Gladiators-Fan sorgt für Highlight in der Arena Trier

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball/Basketball : Wie ein Fußball-Torwart die Trierer Basketballfans verzückt

Da hat Thorsten Lang in der Viertelpause der Basketball-Zweitliga-Partie zwischen den Römerstrom Gladiators Trier und Phoenix Hagen am Sonntagabend aber mal einen raus gehauen: Wie der 43-Jährige, der eigentlich Fußballtorwart ist, die Trierer Basketballfans in Ekstase versetzt hat.

Was für eine Aktion am Rande des Basketballspiels der Römerstrom Gladiators Trier gegen Phoenix Hagen am Sonntag in der Arena Trier: Soeben hat die zweiminütige Pause vor dem letzten Viertel begonnen. Dann folgt der Auftritt des Abends. Thorsten Lang betritt das Feld: blaue Jeans, weißes Poloshirt, in der Hand einen Basketball. Lässig setzt er ein Dribbling aufs Parkett. Ein gutes Stück hinter der Mittel­linie stehend, den Blick nach vorne gerichtet, läuft der 43-Jährige mit einem Mal los. Drei, vier kurze Schritte sind es bis zur Mittellinie, er springt ab und donnert den Ball in Richtung der 14 Meter entfernten Korbanlage. Die Kugel fliegt, sie fliegt und fliegt – knallt auf die obere Kante des Bretts und springt senkrecht in Richtung Hallendecke. „Oouuuuh“, schallt es von den Tribünen. 2000 Zuschauer verfolgen die orangefarbene Kugel mit ihren Augen. Sekundenbruchteile später donnert der Ball wieder senkrecht nach unten ... und landet tatsächlich im Korb. Die Fans springen begeistert von ihren Plätzen auf. Thorsten Lang – „ich hab’ zuletzt in der Schulzeit Basketball gespielt“ – ist ein Kunststück gelungen, das selbst Profis nur selten glückt. Mit seinem Auftritt hat der aus Thomm (Kreis Trier-Saarburg) stammende Polizeibeamte am Sonntag für den Moment des Abends in der Arena gesorgt.

Gladiators-Fan mit Sensationswurf in der Viertelpause und die Halle rastet aus

Mit seinem Fußballteam, der Ü40 der SG Mittelmosel/Leiwen, ist der 43-Jährige zum Gladiators-Spiel gekommen. Der Basketballclub hat sie eingeladen, denn die Herren haben Großes erreicht: Vor vier Wochen in Berlin sicherte sich das Team sensationell die Deutsche Ü40-Meisterschaft mit Thorsten Lang als Matchwinner. Im Endspiel hielt der Torwart vier Elfmeter der mit Ex-Bundesligaspielern gespickten Elf von Bayer Leverkusen. Den entscheidenden Strafstoß parierte Lang, der einst unter anderem für den FSV Salmrohr in der Oberliga aktiv war, gegen den früheren Profi René Rydlewicz. „Der Titelgewinn war schon sensationell“, gesteht Lang am Montag im Gespräch mit dem Volksfreund.

Sensationell – genau wie sein Mittel­linien-Kracher in der Arena vom Sonntag. „Ja, sportlich scheint mir die Sonne momentan echt aus dem Arsch“, sagt der 43-Jährige lachend. Als die Ü40-Kicker vor dem Gladiators-Spiel erfahren, dass sie nicht nur auf der Tribüne sitzen dürfen, sondern einer von ihnen auch noch die Gelegenheit erhält, in der Viertelpause 500 Euro durch einen Wurf von der Mittellinie aus zu gewinnen (die Aktion steht bei jedem Heimspiel auf dem Programm, doch die Würfe der Fans landen in den meisten Fällen links und rechts vom Korb oder verhungern auf halber Strecke), entscheidet das Team, Lang diese Aufgabe zu überlassen. Der Polizist will sich vor tausenden Zuschauern in der Arena keinesfalls blamieren, geht mit Sohn Sebastian (11) daher am Mittag vor dem Spiel extra noch auf den Longuicher Schulhof und übt Distanzwürfe. „Die waren viel zu kurz, die meisten kamen nicht mal bis zum Korb“, erzählt er lachend. „Daher habe ich es abends in der Halle dann mit mehr Schwung versucht – und getroffen.“

Übrigens: Einen Teil seines Gewinns, so erzählt Lang noch, den werde er an die „Kicker gegen den Krebs“ spenden, bei denen er selbst seit Jahren mitspielt.

Das Video hat Stefan Fleck aufgenommen. Er hat es dem Trierischen Volksfreund zur Verfügung gestellt.

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