflichtiger Inhalt: Ausbau in Wittlich : Trierer Gefängnis wird bis 2028 geschlossen - Job in Wittlich für 120 Mitarbeiter?

In der JVA der Säubrennerstadt sollen mit Millionenaufwand 325 neue Haftplätze entstehen. Das Trierer Gefängnis wird in einigen Jahren geschlossen.

Das Trierer Gefängnis wird spätestens 2028 geschlossen. Das kündigte der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin (FDP) an. Im Gegenzug soll das Gefängnis in Wittlich für 41 Millionen Euro ausgebaut werden. In der größten Justizvollzugsanstalt des Landes  könnten bis zu 325 neue Haftplätze entstehen. Mit rund 900 Plätzen wäre Wittlich dann eines der größten Gefängnisse in Deutschland. Allen 120 Trierer Bediensteten soll ein Job in Wittlich angeboten werden, versprach der Minister.

Aus informierten Kreisen verlautete, dass bis zum Umzug nach Wittlich ein Drittel der Trierer Beschäftigten im Ruhestand sein soll. Für etwa die Hälfte der verbleibenden Bediensteten werde der neue Arbeitsweg kürzer, für die andere Hälfte werde über Ausgleichsregelungen nachgedacht.

Über das drohende Aus für Trier war schon seit längerem spekuliert worden. Das Gefängnis, in dem rund 170 Häftlinge einsitzen, gilt als stark renovierungsbedürftig. Zudem ist der Personaleinsatz angeblich überproportional hoch. Der Trier angegliederte offene Vollzug in Saarburg soll allerdings bleiben.

Minister Mertin sagte, man habe sich für die effizienteste Lösung entschieden und mache den Vollzugsdienst zukunftssicher. So soll im Wittlicher Gefängnis etwa auch eine geriatrische Abteilung mit barrierefreien Räumen für ältere und pflegebedürftige Häftlinge entstehen. Der Landesvorsitzende des Bundes der Strafvollzugsbediensteten, Winfried Conrad, sagte, er sei sehr enttäuscht über die Entscheidung. Auch der rechtspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Bernhard Henter, kritisierte die Pläne. Er habe bislang kein überzeugendes Argument gehört, dass die Schließung rechtfertige, sagte der Konzer Landtagsabgeordnete. Der Wittlicher Bürgermeister Joachim Rodenkirch äußerte sich zufrieden über die Mainzer Entscheidung. Die JVA habe einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung. Da sei die Erweiterung folgerichtig und konsequent. Der Wittlicher JVA-Leiter Jörn Patzak sagte, es mache Sinn, den Altbau zu sanieren. „Wir sind seit drei Jahren überbelegt.“

Das Trierer Gefängnis wurde 1977 in Betrieb genommen. In der JVA sind Untersuchungsgefangene untergebracht und Häftlinge, die eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren verbüßen.