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Straftaten: Wegen Corona: Weniger Einbrüche und Diebstähle – Mehr Internet-Kriminalität

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In der Region Trier gehen die Einbrüche und Diebstähle derzeit zurück. Dafür tummeln sich die Gauner jetzt vermehrt im Internet.

Die Coronakrise wirkt sich auch auf die Kriminalität in der Region Trier aus. Die Zahl der Wohnungseinbrüche geht zurück, und auch die Zahl der Diebstähle nimmt nach Angaben eines Sprechers des Trierer Polizeipräsidiums merklich ab. Die Gründe für den Positivtrend liegen auf der Hand: Weil viele Firmen, Geschäfte, Schulen oder Universitäten geschlossen sind und die Bürger immer wieder aufgerufen werden, möglichst in den eigenen vier Wänden zu bleiben, mangelt es den Einbrechern plötzlich an guten Gelegenheiten. Zudem ist das Entdeckungsrisiko deutlich größer als sonst.

Auch Taschendiebstähle und Auseinandersetzungen nach abendlichen Saufgelagen sind derzeit laut Präsidiumssprecher Uwe Konz die Ausnahmen. Die meisten Geschäfte und Kneipen seien geschlossen, sagt Konz zur Begründung, somit fielen etliche sogenannte Tatgelegenheiten derzeit einfach flach.

Andere tun sich dagegen auf. In Coronakrisenzeiten konzentrieren auch die Kriminellen ihre Betrügereien vermehrt auf Telefon und Internet. Die Tricks dabei sind teilweise alt, die Storys neu. So beobachtet das rheinland-pfälzische Landeskriminalamt eine Neuauflage der altbekannten Enkeltrick-Masche. Dabei geben sich die Kriminellen am Telefon als Angehörige aus, die sich angeblich mit dem Coronovirus infiziert haben und jetzt dringend Geld für eine Behandlung benötigen. Ein Freund komme das Geld abholen, heißt es dann am Ende des Gesprächs.

Die Tipps der Experten: Telefonhörer auflegen! Nie Geld oder Wertsachen an Unbekannte übergeben und die Polizei informieren!

Eine andere Telefonbetrüger-Masche registrierten die Ermittler in der Eifel und im Hunsrück. Dort meldete sich bei mehreren Senioren telefonisch ein angeblicher Arzt. Der schwadronnierte etwas von einem Corona-Hochrisikogebiet und kündigte sein Erscheinen an, um die Angerufenen zu testen – für eine Gebühr von 200 Euro.

Der Sprecher des Trierer Polizeipräsidiums sagt, dass bislang nach seinen Informationen noch niemand in der Region auf die Anrufbetrüger hereingefallen sei. Auch ein Verdienst der in der Vergangenheit kontinuierlich wiederholten Warnungen vor dem Enkeltrick, meint Uwe Konz.

Ein anderes Feld, auf dem sich derzeit vermehrt Betrüger tummeln, sind sogenannte Fake-Shops, also Online-Plattformen, die in Wirklichkeit gar keine Waren vertreiben. Das Landeskriminalamt warnt aktuell vor Fake-Shops, die Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel anbieten. Wer die Produkte bestellt – angeboten wird etwa eine Packung mit 160 Masken für 320 Euro – und Geld zahlt, schaut anschließend allerdings in die Röhre, weil er keine Lieferung bekommt. Nach Angaben des Mainzer Landeskriminalamts sind potentielle Betrüger unter anderem daran zu erkennen, dass die Ware ungewöhnlich günstig und nur gegen Vorkasse angeboten wird. Zudem strotzten die entsprechenden Internetseiten häufig vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern.

Wer übrigens der Annahme ist, dass wegen der aktuellen Corona-Vorsichtsmaßnahmen die häuslichen und innerfamiliären Auseinandersetzungen stark zunehmen dürften, muss sich zumindest bislang in der Region Trier eines Besseren belehren lassen. Noch seien die Leute offenbar sehr froh miteinander, sagt Polizeisprecher Uwe Konz und fügt hinzu, dass auf Dauer womöglich doch noch dem ein oder anderen die Decke daheim auf den Kopf fallen könnte.