Waffen, Drogen, Kinderpornos: Darknet-Server im Bunker Traben-Trarbach

Kostenpflichtiger Inhalt: Darknet-Server im alten Nato-Bunker : (Update) Schlag gegen weltweite Cyberkriminalität: Verdächtige kommen aus Traben-Trarbach

Großeinsatz der Spezialeinheit GSG 9 und insgesamt 650 Einsatzkräften bei einem ehemaligen Natobunker in Traben-Trarbach: Von dort sollen Hackerangriffe auf Kunden der Telekom gesteuert worden sein. Auch sollen Webseiten betrieben worden sein, über die weltweit illegal Waffen und Drogen verkauft und auch Kinderpornografie verbreitet worden sein sollen.

Update 12.30 Uhr:

Bei dem Einsatz gestern Abend waren 650 Einsatzkräfte beteiligt, darunter auch die Spezialeinheit GSG 9. Festnahmen gab es unter anderem in einem Restaurant in Traben-Trarbach.

Update 12.20 Uhr:

Hauptbeschuldigter ist ein 59-jähriger Niederländer. Ein Mann aus den Niederlanden hatte 2013 die 13 Hektar große ehemalige Bundeswehr-Immobilie gekauft. Er bezeichnete den Ort damals als einen „idealen Standort für hochsensible Daten aus allen Bereichen von Wirtschaft und Technik“. Neben dem Hauptbeschuldigten wurden noch sechs weitere Verdächtige (darunter drei Niederländer, zwei Deutsche und ein Bulgare) verhaftet. Mehrere Hundert Einsatzkräfte waren gestern im Einsatz. Rund 200 Server wurden sichergestellt.

9.15 Uhr: Die Ermittlungen dauerten fast fünf Jahre. Am Donnerstagabend schlugen die Ermittler zu. Sie nahmen 7 Verdächtige fest, die in einem ehemaligen Natobunker in Traben-Trarbach ein Rechenzentrum betrieben haben sollen. Gegen insgesamt 13 Verdächtige wird ermittelt.

Von dort sollen sie zahlreiche Webseiten betrieben haben, über die international agierende Kriminelle Drogen, gefälschte Dokumente und gestohlene Daten vertrieben haben sollen.

Ebenso sollen sie darüber Kinderpornografie verbreitet haben. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz heute morgen mit.

Desweiteren wird den Verdächtigen vorgeworfen großangelegte Cyberangriffe durchgeführt zu haben. So soll von dort aus ein Cyberangriff auf 1,25 Millionen Telekom-Router Ende November 2016 aus gesteuert worden sein.

Kunden der Täter seien beispielsweise die Betreiber des weltweit zweitgrößten Marktplatzes im Darknet zum Kauf von Drogen Wallstreet Market gewesen sein, sagte Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer.

Im April sei der Marktplatz nach intensiven Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, dem Bundeskriminalamt und dem amerikanischen FBI zerschlagen worden.

Brauer spricht von einem herausragenden internationalen Strafverfahren. Die Ermittler wollen heute Mittag in einer Pressekonferenz Details bekannt geben.

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