60 zusätzliche Windräder an der Oberen Kyll sind denkbar

Kostenpflichtiger Inhalt: Energie : 60 zusätzliche Windräder an der Oberen Kyll sind denkbar

Planer der Verbandsgemeinde Gerolstein sehen in den Gebieten östlich der B 51 und im Hillesheimer Forst Raum für zusätzliche Windkraftanlagen.

Der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Gerolstein hat sich in Sachen Windkraft – aus Gründen der Einheitlichkeit und weil einige Ortsbürgermeister aus dem Bereich der ehemaligen Oberen Kyll explizit neue Gebiete für Windkraftanlagen (WKA) wollen – mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, das Areal der gesamten VG neu zu überplanen.

Mit Inkrafttreten des neuen Flächennutzungsplans (das aber noch Jahre dauern wird) werden die Regelungen für den Bereich der Oberen Kyll, wo es anders als im Gerolsteiner und Hillesheimer Land seit 2015 eine rechtskräftige Windkraftplanung gibt, außer Kraft gesetzt. Ein Hauptpunkt in dem ohnehin schon stark mit WKA bebauten Gebiet war, dass das gesamte Areal östlich der B 51 von Anlagen freigehalten wird. Dagegen haben die Ortsbürgermeister der fünf Gemeinden Steffeln, Scheid, Gönnersdorf, Lissendorf und Birgel aufbegehrt: Sie wollen auch WKA auf ihren Gemarkungen und somit Geld in die Gemeindekasse bekommen. Deswegen hatten sie im Vorfeld der VG-Ratssitzung an die Fraktionen ein Schreiben mit ihrem Wunsch geschickt. Dem kam der VG-Rat nach. Dem Wunsch des TV, mit ihnen über ihre Ziele und Vorstellungen in Sachen Windenergie zu sprechen, kamen die Ortschefs allerdings nicht nach. Sie wollen zum aktuellen Zeitpunkt nicht öffentlich über das Thema Windkraft und ihren Vorstoß sprechen. Das teilte Birgels Ortsbürgermeister Elmar Malburg im Auftrag des Quintetts dem TV auf Anfrage mit. Konkret äußerte er sich so: „Die einhellige Meinung unter den betroffenen Ortsbürgermeistern*in ist, dass aktuell keine grundlegenden Fakten vorliegen, um sich über das Thema Windkraft zu äußern. Wir bitten diesbezüglich um Verständnis.“

Auskunftsfreudiger, was der neue Vorstoß konkret bedeuten könnte, gab sich hingegen der beauftragte Planer Reinhold Hierlmeier vom Planungsbüro BGH Plan aus Trier. Auf die Frage, wie viele neue Anlagen schätzungsweise maximal in der VG Gerolstein gebaut werden könnten, sagte er: „Unter der Annahme, dass die weichen Kriterien sehr großzügig ausgelegt werden und keine größeren Einschränkungen durch den Artenschutz entstehen, könnten dort ca. 50 bis 60 neue Anlagen entstehen.“ Dabei legt er unter anderen die Annahme zugrunde, dass für die neuen Standorte die Mindestgröße auf „nur“ 30 Hektar begrenzt werde. Bei einer Mindestgröße von 50 Hektar wäre die Auswahl schon geringer.  Diese weichen Kriterien festzulegen, liegt im Ermessen des Verbandsgemeinderates als zuständigem Gremien der Flächennutzugsplanung. Keinen Einfluss hat das Gremium hingegen auf die sogenannten harten Kriterien wie die Abstandsregelungen der WKA zu Wohnbebauung.

Die potenziellen neuen Standorte würden nach Einschätzung des Planes überwiegend im Bereich der ehemaligen VG Obere Kyll und dort größtenteils östlich der B 51 liegen. Konkret zählte Hierlmeier folgende Bereiche auf: Rammelsberg, Weitersberg, Steffelner und Aueler Wald, Auf Zimmers und angrenzend an bestehende Sonderbaufläche im Arenbergschen Forst. Darüber hinaus sieht er auch in der VG Hillesheim (alt) potenzielle Flächen, und zwar im Eischenbüsch/Kerpener Wald und im Hillesheimer Wald.

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